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Bone (Taschenbuch-Ausgabe, Bd. 1)

Rezension von Martina Klein

 

"Fone, Smiley und Phoney Bone müssen aufgrund krummer Geschäfte aus Boneville fliehen. Ungewollt verlieren die Cousins sich aus den Augen. Einer nach dem anderen gelangen sie in ein Tal, das mit wundersamen bis grausigen Kreaturen bevölkert ist. Der sprechende Käfer Ted, die mutige Thorn, ihre Kampf erfahrene Grandma, ein roter, rauchender Drache und dämliche Rattenmonster sind ihre Weggefährten auf der halsbrecherischen Reise in das größte Abenteuer, das ein Bone je erlebt hat!" So steht es hinten auf dem Buch.

 

Die Bones sind knubbelige kleine Kerle, die zwar superputzig aussehen, sich aber durchaus in der Welt der Menschen zu behaupten wissen. Trotz ihres niedlichen Aussehens sind sie keine „Gummipuppen“, auch wenn die Menschen in der Geschichte sie zum Teil so sehen.

 

Die Geschichte beginnt in der Wüste. Die drei Bone-Cousins - der stets freundliche Fone, der gerissene und geldgierige Phoney und der ziemlich dämliche Smiley - haben sich verirrt. Kurz nachdem sie eine geheimnisvolle Karte gefunden haben und sich schon in Sicherheit und fast wieder daheim in Boneville glauben, geraten sie in einen Heusreckenschwarm und werden in dem Tumult getrennt.

 

Fone hat Glück und findet einen geheimnisvollen Beschützer vor den mannigfaltigen Gefahren - genauer gesagt vor den zwei unangenehmen Rattenmonstern (das sind große, haarige und gefräßige Gestalten - eben eine Kreuzung aus Ratten und Monstern - dabei aber ziemlich dümmlich...), die den armen Fone Bone unbedingt auffressen wollen...! Sein Retter ist der große, rote und vor allen Dingen kettenrauchende oben erwähnte Drache. Doch sowohl von dem einen (den Rattenmonstern...) als auch von dem anderen (dem Drachen...) ahnt der kleine Bone (zunächst!) nichts...

 

Mit Hilfe der Karte erreicht er das erwähnte Tal. Dort trifft er Ted, die Wanze. Nach anfänglichen Schwierigkeiten verstehen sich die beiden gut, und Ted will Fone Bone helfen, wieder nach Hause zu finden. Doch leider verlieren sich die beiden vorerst wieder aus den Augen...

 

Und dann kommt auch noch - und zwar ziemlich abrupt! - der Winter! Fone sitzt im Tal fest. Er findet jedoch schnell Freunde in einer Oppossum-Familie, bestehend aus der Mama und drei vorwitzigen Kindern. Die Kinder lieben ihn, und das nicht erst, als er sie - mit geheimer Hilfe des Drachens (an dessen Existenz übrigens niemand außer Fone Bone glaubt...)! - vor den beiden Rattenmonstern rettet.

 

Als der Winter schon fast vorbei ist, trifft er im Wald auf die schöne Thorn, eine junge Menschenfrau - und verliebt sich in sie! Thorn ist der erste Mensch, dem Fone Bone im Tal begegnet. Zwar weiß Thorn nicht soviel von der Welt, wie die Wanze Ted über sie behauptet, und kann Fone Bone nicht den Weg zurück nach Boneville weisen. Dennoch hilft sie ihm und bringt ihn zu ihrer weisen und klugen Gandma, eine toughe alte Dame, die Rennkühe züchtet und sich in absolut keiner Lebenslage die Butter vom Brot nehmen lässt. Doch die kann dem kleinen Fone Bone vorerst auch nicht weiterhelfen...

 

Schnitt - ab hier wird aus der Sicht von Phoney Bone weitererzählt! Auch er ist nach der Trennung von seinen beiden Cousins erst mal allein - und stinksauer deswegen (Zitat: "Mann, tue ich mir Leid!") - besonders auf Fone Bone, den er natürlich für den Schuldigen hält - an ihm selber kann es ja schließlich nicht liegen...! Und auch er trifft als erstes auf die Wanze Ted. Herrisch verlangt er Hilfe, und Ted führt ihn zu - Thorns Grandma Ben! ... Wo er sich natürlich auch gleich wieder unbeliebt macht! Doch wenigstens sind Phoney und Fone Bone jetzt wieder vereint! Fehlt also nur noch Smiley, damit das Trio wieder komplett ist!

 

Fone ist sich sicher, dass auch Smiley in dem mysteriösen Tal gelandet ist, da vor geraumer Zeit einen von Smileys typischen Zigarrenstummeln als Indiz gefunden hat. Doch zunächst hilft ihm das bei der Suche auch nicht weiter...

 

Phoney hingegen macht mittlerweile mit seiner penetranten Art beinahe alles auf einen Schlag kaputt, was Fone an Freundschaft zu Thorn und ihrer Grandma aufgebaut hat. Und dabei möchte Fone so gern bei Thorn, in die er sooo verliebt ist, und der Oma auf deren Hof bleiben...!

 

Phoney war daheim in Boneville der reichste und einflussreichste Bone. Dass er das jetzt im Moment nicht mehr ist, macht ihm übel zu schaffen! Wegen seiner Raffgier sitzen die drei Bones jetzt in der Tinte. Wir erfahren, dass er in Boneville schon des Öfteren Ärger hatte wegen seiner „guten Geschäftsideen“...! Der Grund, warum er dieses Mal aus Boneville verjagt wurde, ist: Er hatte mittels eines riesigen Ballons, der seinen Konterfei trug, der Statue des Stadtgründers und – nicht zu vergessen! – einer großen Menge verdorbener Zwetschgen um ein Haar eine Katastrophe verursacht... (Die Story ist wirklich seeehr witzig, möchte ich hier nicht vorweg nehmen!)

 

Doch zunächst wollen Fone und Phoney gemeinsam mit Thorn und Grandma in das nahe gelegen Dorf Barrelhaven fahren, wo die alte Dame im Rahmen des Frühlingsfestes beim alljährlichen und legendären Kuhrennen gegen eine Horde Rennkühe antritt - und gewinnt! Und da der fehlende Cousin Smiley Rennen liebt, hoffen die beiden anderen Bones, ihn dort zu finden.

 

Phoney hingegen wittert zusätzlich ein Riesengeschäft, als er hört, wieviel die Bewohner des Tals dabei für gewöhnlich auf Grandma Ben wetten...! Also macht er sich heimlich schon früher auf den Weg nach Barrelhaven, um sein improvisiertes "Wettbüro" klarzumachen. Auf dem Weg dahin trifft er auf die beiden Rattenmonster, deren Bekanntschaft vorher auch schon Fone Bone gemacht, und ihren Anführer Kingdok.

 

Die beiden Rattenmonster haben eigentlich den Auftrag, Phoney Bone, den sie wegen seines Pullovers mit Sternaufdruck nur den "Sternträger" nennen, zu fangen, aber selbst dazu stellen sie sich zu dämlich an... Nicht mal bei dem harmlosen Fone ist ihnen das ja wie oben erwähnt gelungen...! Also starten sie jetzt - natürlich unter der Leitung ihres Anführers Kingdok, alleine sind sie dazu ja gar nicht fähig! - eine großangelegte Aktion, um das Problem, das sie allem Anschein nach mit den Bones haben, ein für alle Mal zu lösen - also Phoney und am besten auch noch gleich die beiden anderen Bones - sicher ist sicher! - zu beseitigen. Auf Geheiß eines geheimnisvollen Vermummten mit einem Kapuzenumhang, über den wir erst mal nicht viel mehr erfahren, als dass er ein wirklich großer Bösewicht ist, formieren sie sich dazu zu Tausenden (!) in großen Heeren...

 

Nur dank der beherzten Grandma Ben überleben Fone und Thorn den darauf folgenden Rattenmonster-Angriff auf den Hof. Sie fliehen in den Wald, während Grandma Ben ihren Hof alleine - aber sehr erfolgreich! - weiter verteidigt. Doch auch im Wald sind sie nicht sicher, es sind einfach zu viele Rattenmonster...

 

Währenddessen in Barrelhaven versucht Phoney, seinen Plan mit dem Kuhrennen-Wettbüro weiter umzusetzen – und trifft stattdessen unversehens auf den dritten fehlenden Bone-Cousin Smiley, der sich dort als Bedienung in der Spelunke von Lucius Down, einem alten Freund und Verehrer von Grandma Ben verdingt. Die Wiedersehensfreude ist groß!

 

Doch schnell gerät Phoney auch in der Kneipe, die wie der Ort „Barrelhaven“ heißt, in Schwierigkeiten, da man dort sein heißgeliebtes Boneville-Geld nicht akzeptiert – damit hat er nun wirklich nicht gerechnet!

 

Fone Bone und Thorn stecken inzwischen immer noch in wirklich ernstzunehmenden Schwierigkeiten – sie sind umzingelt von Rattenmonstern! Und sie alle wollen Fone! Doch der hat zum Glück wieder seinen Schutzengel: den großen, roten Drachen! Und endlich sieht auch Thorn, die ja eigentlich nicht an Drachen glaubt, dass der Drache nicht nur in Fones Einbildung existiert! Zusammen hetzen sie zurück zum Hof von Grandma. Doch sie kommen zu spät, dort ist alles niedergebrannt...

 

Doch Rose „Grandma“ Ben sollte man nicht unterschätzen! Ganz alleine hat sie die Rattenmonster in die Flucht geschlagen! Zu seiner Überraschung erfährt Fone, das nicht nur seinem kleinem Freund, der Wanze Ted, der geheimnisvollen Drache längst bekannt ist, sondern auch der Grandma, die aber merkwürdigen reserviert, auf Fones feuerspeienden Retter reagiert... Grandma Ben verdächtigt Fone zu Unrecht, dass er das eigentliche Ziel des Rattenmonster-Angriffs war. Doch in Wahrheit ist – wie immer! – Phoney Bone der Grund allen Übels!

 

Da Phoneys Geld in der Kneipe von Lucius nicht akzeptiert wird, muss er nun, genau wie sein Cousin Smiley, dort seine Zeche abarbeiten. Die beiden wollen aus der Not eine Tugend machen und beschließen, den Job für ihr Wettbüro beim Kuhrennen, bei dem wie gesagt Grandma Ben gegen die Rennkühe antreten wird, zu nutzen. Um Phoney zu zitieren: „Das wird ein Kinderspiel! Wir lassen alle auf die falsche Kuh setzen und wenn Grandma Ben gewinnt, sind wir reich!“ Dazu soll Smiley im Kuhkostüm verkleidet als neue „Wunderkuh“, auf die dann alle wetten sollen, gegen Grandma Ben antreten und sie dann gewinnen lassen. Vorher wollen die beiden Bones das Gerücht streuen, dass Grandma Ben mittlerweile zu alt für das Rennen ist und langsamer wird... Also wieder mal einer von Phoneys todsicheren Plänen. Problem nur: „... aber was hast du davon? Die Leute wetten ja nicht um Geld!“ Sondern nur um Naturalien. Doch auch da will sich Phoney (der eigentlich Phoncible P. Bone heißt, doch das nur nebenbei...) etwas einfallen lassen...

 

Als Grandma Ben, Thorn und Fone pünktlich zum Frühlingsfest und dem Kuhrennen in Barrelhaven ankommen, treffen die drei Cousins endlich wieder aufeinander. Einerseits freut sich Fone, endlich wieder mit seinen Vettern zusammen zu sein, andererseits bedeutet das auch, dass er nun bald Abschied von der geliebten Thorn nehmen muss, da es ja nun zurück nach Boneville gehen soll. Also ist er auf dem Frühlingsfest anfänglich ziemlich bedrückt. Als auch noch ein Honigverkäufer auf dem Fest mit Thorrn flirtet, wird er ziemlich eifersüchtig. Es kommt zum Streit. Aber Thorn hält dann doch zu Fone und verteidigt ihn. Sie sieht in dem kleinen Bone inzwischen einen guten Freund und merkt gar nicht, wie verliebt er in sie ist.

 

Währenddessen läuft Phoneys und Smileys Wettbüro auf Hochtouren. Alle wetten auf die neue „Wunderkuh“. Natürlich bekommt Grandma Ben davon Wind, dass plötzlich keiner mehr auf sie wetten will, und ist deshalb sehr geknickt.

 

Nebenbei erfahren wir, dass Thorn schon seit ihrer Kindheit, an die sie sich kaum erinnern kann, immer wieder denselben Albtraum hat, in dem unter anderem auch der große, rote Drache vorkommt. Sie erzählt Fone davon, ist sich aber selber (noch?) nicht sicher, was das Ganze zu bedeuten hat... Fone ist zwar gerne ihr Freund, und freut sich, wenn sie sich ihm anvertraut, dennoch hat er großen Liebeskummer: „... Sie ist so schön... und ich bin bloß ein drolliger Kerl.“

 

Dann kommt endlich der große und lange erwartete Tag des Kuhrennens! Und Lucius, der Wirt, deckt gerade noch rechtzeitig den Schwindel mit der „Wunderkuh“ auf und durchschaut Phoney nun – im Gegensatz zu den anderen Dorfbewohnern, die wesentlich naiver sind als er. Das Rennen beginnt nun bald, und alle haben auf die Wunderkuh gewettet – bis auf einen: Lucius Down! Er setzt buchstäblich in letzter Minute auf Rose „Grandma“ Ben – und zwar alles, was er besitzt, also seine gesamte Kneipe! Phoney ist entsetzt. Sein schöner Plan scheint wieder mal zu zerplatzen wie eine Seifenblase! Die einzige Chance ist: Smiley im Kuhkostüm muss das Rennen nun also doch gewinnen – und zwar unbedingt! Dann fällt der Startschuss...

 

Währenddessen und wegen des ganzen Trubels unbemerkt steckt Fone Bone schon wieder in großen Schwierigkeiten mit den Rattenmonstern. Einzig Thorn fällt auf, dass er nicht zum Rennen erschienen ist, und macht sich Sorgen. Alle anderen sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Das Rennen hingegen verläuft ziemlich turbulent und endet – Dank der Rattenmonster und nicht zuletzt natürlich der Bones! – in einem großen Crash – und Grandma Ben gewinnt! Wie immer! Um sie selbst zu zitieren: „Mein lieber Scholli! Das war das beste Renn aller Zeiten! Aber jetzt rechne ich mit den Bone-Jungs ab!“

 

Das Ergebnis der Geschichte: Die Bones müssen wieder fliehen, diesmal aus Barrelhaven, und mit ihnen Grandma Ben, Thorn und Lucius. Sie fahren gemeinsam zu Grandma Bens verstecktem Hof in den Wald.

 

Die Bones sind also der Schlüssel zu allem Unheil im Tal, das erkennt nun auch Grandma Ben. Aber am Ende bleiben mehr Fragen offen als aufgeklärt werden...

 

Wie man schon an dieser Kurz(!)-Zusammenfassung erkennen kann, braucht man seehr lange, um allein diesen ersten Band der Reihe zu lesen! Die Story wird wirklich unglaublich ausführlich und romanhaft, fast schon episch, erzählt.

 

„Bone“ ist eine 1991 geschaffene Comicserie von Jeff Smith. Sie avancierte – zu Recht! – zu einer der wichtigsten US-amerikanischen Comicschöpfungen der 1990er Jahre und wurde mit zahlreichen Preisen wie dem Eisner Award und dem Harvey Award ausgezeichnet, um aus der Internet-Enzyklopädie Wikipedia zu zitieren.

 

Der Comic erinnert an die guten alten klassischen Disney-Comics. Und auch vom Zeichenstil her ist „Bone“ ein klassischer Comic im Stil von Disney und insbesondere von Carl Barks. Die Zeichnungen sind stilistisch perfekt und lassen einen brillanten Zeichner erkennen. Nur leider sind sie meiner Meinung nach vom Buchformat her viel zu klein wiedergegeben. Dadurch ist auch die Schrift leider ziemlich klein und man braucht fast eine Lupe. Schade, denn eigentlich würde sich der hervorragende Comic sicher auch in einer größerformatigen Ausführung gut verkaufen lassen.

 

Nichtsdestotrotz ist das Buch echt dick, und man hat wirklich eine lange Zeit daran zu lesen und kann richtig versinken im abenteuerlichen „Bone“-Universum. Auch ich bin jetzt ein großer „Bone“-Fan!

 

Das Cover ist schlicht und dadurch grafisch sehr stark gestaltet. Mit dem matten Hintergrund und der darauf glänzenden Figur ist es sehr schick.

 

Fazit:

 

"Bone" ist super – inhaltlich und zeichnerisch! Also unbedingt lesen! Ein Muss für jeden echten Comic-Fan!

 

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Comic:

© by Jeff Smith

Bone (Taschenbuch-Ausgabe, Bd. 1)

Story & Zeichnungen: Jeff Smith

Format: Softcover, broschiert

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 254 Seiten

Altersangabe: ab 10

Verlag: Tokyopop

Erschienen: Oktober 2006

ISBN-Code (13):

978-3-86580-791-5

ISBN-Code (10):

3-86580-791-7

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 11.08.2007, zuletzt aktualisiert: 25.02.2015 10:16