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Bittersüße Erkenntnis (Oneshot)

Rezension von Martina Klein

 

"Die Jugendfreunde Kota und Akira wollten eigentlich die gleiche Uni besuchen, aber nur Kota hat die Aufnahmeprüfung bestanden! Da dieser heimlich in Akira verliebt ist, verschiebt er ihren Plan notgedrungen um ein Jahr. … Als Kotas Traum, mit seinem Jugendfreund Akira auf die gleiche Uni zu gehen, platzt, setzt er alles daran, Akira zum Lernen zu bewegen. Doch Akira macht keinerlei Anstalten, sich konzentriert auf die nächste Aufnahmeprüfung vorzubereiten. Selbst Kotas Liebesgeständnis verpufft im luftleeren Raum. … Kota muss feststellen, dass im Leben meist alles anders kommt, als man denkt."

 

Kota selbst beschreibt die Beziehung der beiden wie folgt: „Schon von klein auf waren wir unzertrennlich. Dabei war er immer ein wenig der Rebell von uns beiden. Er liebte Mädchen und er liebte es, seinen Spaß zu haben. Es gab immer jemanden, der ihn unter Beschlag nahm. Doch irgendwann wurde mir bewusst, dass ich ohne ihn nicht sein kann.“

 

Die Rollen bei den beiden sind also klar verteilt: Akira ist die Diva, um die sich alles dreht, während sich der gewissenhafte Kota um alles kümmert. Leider spiegelt sich das natürlich auch in ihren Leistungen wider: Während Kota die Aufnahmeprüfung für die Uni mit Leichtigkeit schafft, hält der schöne und eitle Akira nicht allzu viel vom Lernen… Doch eigentlich ist es genau das, was Kota so sehr an seinem Freund fasziniert!

 

Und als Kota Akira seine Gefühle offenbart, werden diese zwar erwidert - dennoch ändert sich ansonsten nichts… Akira bleibt genauso faul wie zuvor! Und auch, dass Akiras Herz nun wirklich allein ihm gehört, bleibt für Kota ein unerfüllter Wunschtraum. Der bisexuelle Angebetete macht auch weiterhin viel lieber Party und bandelt mit irgendwelchen Mädels an, anstatt zu lernen und eine richtige Beziehung mit dem ernsthaften Kota einzugehen.

 

Bitter muss Kota erkennen, dass Akira ihn nur ausnutzt. Ständig schnorrt dieser sich Geld und lässt sich bedienen.

 

Zuerst einmal soll sich Akira also nun endlich einen eigenen Nebenjob suchen, um dem fleißigen Kota nicht ständig auf der Tasche zu liegen - und fängt prompt in einem Gigolo-Klub für betuchte Damen an! … Und spielt damit natürlich wieder mit Kotas Gefühlen!

 

Resigniert zieht Kota Bilanz: „Ich bin mir nicht sicher, ob er sich im Klaren darüber ist, was ich für ihn empfinde. Ich jedenfalls hab keinen Plan, was wirklich in ihm vorgeht.“

 

Doch er gibt dennoch nicht auf! Dabei fragt sich mittlerweile nicht nur Akira - sondern auch Kota selbst! - warum er denn so hartnäckig und unbedingt mit seinem Jugendfreund auf dieselbe Uni gehen will…

 

Denn Akiras Lernversuche machen leider so überhaupt gar keine Fortschritte! Und auch sein Eifer hält sich arg in Grenzen… Und so liegt ihre Beziehung auch weiterhin ziemlich im Argen…

 

Erst als Kota einen Unfall hat und im Krankenhaus landet, beginnt Akira, sich zur Abwechslung auch mal wenigstens ein bisschen um seinen Freund zu sorgen. Denn erst durch diesen Schock merkt Akira, wie viel ihm Kota eigentlich bedeutet.

 

Dennoch ist Kota inzwischen soweit, dass er Akira nicht mehr länger drängen und zu etwas bringen will, was dieser eigentlich gar nicht mag: ein so biederes und strebsames Leben wie sein eigenes…

 

Aber wenigstens Kotas wahre Gefühle sind dem in diesen Dingen ziemlich begriffsstutzigen Akira nun endlich wirklich klar geworden! Und so werden sie schließlich und endlich doch noch ein Paar…

 

Doch schon bald stellt sich heraus, dass die beiden nicht nur völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Leben habe, sondern auch von der Liebe… Und es stellt sich langsam die Frage, was denn nun eigentlich mit Akiras Uni-Karriere wird! Denn - plötzlich und für Kota völlig unerwartet! - beginnt sein Freund eine ganz andere Karriere und wird praktisch über Nacht prominent!

 

Dass das am Ende natürlich wieder neue Probleme aufwirft, zeichnet sich schon bald ab…

 

Wir müssen also mit Kota lernen, dass man andere Menschen nicht wirklich ändern kann und so nehmen muss, wie sie sind - ob einem das nun passt oder nicht…

 

Meiner Meinung nach geht Kota in seiner bedingungslosen und schon fast an Hörigkeit grenzenden Liebe ein bisschen zu weit und lässt sich viel zu viel von dem selbstverliebten Akira bieten - das sollte man sich also besser nicht zum Beispiel nehmen, auch wenn es hier am Ende doch noch gut für den Hauptprotagonisten ausgeht. Und auch Akira ist mir ein wenig zu egoistisch und ignorant, was seine Mitmenschen betrifft. Dadurch wirkt die Geschichte etwas überzogen.

 

Am Ende dieses Boys-Love-Mangas gibt es noch ein Nachwort der Autorin Hinako Takanaga, in dem sie etwas über ihre Arbeitsweise und die von ihr erfunden Charaktere Akira und Kota erzählt, und einen kurzen Bonus-Manga.

 

Die Geschichte ist schön gezeichnet, aber für meinen Geschmack mit etwas zu viel Rasterfolie versehen. Das Ganze wirkt dadurch manchmal irgendwie etwas grau… Dass die Grafik an manchen Stellen noch etwas unausgereift ist, stellt die Autorin sogar selbst fest, da es sich bei „Bittersüße Erkenntnis“ um eines ihrer früheren und nun neu aufgelegten Werke handelt, das sie nun selbst mit etwas Abstand reflektieren kann. Dennoch hat Hinako Takanaga einen sehr eigenen und wiedererkennbaren Zeichenstil.

 

Fazit:

 

Netter Boys-Love-One-Shot für Freunde dieses Genres, bei dem man sich aber manchmal dann doch über das Verhalten des Haupthelden mit all der übergroßen Geduld und Hingabe wundern muss…

 

Eure Meinung:


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Comic:

© Hinako TAKANAGA 2010

Bittersüße Erkenntnis (Oneshot)

Text & Zeichnungen:

Hinako Takanaga

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 224

Altersangabe: ab 15

Verlag: Tokyopop

Erschienen: Dezember 2010

ISBN-Code (13):

978-3-8420-0048-3

ISBN-Code (10):

3-8420-0048-0

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 12.07.2011, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40