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Blutige Rache von John Sandford

Reihe:Virgil Flowers, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

JHinter dem Pseudonym John Sandford versteckt sich eigentlich der in Minneapolis lebende amerikanische Journalist und Pulizer-Preisträger John Camp, der vor allem durch seine Krimiserie um „Detective Lucas Davenport“ bekannt geworden ist. Allerdings spielt sein Held in „Blutige Rache nur eine kleine Nebenrolle. Der Ermittler in dem Fall ist der raue und mit allen Wassern gewaschene Ermittler Virgil Flowers, der bereits dreimal verheiratet war, aber auch von seinen Ex-Frauen noch immer nicht die Finger lassen kann.

 

Während eines Schäferstündchens mit Ex Nummer 2 wird Detective Virgil Flowers zu einem Tatort gerufen. Man hat nur kurz zuvor in der schwülen Sommernacht zu Füßen eines Kriegsveteranen-Denkmals mitten in Minneapolis einen Toten gefunden. Jemand hat ihn dort kunstvoll aufgebahrt, ihn mit zwei Kopfschüssen quasi hingerichtet, nachdem man ihn entsprechend grausam folterte. Zudem steckt eine Zitrone in seinem Mund.

Und das ist kein Einzelfall, wie Virgil schon bald feststellen muss, denn eine Woche früher hat man eine ähnlich zugerichtete Leiche gefunden.

Eines ist damit klar – das kann man nur einen oder mehreren Serienkillern zuschreiben, denn die Indizien deuten immer mehr darauf hin, dass mehrere Männer oder Frauen am Werk waren. Doch warum mussten die Männer sterben, und wie viele stehen noch auf der Liste der Mörder?

So beginnt Virgil Flowers intensiv nachzuforschen, um eine Verbindung zwischen den Toten zu finden. Die Zeit läuft gegen ihn, denn niemand weiß, wie viele andere noch auf der Abschussliste der Mörder stehen.

Er merkt schon bald, dass man ihm bei den Ermittlungen Steine in den Weg wirft, doch das lässt ihn noch intensiver nachforschen.

Als er endlich weiß, warum die Männer sterben müssen, gerät er selbst in Gefahr, denn es gibt noch eine dritte Partei, die aufgrund brisanter politischer Entwicklungen das Schweigen gewahrt haben möchten.

 

Was wie ein ganz normaler Kriminalfall aussieht, weitet sich schon bald zu einer internationalen Affäre aus. Gerade die Entwicklung bis zu diesem Punkt ist sehr spannend geschildert, da sich auch dem Leser die Machenschaften nur nach und nach enthüllen und sie nicht unbedingt viel klüger sind als der Ermittler.

Dann aber fällt das Buch schlagartig in Spannung und Atmosphäre ab, da alles sehr vorhersehbar wird, und man eigentlich mehr Sympathien für die Mörder als für ihre Opfer bekommt. Denn diese erweisen sich als längst nicht so unschuldig, wie sie gewirkt haben, und ihre Verbrechen sind lange nach dem Vietnamkrieg geschehen. Auch wenn die Killer nicht gerade zimperlich sind, so sind ihre Beweggründe schmerzlich nachvollziehbar.

Das verbindende Element – der Ermittler Virgil Flowers bleibt eher blass, auch wenn er ein paar markante Charakterzüge hat. Aber er ist nicht wirklich der Held, den man erwartet und bleibt ziemlich an der Oberfläche. Ihm fehlt das Charisma, um das Interesse des Lesers anzuziehen.

Auch die Auflösung ist schon früh vorher zu ahnen und weicht auch nicht unbedingt von Schema F ab.

 

Alles in allem ist „Blutige Rache“ zwar solide Unterhaltung, verliert aber gerade in der zweiten Hälfte der Geschichte sehr an Spannung und Atmosphäre.

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Buch:

Blutige Rache

Autor: John Sandford

broschiert, 347 Seiten

Goldmann, München, erschienen Juli 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Sonja Hauser

Titelbild von Trevillion/Ute Klaphake

ISBN-10: 3442470617

ISBN-13: 978-3442470617

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.10.2009, zuletzt aktualisiert: 05.10.2018 18:46