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Bratz Kidz Party

Rezension von Björn Backes

 

Die glamouröse Welt der Bratz hat sich unlängst auch auf die gängigen Videospielkonsolen ausgebreitet. Nach „The Movie“ folgt mit „Kidz Party“ nun auch schon der zweite Ableger für die Nintendo Wii, in dem die feschen Mädels mal wieder alles darum geben, ihr Äußeres mit feinsten Accessoires und netten Kleidungsstücken zu schmücken und einfach nur eine gute Figur abzugeben. Diesmal ist der Anlass jedoch schon ein bisschen verrückt: Eine Pyjama-Party dient als Aufhänger für die ‚Verschönerungs-Ambitionen’ der Protagonistinnen – und präsentiert sich ähnlich abgedreht wie der Vorgänger.

 

Inhalt:

Pyjama-Party? Eine nette Idee, zweifelsohne, doch zunächst kann man sich noch nicht so recht vorstellen, was in diesem Rahmen inhaltlich geboten sein soll. Immerhin, interessant klingt es ja schon – mehr aber leider nicht, denn insgeheim ist auch die „Bratz Kidz Party“ nichts anderes als eine kleine Sammlung von mehr oder minder unspektakulären Mini-Spielchen, die hinsichtlich ihrer jeweiligen Anforderungen so anspruchslos sind, dass selbst die jüngere Zielgruppe Schwierigkeiten haben dürfte, sich langfristig für einen weiteren Durchgang zu motivieren. Sieht man mal von den ganz witzigen Kissenschlachten ab, die man aber mit ein wenig Übung schon spielerisch für sich entscheiden kann, ist die Auswahl recht bescheiden. Ein Auftrag besteht zum Beispiel daran, eine Pizza kreativ zu dekorieren. Also wählt man aus den gegebenen Zutaten einen kleinen Mix aus und vergleicht später mit den Dekorationen der manuellen oder AI-gesteuerten Gegnerinnen. Naja, Spielwitz schaut anders aus. Bei Disziplinen wie dem Schlafsackhüpfen wiederum geht das Feeling schon bei der nervigen Steuerung verloren. Selbst der Test bei den jungen Sprösslingen zeigte, dass hier das Potenzial schnell an seine Grenzen kommt. Reiz? Fehlanzeige.

Das Spielsystem ist unterdessen schon so aufgebaut, dass man seine Bratz-Charaktere kontinuierlich mit neuen Kleidungsstücken ausstattet und ein wenig am jugendlichen Glamour der Figuren feilt. Im Album-Modus spielt man nacheinander eine selbst ausgewählte Kombination der kleinen Spiele, heimst bei entsprechendem Erfolg den Lohn in Form vom Sternen ein, die man später wiederum im Shop gegen neue Artikel eintauschen kann. Dabei spielt man auch immer wieder neue Disziplinen frei, bis man schließlich das Gesamtpaket aus gerade mal 13 Wettbewerben verfügbar gemacht hat. Alle Spiele kann man später dann auch im schnellen Spiel noch einmal anvisieren und zumindest ein bisschen selektieren. Doch da die Anforderungen generell sehr niedrig sind, geht – wie bereits klar hervorgehoben – die Lust relativ schnell flöten.

 

Technik/Grafik:

Die grafische Präsentation von „Bartz Kidz Party“ ist schillernd und bunt, dies aber auch nur im Rahmen der Möglichkeiten der Wii-Hardware. Die Figuren beispielsweise wirken ein wenig klobig und steif, die Hintergründe wiederum sind in Sachen Farbgebung schon fast reizüberflutend, zumal hier nicht gut differenziert wird. Ergo: Die Grafik passt sich größtenteils den bescheidenen Eindrücken beim Gameplay an.

In Sachen Handling gibt es dem entgegen kaum Schwierigkeiten. Die Spiele werden gut erklärt und können einfach bewältigt werden. Was allerdings stört ist, dass die Bewegungen nicht immer mit den Disziplinen harmonieren. Komischerweise hat sich dies überhaupt zu einer Kinderkrankheit in diesem Genre entwickelt.

 

Spielspaß:

Tja, man ist schnell durch mit der „Bartz Kidz Party“, erstens weil das Spiel einen kaum fordert, zweitens aber auch weil der Umfang derart bescheiden ist, dass man in Sachen Abwechslung relativ limitiert ist. Hinzu kommt die traurige Tatsache, dass die guten Spielideen äußerst bescheiden umgesetzt wurden und selbst interessant klingende Wettbewerbe in ihrem Ablauf sehr dröge sind. Natürlich muss man dies auch immer noch einmal aus der gesonderten Perspektive der ganz jungen Wii-Bediener betrachten – doch leider schneidet das Spiel auch hier nur unwesentlich besser ab. Langfristig ist einfach Langeweile angesagt, weil die Aussicht auf neue Klamotten als alleiniger Reizfaktor nicht funktionieren kann.

 

Fazit:

Die Bratz sind ein Kitsch-Thema, das auch in der zweiten Videospielfassung für die Wii keine Akzente setzen kann. Die Mini-Spielchen machen auch im Pyjama nicht mehr Spaß als all die anderen, inzwischen sehr zahlreichen Genre-Sonderlinge, die sich mit quantitativen Kraftakten ins Abseits schießen. Und da selbst diese nicht stattfinden, kann man getrost an dieser biederen Party vorbeischauen.

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Bratz Kidz Party

System: Nintendo Wii

Publisher: dtp Entertainment

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. 14. JuSchG

ASIN: B001CSPVGC

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.03.2009, zuletzt aktualisiert: 14.01.2015 02:44