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Bordbuch Delta VII

Reihe: Mark Brandis – Weltraumpartisanen Band 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

Mark Brandis dürfte bei allen gute Erinnerungen hinterlassen habe, die sich schon als Kinder zwischen 1970 und 1990 für Science Fiction interessierten, denn die Serie wusste spannende Abenteuer mit durchaus ernsten Themen zu verbinden und glaubwürdige Helden zu präsentieren, die eben keine Supermänner waren, sondern Personen, denen man auch über den weg laufen könnte – mit Schwächen und Fehlern. Nach einer langen Hörspielserie erscheinen nun auch die vier ersten Romane in Comicform. „Bordbuch Delta VII“, der erste Band von „Mark Brandis – Weltraumpartisanen ist nun erschienen.

 

In der Mitte des 22. Jahrhunderts scheint alles friedlich zu sein, auch wenn die Erde in zwei Machtblöcke aufgeteilt ist, die sich misstrauisch beäugen. Aber es bleibt genug Zeit, um das Sonnensystem zu erkunden, Stützpunkte auf Mars und Venus und einigen Asteroiden zu errichten und Stationen im All. Vor allem die VEGA, eine private und neuttrale Organisation tut sich in der Entwicklung immer besserer Raumschiffe hervor.

Mark Brandis gehört zur Besatzung der „Delta VII“, dem bisher schnellsten bekannten Schiff. Der zum Captain degradierte ehemalige Commander hadert noch immer mit dem, was ihm sein Kommando gekostet hat, aber er folgt seinem jetzigen etwas steifen Kommandanten Harris ohne Widerrede.

Nach langem Testflug kehrt das Schiff nach Hause zurück, doch etwas hat sich verändert. Ein texanischer General schickt sich an, die Union zu übernehmen und in ein Terrorregime zu verwandeln. Die Crew gerät sehr schnell zwischen die Fronten, denn man fordert von ihnen, das Schiff und die im Bordbuch gespeicherten Daten zu übergeben. Nun ist es an den Männern – vor allem an Captain Brandis, zu entscheiden, was zu tun ist – sich dem neuen Herren über die Hälfte der Erde unterzuordnen, oder sich gegen ihn zu stellen, indem man den noch amtierenden Präsidenten Hirschmann rettet, ehe er ganz zu einer Galionsfigur des aufrührerischen Generals werden kann.

 

Michael Vogt folgt in seiner Comic-Adaption sehr klar der Handlung des Romans, so dass es natürlich keine besonderen Überraschungen gibt, wenn man die Bücher bereits gelesen oder das Hörspiel genossen hat. Aber das sollte den wahren Fan nicht stören, bekommt er doch nun erstmals eine interessante Visualisierung zu sehen, die die Figuren und deren Umgebung in Bilder umwandelt. Sie sind ein Kompromiss zwischen der Zeit, in der die Romane entstanden sind – und den damaligen Vorstellungen von futuristischer Architektur und Umwelt – und der Technik, die ja in den letzten vierzig Jahren auch nicht stehen geblieben ist.

Die Veränderungen sind aber so subtil, dass es gar nicht auffällt, sondern sich harmonisch in das Bild einfügt, das man von der Serie bekommt. Das werden vor allem die genießen, die durch den Comic das erste Mal mit der Serie in Berührung kommen und trotz eines gewissen Retro-Flairs doch nicht über die Geräte lachen müssen, die die Helden nutzen.

Inhaltlich ist die Geschichte zwar etwas gestrafft worden, aber, die wichtigen Elemente, die die Serie so aus der Masse heben sind durchaus zu finden. Da ist einmal die wackelige Struktur der Europäisch-Afrikanisch-Amerikanischen-Union, die sich in einem angespannten Verhältnis zum anderen Machtblock, den Vereinten Orientalischen Republiken befindet und so leicht durch einen „starken Mann“ erschüttern kann. Dann der aufstrebende Diktator, der zusammen mit seinen Verbündeten gleich die Stellen besetzt, von denen aus er die Kontrolle hat.

Letztendlich stehen die Helden bei ihrer Ankunft zwischen dem, was sie gelernt haben – die Befehlshierarchie zu befolgen und ihren Vorgesetzten zu gehorchen und ihrem Gewissen, das sehr genau unterscheiden kann, was nun richtig und was falsch ist. Die Entscheidung ist aber klar und bringt das Abenteuer in Gang, dass auch dem actionverwöhnten Leser einiges bietet.

Der Auftakt der vierteiligen Saga ist auf jeden Fall mehr als gelungen, denn Zeichnungen und Inhalt bieten das, was man sich wünscht, den vielschichtigen Einblick in eine Zukunft, in der einiges leider sehr bekannt vorkommen mag und zugleich auch Helden mit Ecken und Kanten.

 

Es lohnt sich durchaus einen Blick in „Mark Brandis – Weltraumpartisanen“ zu werfen, denn das spannende Weltraumabenteuer bietet schon im ersten Band „Bordbuch Delta VII“ weitaus mehr als reine Action. Der facettenreiche Auftakt macht jedenfalls Lust auf mehr. Fans und Neuleser werden sich vermutlich gleichermaßen wohl fühlen, denn die Handlung bietet die Atmosphäre der Romane und regt gelegentlich auch schon einmal zum Nachdenken an.

 

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Eure Meinung:

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Comic:

Bordbuch Delta VII

Reihe: Mark Brandis – Weltraumpartisanen 1

Vorlage: Nikolai von Michalewsky

Panini Verlag, 10/2016

Titelillustration und Zeichnungen: Michael Vogt

 

ISBN-10: 3957988098

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 31.10.2016, zuletzt aktualisiert: 14.07.2019 13:58