Bahnwärter Thiel (DVD)
 
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Bahnwärter Thiel

Filmkritik von Cronn

 

Die Archive des DDR-Films sind noch weitgehend für DVD-Releases unerschlossen. Dabei bieten sie durchaus einige Perlen, die es zu entdecken gibt.

Studio Hamburg Enterprises bringt diese Filmwerke nach und nach auf DVD heraus. Interessanterweise gibt es hierbei auch Streifen, die literarische Stoffe umsetzen, die bislang keine andere Transformation gefunden haben.

Ein Beispiel hierfür ist die Umsetzung der Novelle Bahnwärter Thiel, die im Jahr 1982 vom Staatsfernsehen der DDR in Auftrag gegeben wurde. Gerhart Hauptmanns Novelle wurde von Regisseur Hans-Joachim Kasprzik aufwändig inszeniert.

Nun liegt das Werk als DVD-Veröffentlichung vor. Doch worum geht es in dem Film und wie gelungen ist die Umsetzung? Das soll die nachfolgende Rezension aufzeigen.

 

Verlagsinfo:

Der Film erzählt das tragische Schicksal des Bahnwärters Thiel am Ende des 19. Jahrhunderts. Thiel, der in dumpfer, monotoner Pflichterfüllung seine Tage verbringt, hat seine sanfte, stille Frau Minna verloren. Aus Sorge um seinen kleinen Sohn Tobias heiratet er wieder. Seine zweite Frau Lene, mit der er gleichfalls ein Kind hat, ist ihm an Vitalität überlegen und von einer derben Leidenschaft. Er entdeckt, dass sein Kind aus erster Ehe von ihr benachteiligt und gequält wird – Thiel zieht sich immer stärker in sich zurück und vereinsamt. Als Tobias bei einem Unfall ums Leben kommt, gibt er Lene die Schuld, und das Unheil ist vorprogrammiert …

 

Der offizielle Klappentext ist als Information zum Film vollkommen ausreichend, so dass sofort zur Kritik übergegangen werden kann.

 

Kritik:

»Bahnwärter Thiel« ist eine Novelle, deren Umsetzung für den Film einige Hindernisse bereithält. Zum einen ist der Einsatz eines Erzählers über weite Strecken der Handlung gegeben, da die Hauptperson in der Novelle als wortkarg charakterisiert wird. Um demnach Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt des Bahnwärters zu bekommen ist eine Erzählinstanz unbedingt notwendig.

Im Film wird dieser Tatsache dadurch Rechnung getragen, dass ein Sprecher aus dem Off über weite Strecken des Filmes kommentierend eingreift.

Die schauspielerischen Leistungen des Ensembles sind als sehr gut einzustufen. Dazu kommen noch aufwändige Kostüme und denkwürdige Außenaufnahmen. Der inszenatorische Kern des Films ist nahezu deckungsgleich mit der Kernaussage der Novelle.

Leider ist das Bild dem Alter der Produktion geschuldet recht blass und auch die Filmkörnung ist immer wieder sichtbar. Filmfehler, wie Streifen oder Drop-Outs, sind allerdings keine sichtbar.

 

Fazit:

»Bahnwärter Thiel« ist eine gelungene Umsetzung der klassischen Novelle von Gerhart Hauptmann. Mit inszenatorischem Geschick gelingt es dem Regisseur Hans-Joachim Kasprzik den Film derart mit Wucht aufzuladen, dass man sich ihm nicht entziehen kann.

Auch die Schauspieler tragen mit ihrer Leistung dazu bei, dass »Bahnwärter Thiel« zu den positiven Umsetzungen eines klassischen Stoffes gezählt werden kann.

 

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DVD:

Bahnwärter Thiel

DDR, 1982

Regisseur: Hans-Joachim Kasprzik

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Umfang: 1 DVD

FSK: 12

Studio Hamburg, 9. September 2016

Spieldauer: 72 Minuten

 

ASIN: B01I1D1RWM

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Martin Trettau

  • Walfriede Schmitt

  • Blanche Kommerell

  • Rolf Hoppe

  • Willi Schrade

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202404181209380d252f72
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Erstellt: 26.09.2016, zuletzt aktualisiert: 16.03.2023 18:04, 14925