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Batman: Der Dunkle Prinz

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Comics entstehen natürlich nicht nur in Amerika, sondern auch in Europa. Dennoch ist besonders das Subgenre des Superheldencomics relativ fest in (nord-)amerikanischer Hand. Deshalb ist es schon eine Besonderheit, wenn der Italiener Enrico Marini eine Batman-Story nicht nur verfassen, sondern auch selbst bebildern darf. Dabei hatte er – fraglos auch wegen seiner Erfolge „Der Stern der Wüste“ und „Die Adler Roms“ weitgehend freie Hand. Das Ergebnis ist „Batman: Der Dunkle Prinz“.

 

Der Joker hat es nicht einfach. Da will er seiner geliebten Harley Quinn ein besonderes Geburtstagsgeschenk stehlen und dann kommt Batman ihm in die Quere und ruiniert alles. Also muss eine Notlösung her, in deren Mittelpunkt die Entführung eines kleinen Mädchens steht. Denn die hat einen ganz besonderen Vater …

 

Enrico Marini kreiert mit „Batman: Der Dunkle Prinz“ eine sehr ansprechende und höchst abwechslungsreiche Story, die Comic-Fans im Allgemeinen und Fans des Dunklen Ritters und des Jokers im Besonderen gefallen wird. Sie bietet nämlich nicht nur Action, sondern auch interessant gestaltete Charaktere sowie überraschende Wendungen und schließt sogar mit einer besonderen Pointe, die so stark ist, weil sie viel offen lässt und nur Möglichkeiten aufzeigt. Vor allem der Joker mit seinem besonderen Sinn für Humor ist perfekt getroffen und ist zusammen mit Batman die Hauptfigur des Comics, worauf auch der Titel hindeutet: Dunkler Ritter + (Clown-)Prinz = Der Dunkle Prinz. Dennoch bleiben auch die anderen Figuren überhaupt nicht blass, weil Marini ihnen ausreichend Raum gibt. Das gilt auch für vermeintliche Nebencharaktere wie das entführte Mädchen oder Jokers Gehilfen Archie. Last but not least funktionieren auch die Dialoge richtig gut und versprühen teilweise auch Witz. Dabei wirken sie weder klischeehaft noch abgedroschen – was ja gerade bei Superheldencomics keine Selbstverständlichkeit ist.

 

Auch bei der Bebilderung seiner Panels leistet Enrico Marini tolle Arbeit. So gelingt es ihm, gleich am Anfang eine ungeheuer bedrohlich-beklemmende Situation zu schaffen, bei der er den Antagonisten Batmans zuerst nur als finsteren Schatten präsentiert. Beim insgesamt hervorragenden Charakterdesign wissen vor allem der Joker sowie Harley Quinn und Catwoman zu gefallen. Die Gestaltung von Bruce Wayne hat man bei manchen von Marinis Kollegen zwar schon besser gesehen, sie geht aber dennoch mehr als in Ordnung. Durch die besondere Farbgebung gelingt es dem Künstler, immer wieder eine ganz besondere Stimmung zu kreieren. So sind die in der Nacht spielenden Panels bewusst blass gehalten, während andere Bilder wirken, als wären sie mit einem Sepiafilter überlagert. Vor dieser Kulisse wirken Batman und der Joker besonders beeindruckend. Während aber der Dunkle Ritter mit seiner dunklen Umgebung zu verschmelzen scheint, tritt der Clownprinz mit seiner grellen Aufmachung nur um so stärker in den Vordergrund. Auch bei der Bildkomposition und der Gestaltung der Actionsequenzen beweist Marini immer wieder seine Klasse.

 

Eingerahmt ist die Story durch ein doppeltes Vorwort von Christian Endres und Enrico Marini sowie einem Interview mit Marini. Hier gewährt der Künstler nicht nur einige spannende Einblicke, sondern präsentiert sich auch als richtig sympathischer Typ.

 

Fazit:

„Batman: Der Dunkle Prinz“ ist ein hervorragend erzähltes, ansprechend bebildertes und sehr unterhaltsames Werk, das in die Top 10 der wirklich nicht an Höhepunkten armen „Batman-vs.-Joker-Geschichten“ gehört.

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Eure Meinung:

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Comic

Batman: Der Dunkle Prinz

Autor: Enrico Marini

Zeichner: Enrico Marini

Panini, September 2018

Softcover, 148 Seiten

 

ISBN-10: 3741609676

ISBN-13: 978-3741609671

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.10.2018, zuletzt aktualisiert: 20.08.2019 17:15