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Blutmariechen von Martina Straten

Rezension von Christel Scheja

 

Martina Straten ist Düsseldorferin, Journalistin und Germanistin. Seit sie die Liebe zum Radio entdeckte, arbeitete sie ab 1997 beim RTL Radio und wechselte dann nach Radio Salü im Saarland. Sie lebt heute mit ihrer Familie am Rande des Hunsrück. Seit 2018 veröffentlicht sie auch Thriller. Ihr neustes Werk hängt nicht mit den anderen zusammen, ist aber nicht minder spannend, denn in Blutmariechen geht es ordentlich zur Sache.

 

Sie alle haben eines gemeinsam, sie sind jung, schön und teilen die Leidenschaft fürs Tanzen, sei es nun nun in Bauchtanzkursen, beim Ballett oder einfach nur in der Disco. Und genau das macht sie zur idealen Beute eines Mannes, der einen unstillbaren Hass in sich trägt und immer wieder in den gleichen Rausch verfällt. 
Nach außen hin ist er ein biederer Bürger mit Frau und zwei Töchtern, aber in sich erwacht immer dann ein dunkler Drang, wenn er es mit jemandem zu tun bekommt, der auf irgend eine Weise tanzt. So fällt ihm auch die junge Anna ins Auge, die als Funkenmariechen in einer Garde aktiv ist und er weiß, er muss sie haben …  

Was als erstes ins Auge fällt ist der interessante Stil der Autorin. Sie erzählt ihre Geschichte stakkatoartig in kurzen Hauptsätzen und zieht den Leser so in den den Bann der Handlung. Denn diese wird nüchtern, ohne Schnörkel und lange, ausschweifende Erklärungen durchgezogen. 
Die Autorin versucht nicht zu erklären, sondern präsentiert dem Leser einfach wertfrei die Gedanken und Gefühle der Figuren. So lernt man vor allem Simon mit der Zeit besser kennen und verstehen, warum er so tickt. Die Hinweise sind gelungen in den Rückblenden eingeflochten.
Und auch seine Opfer bleiben nicht gesichtslos, erhalten bis auf eines Stimme und Geschichte, die sie ähnlich lebendig machen wie die letzte in der Reihe. Aber Anna hat einen Vorteil gegenüber den Mädchen, die vor ihr kamen.
Die Handlung ist klug aufgebaut, nach und nach baut sich das Psychogramm des Opfers auf, auch wenn die Autorin da auf den ersten Blick Klischees benutzen mag. Andererseits sind diese oft gar nicht so weit von der Realität entfernt. Und wie man es von einem richtigen Psycho-Thriller erwarten darf, so gibt es am Ende auch einen bösen Twist, der der Geschichte aber den richtigen Biss gibt.
Vielleicht ist die Geschichte stilistisch und inhaltlich etwas sperriger als andere Romane des Genres, aber gerade der Verzicht darauf, alles plausibel erklären zu müssen, hebt das Buch ein wenig von der Masse ab.

Fazit:
Als Psychothriller funktioniert »Blutmariechen« ausgezeichnet, denn in der Handlung steckt mehr als man vielleicht auf den ersten Blick erwarten mag. Die Autorin präsentiert den Serienkiller auf eine höchst eigenwillige, aber dadurch auch interessante Art und Weise.

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Eure Meinung:

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Buch:

Blutmariechen
Autorin: Martina Straten
Selbstverlag, November 2020
Taschenbuch, 331 Seiten

ISBN-10: 3982225019
ISBN-13: 978-3982225012

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-ASIN: B08N53C4ZV

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.02.2021, zuletzt aktualisiert: 23.02.2021 19:15