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Bis an die Grenzen des Universums

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Dokumentationen über das Weltall haben in früheren Jahrzehnten oft daran gekränkelt, dass sie zwar wissenschaftlich korrekte Fakten vermitteln wollten, dabei aber sehr viele Zuschauer auch mit zu vielen physikalischen und mathematischen Fakten überfordert und meistens auch gelangweilt haben.

Erst in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren ist das anders. Seitdem ermöglichen es fast lebensechte Animationen die Erläuterungen visuell zu begleiten und die Wunder des Universums so zu bestaunen, wie man es aus den heutigen Forschungen rekonstruieren kann.

 

„Bis an die Grenzen des Universums“ ist eine dieser modernen Dokumentationen, die unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Discovery Channel entstand und auf unterhaltsame Weise in den Weltraum entführen aber trotzdem Wissen vermitteln will.

Leitfaden ist immer die Frage: Gibt es andere Planeten, auf denen sich Leben entwickelt haben könnten? Vielleicht sogar welches, was den Menschen ähnlich ist?

Vor allem - wo kommen wir selbst her? Stammt der Keim des Lebens nicht vielleicht sogar aus dem Weltall? Und nicht zuletzt - was unterscheidet die Erde von anderen Welten des Sonnensystems?

Die Reise beginnt daher mit einem Streifzug durch das Sonnensystem, das uns wohlbekannt ist. Zunächst wird ein Blick auf die inneren Planeten und die Sonne geworfen. Die Venus wurde lange Zeit als der Erde ähnlich angesehen, heute weiß man, dass sie eher eine tödliche Kohlendioxid-Hölle ist, auf der nichts irdisches überleben könnte – die aber dabei hilft, die Frühzeit der Erdgeschichte besser zu verstehen.

Auch der Mars bietet nicht die Lebensbedingungen, die man sich noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts erhofft hat. Erst auf den Jupitermonden wird man fündig, ist doch „Europa“ die Welt, die die besten Voraussetzungen für Leben bietet.

Die Suche nach außerirdischem Leben ist auch die Triebfeder das irdische Sonnensystem zu verlassen und sich in der unmittelbaren Umgebung umzusehen. Bieten die Sterne in unserer Nähe überhaupt die Voraussetzungen für Leben? Haben sie Planeten und wie könnten diese aussehen?

Der Streifzug führt immer weiter hinaus, überschreitet schließlich die Entfernungen, die unsere Radiosignale bereits erreicht haben und betrachtet die weiter entfernten Sterne in unserer Milchstraße und anderen Galaxien.

Das Leben und Sterben von Sonnen, ihre Entwicklungsphasen und ihr Ende werden genauer unter die Lupe genommen, man erfährt so auch etwas über „Schwarze Löcher“, „Pulsare“ und andere astronomische Wunder, die bisher nur Theorien sind und von Menschen bisher nicht wahr genommen werden können.

 

Wer sich ein wenig mit Astronomie beschäftigt, wird die meisten Informationen bereits wesentlich detaillierter kennen. Für den Laien bietet die Dokumentation aber einen interessanten Ein- und überblicke über die Themengebiete in der Sternen- und Planetenkunde. Dabei setzt der Film vor allem auf visuelle Effekte und besteht von Anfang bis Ende aus Animationen.

Es gibt keine der sonst üblichen Filmaufnahmen von irdischen Sternwarten, diversen Forschungzentren oder gar Interviews mit Wissenschaftlern nur Bilder von Planeten und Sternen wie sie aussehen könnten aber nicht müssen. Man merkt, dass die Darstellungen auf dem aktuellen Stand der Technik sind: Sie sind klar und detailreich, besitzen tiefe und Brillianz, die auch in HD-Qualität auf Blue-Ray-Disk noch wirken dürfte. Die sonst üblichen Wiederholungen fehlen weitestgehend und auch der Sprecher bleibt angenehm ruhig und dramatisiert nicht unbedingt.

Demjenigen, der sich einen Überblick verschaffen möchte, kommt die visuelle und lebendige Erzählweise entgegen, aber auch der Fachmann kann die spektakulären Bilder von Planeten und Sternen, Schwarzen Löchern und Kometen ohne Gewissensbisse genießen.

Alles in allem ist alles so spannend aufbereitet, dass man die gut 95 min Laufzeit nicht merkt, da sie wie im Flug vergehen.

 

 

Fazit:

 

„Bis an die Grenzen des Universums“ sei allen Hobby-Sternenkundlern und denen, die es noch werden wollen empfohlen. Visuell ist die Dokumentation spektakulär ohne zu übertreiben, inhaltlich auch für Kinder um die zehn Jahre bereits gut zu verstehen und vom Aufbau her niemals langweilig, auch wenn das Thema es vermuten lassen könnte.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020518110492120d2c
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DVD:

Bis an die Grenzen des Universums

Kanada/USA, 2009/2010

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1 , PAL, RC 2

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 26. Februar 2010

Spieldauer: 95 Minuten

ASIN: B002XC3JCO

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 17.03.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01