Bolt - Ein Hund für alle Fälle (Xbox360)
 
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Bolt - Ein Hund für alle Fälle

Rezension von Björn Backes

 

Disneys neues Hundeabenteuer „Bolt“ hat unlängst wieder Scharen von Kinobesuchern in die Lichtspielhäuser gelockt und den hauseigenen Erfolg des Animationsfilms weiter forciert. Gewohntermaßen wird bei einem solchen Unterfangen auch der Videospiel-Sektor mit einem Ableger bestückt. Und für gewöhnlich fallen die entsprechenden Titel im Vergleich zum Vorbild auf der Leinwand auch in schöner Regelmäßigkeit durch alle Tests. Ob es bei „Bolt – Ein Hund für alle Fälle ähnlich ausschaut soll diese straffe Analyse nun zutage bringen.

 

Inhalt:

Immerhin haben die Entwickler sich schon einmal insofern kreativ gezeigt, dass sie die Story des Kinostreifens nicht komplett übernommen haben und man das Gesamtszenario im Konsolenabenteuer peu a peu nachspielen muss. Was bleibt sind eigentlich nur die Hauptfiguren, die sich mit dem plötzlichen Verschwinden von Pennys Vater auseinandersetzen müssen. Schnell ist der Übeltäter gefunden: Calico möchte erneut die Weltherrschaft an sich reißen und verlangt von seinem Gefangenen, dass dieser ihm die ultimative Waffe baut. Nun ist es an Bolt und seiner Partnerin, den Bösewicht ausfindig und schließlich unschädlich zu machen.

Die Geschichte klingt zwar nicht sonderlich innovativ, ist als Unterbau für ein derartiges Action-Abenteuer aber wirklich gut geeignet. Die beiden Hunde reisen durch die ganze Welt und suchen in 25 verschiedenen Nationen nach Pennys Vater. Von Italien nach China führt die Reise, und erwartungsgemäß haben die Designer auch sehr schön an die kulturellen Gegebenheiten des jeweiligen Landes angepasst. Die Rahmenbedingungen sind also wirklich gut – was ist nun mit der Action selber?

Tja, und schon wären wir am wunden Punkt von „Bolt – Ein Hund für alle Fälle“ angelangt. Das Spiel entpuppt sich nämlich auf kurz oder lang als ein zwar lustig animiertes, insgesamt aber sehr eintönig aufgebautes Prügelspiel, bei dem lediglich die eigenwilligen Protagonisten aus der Masse herausstechen. Im steten Wechsel setzt man die Pfoten von Bolt und Penny dazu ein, die zahlreichen Feinde aus dem Weg zu räumen und dabei ordentlich zu vermöbeln, bei Bedarf sogar mit einigen ominösen Spezialattacken. Situationsabhängig bellen die beiden Hunde sogar ihre Gegner in die Flucht, wenn sie nicht gerade ihren grünen Laser einsetzen, um die Feinde einzuschüchtern. Das Problem: Die verschiedenen Varianten sind quantitativ stark limitiert und bieten langfristig keine Abwechslung. Zwar werden die späteren Levels kontinuierlich härter (wenn man auch sagen muss, dass „Bolt“ kein sonderlich kniffliges Spiel ist), doch da man sich auch in den nachfolgenden Ländern immer wieder auf dieselben Moves beruft, ist Monotonie trotz der spaßigen Darstellung leider vorprogrammiert.

Was im Übrigen nicht so gut gelingt, ist den Witz der Hundeaction auch ins Videospiel zu integrieren. Es sieht zwar witzig aus, wenn die beiden Helden ihre Pfoten schwingen oder sich mit übernatürlichen Eigenschaften zur Wehr setzen, doch letzten Endes ändert sich am Spielaufbau gegenüber den ‚herkömmlichen’ Action-Games mit Jump & Run-Elementen nicht viel. Man hangelt, man springt, man haut, man kickt, und wenn es denn mal sein muss, nimmt man auch mal die Beinchen in die Hände und tritt die Flucht an. Auf den Punkt gebracht: Es geschieht nichts Ungewöhnliches, mal davon abgesehen, dass unsere Helden in diesem Fall auf vier Füßen stehen. Dies alleine als Ausgangslage für 25 Levels ohne große Flexibilität? Naja, so ganz funktionieren mag das nicht…

 

Technik/Grafik:

Während das Gameplay auf Dauer einfach zu wenig Tiefe und spielerisches Potenzial bietet, kann sich die Grafik von „Bolt“ wirklich sehen lassen. Die Hintergründe sind stimmig getsaltet, so dass die einzelnen Welten auch richtig gut zur Geltung kommen. Hinzu kommen durchweg weiche Abläufe und flüssige Animationen, die zwar insgesamt nicht ganz so stark sind wie auf der Leinwand, dem dortigen Abenteuer aber kaum in etwas nachstehen. In Sachen Präsentation gehören die kritischen Daumen also zu guter Letzt nach oben.

Von der technischen Seite betrachtet gibt es ebenfalls nix zu meckern. Das Handling ist relativ easy, die Framerate stabil und die Spielübersicht makellos. Die Aufarbeitung des Backgrounds verdient daher berechtigterweise auch ein dickes Lob.

 

Spielspaß:

Der Spielspaß des neuen THQ-Titels ist leider jedoch grenzwertig. Anfangs ist das Ganze noch ziemlich aufregend. Man lernt die beiden Hunde und ihre Fähigkeiten kennen, ertappt sich selber häufiger beim Schmunzeln ob der witzigen Animationen und staunt auch noch über den recht abwechslungsreichen Aufbau der ersten zwei bis drei Etappen. Doch nach nicht allzu langer Zeit wiederholen sich die Inhalte immer wieder und machen das Gameplay auf Dauer richtig steif. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass schon zur Hälfte des Abenteuers ein Teil der Luft raus ist, weil im Laufe der Zeit aufgrund der mangelnden Flexibilität der Reiz verloren geht. Es ist alles viel zu gewöhnlich und auch bei den ungewöhnlichen Charakteren immer wieder nah am durchschnittlichen Standard dran. „Bolt – Ein Hund für alle Fälle“ macht sicherlich Spaß, und man gibt auch keine Ruhe, bis man endlich an den Credits angekommen ist – doch der Weg dorthin ist letzten Endes zäher, als er sein könnte und sollte.

 

Fazit:

Auch wenn die Hintergrundgeschichte neu ist und sich das Entwicklerteam redlich darum bemüht hat, ein wenig Distanz zum gleichnamigen Kinoabenteuer zu schaffen, kann sich „Bolt“ nicht so recht von der üblichen Problematik der Disney-Lizenzspiele abheben. Zu wenig Abwechslung und einige weniger spannende Levelaufbauten verhindern schließlich, dass die einzelnen guten Ansätze auch zu einem guten, insgesamt empfehlenswerten Abschluss kommen.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240301062044fa00fdb4
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Bolt - Ein Hund für alle Fälle

System: XBox 360

Publisher: Disney Interactive

USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B001JINYPU

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.03.2009, zuletzt aktualisiert: 09.01.2015 13:08, 8368