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Batman: Das lange Halloween

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

In dem abgeschlossenen 372 Seiten starken Band „Batman – das lange Halloween“ sucht ein Serienmörder Gotham City heim. Allerdings tötet dieser scheinbar nur an Feiertagen und erhält deshalb von der Presse den Namen „Holiday“. Doch nicht nur Batman und das GCPD suchen den Verbrecher. Auch ein bekannter Gangsterboss will die Identität des Mörders aufdecken, weil der bevorzugt seine Leute tötet. Steckt also ein Konkurrent hinter „Holiday“? Ein desillusionierter Staatsanwalt? Ein Superschurke wie der Calendar Man? Oder ist die Sache noch viel komplizierter?

 

Autor Jeph Loeb - der mit „Batman: Hush“ einen weiteren Meilenstein im Batman-Universum geschaffen hat - ist mit „Batman – das lange Halloween“ eine hervorragende Geschichte gelungen. Ihm gelingt es, dass sich der Leser zusammen mit anderen Figuren auf eine spannende Jagd nach der Identität des Mörders macht und dabei versucht, die vielfältigen Hinweise einzuordnen. Wegen der spannenden Handlung und den vielen Wendungen wird diese Hatz bei der Sekunde keine Sekunde langweilig. Dabei birgt gerade das Ende so manche Überraschung. Doch „Batman – das lange Halloween“ bietet mehr als eine richtig gute Kriminalgeschichte. Nebenbei wird sie etwa auch noch zur Origin-Story eines bekannten Schurken aus dem Gotham-Universum. Der Beginn lässt sich darüber hinaus als stilvolle Verneigung vor dem von Mario Puzo verfassten und Francis Ford Coppola verfilmten Klassiker „Der Pate“ lesen. Loeb gelingt es auch überzeugend, die unterschiedlichen Motivationen seiner Figuren herauszuarbeiten, sodass die Handlung immer realistisch wirkt. Nebenbei ist fast alles an Superschurken harmonisch in die Story integriert, was in Gotham Rang und Namen hat. Nur der Riddler überzeugt nicht ganz, weil er im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen doch etwas zu jämmerlich wirkt.

 

Für die Illustrationen des Comics zeichnet Tim Sale („Batman: Nacht des Schreckens“) verantwortlich. Er gestaltet seine Bilder in einem wundervollen Noir-Stil und arbeitet gekonnt viel mit Licht- und Schatteneffekten. Dabei gelingt es ihm immer wieder eine tolle, düstere Stimmung zu evozieren, die den Betrachter in den Bann zieht. Auch die durchdachte Bildkomposition vermag immer wieder zu überzeugen und unterstreicht die Handlung – etwa beim „Schwur“ von James Gordon, Harvey Dent und Batman. Am Anfang sind zahlreiche Panels sichtlich von der Optik des Films „Der Pate“ inspiriert oder sogar fast 1:1 übernommen. So ist Carmine Falcone quasi eine Comic gewordene Variante des von Marlon Brando verkörperten Don Vito Corleone. Fast alle Figuren sind herausragend getroffen. Eine Ausnahme bildet hier allerdings Selina Kyle alias Catowman, die andere Zeichner überzeugender getroffen. Bemerkenswert ist an vielen Stellen die Farbgebung. Einige Panels sind nämlich fast ausschließlich in Schwarz-Weiß gehalten. Dadurch treten vereinzelte farbige Details – wie Blut – besonders deutlich hervor.

 

Fazit:

Auch wenn „Batman – das lange Halloween“ bereits vor mehr als 20 Jahren erstmals erschien, vermag das Comic Leser dank der hervorragenden Geschichte und der atmosphärischen Zeichnungen immer noch zu begeistern.

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Eure Meinung:

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Comic

Batman: Das lange Halloween

Autor: Jeph Loeb

Zeichner: Tim Sale

Panini, März 2018

 

Softcover, 372 Seiten

 

ISBN-10: 3741607363

ISBN-13: 978-3741607363

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 30.03.2018, zuletzt aktualisiert: 20.08.2019 17:15