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Bus-Simulator 16

Rezension von Cronn

 

Mit einem Zischen schließt sich die vordere Bustür. Ich lasse den Knopf los und hebe mittels der Hydraulik den Bus an. Dann blinke ich nach links, schalte die Parkbremse ab und lenke den Bus auf die Fahrspur.

Hinter mir sehe ich die höflich wartenden Autos und lächele vergnügt in mich hinein. Das Gemurmel der Fahrgäste dringt zu mir durch. Ich verstehe einige Wortfetzen, sogar ganze Gespräche, sofern ich mich darauf konzentriere. Es sind die normalen Sorgen von normalen Menschen.

Plötzlich springt die Ampel auf Rot. Vor mir bremst das Auto und ich steige ebenfalls auf das Bremspedal. Nun heißt es aufgepasst! Jeder Unfall schmälert mein Konto und ich will doch expandieren. Als Neuunternehmer in Sunny Springs Infrastruktur muss man schon darauf achten, dass alle zufrieden sind.

Als die Ampel wieder auf Grün schaltet, gebe ich Gas. Dann blinke ich nach links und hoffe, dass die Fußgänger bei dem Zebrastreifen warten. Denn ich habe Zeitdruck!

Noch eine Minute, dann muss ich beim nächsten Haltepunkt der Buslinie sein! Das erzeugt ganz schön Stress in mir!

Ich drücke aufs Gas. Doch da – eine Polizeikontrolle! Zu spät, ich sehe den Blitz.

Verdammt, das kostet wieder eine Stange Geld!

Aber es ist mir wichtiger in diesem Fall, dass die Fahrgäste zufrieden sind und immer wieder in meinen Bus steigen. Und tatsächlich schaffe ich es.

Gerade noch rechtzeitig kann ich nach rechts blinken, in die Busbucht einfahren, den Bus anhalten, absenken und die Türen öffnen.

Geschafft!

Jetzt kann ich zur Bushalle zurückkehren und mich um die Verwaltung meines kleinen Unternehmens kümmern.

 

Rezension:

Bus-Simulator 16 ist der neueste Ableger der Simulator-Reihe aus dem Hause Astragon. Schon mit einer Vielzahl an Simulator-Games haben die Mönchengladbacher ein Millionenpublikum unterhalten. Das bekannteste Game ist der Landwirtschafts-Simulator, dichtauf gefolgt vom Bau-Simulator. Nun ist mit dem »Bus-Simulator 16« ein weiterer Reality-Simulator erschienen. Wie gelungen ist er?

 

Hintergrund:

Man schlüpft als Spieler in die Rolle eines Neuunternehmers im Nahverkehrsbereich. Ausgestattet mit einem Bus geht es los in der fiktiven Metropole Sunny Springs, wo man ein Nahverkehrsnetz aufbauen soll. Erst wenn die fünf Bezirke der Stadt verbunden sind, ist das Spielziel erreicht.

Mehr Story gibt es nicht, aber das ist für Reality-Simulatoren durchaus normal.

 

Gameplay:

Man beginnt zu Fuß an der Bushalle. Dort wird man von dem Ex-Unternehmer (Vorgänger) in die Gameplay-Mechaniken eingewiesen. Anschließend dreht man seine erste Runde mit dem Bus. Die Innenmechanik wurde ansprechend dargestellt. Dabei ist die Mischung aus Simulation und Spielspaß eingehalten. Man findet sich sehr schnell zurecht und hat erste Erfolge.

Später kann man Aufkleber auf die Busse kleben, sie neu lackieren. Doch das ist nur Kosmetik. Wichtiger ist, dass man seine Route verbessert, neue Routen hinzufügt. Diese muss man einmal selbst abfahren, ehe man einen Busfahrer anheuern kann, der dann diese Route abfährt. Es fällt dabei auf, dass die Busfahrer vom Lebenslauf her alle verkrachte Existenzen sind. Das ist diesem Berufsstand nicht angemessen.

Durch perfekt ausbalancierte Buslinien steigt das Ansehen des Unternehmens in der Bevölkerung. Und dann schaltet man neue Bezirke frei.

Beim Fahren selbst ist für Abwechslung gesorgt. Die Kunden haben unterschiedliche Ticket-Wünsche, sogar Kopfrechnen ist beim Wechselgeld gefragt. Doch irgendwann hat man alle Kombinationen durch.

Die Missionen gestalten sich dabei recht geradlinig. Dennoch ist man neugierig darauf, wie die neuen Bezirke aussehen und welche Herausforderungen sich dort ergeben.

Was den Spielspaß drückt sind einige Bugs und Unzulänglichkeiten der Fahrphysik. Wenn man im Bus aufsteht und nach hinten läuft, kann es passieren, dass man durch die Decke des Busses steigt. Auch fällt auf, dass sich die Autos sehr merkwürdig verhalten. Sie verringern auf Vorfahrtstraßen schon mal unnötig die Geschwindigkeit und sind auch sonst sehr verhalten und vorsichtig, wo man ab und an mehr druckvolles Verhalten aus dem realen Leben gewohnt ist. Lichter von Autos und Ampeln scheinen durch feste Gegenstände, wie beispielsweise Litfass-Säulen, unrealistischerweise hindurch.

Auch die Fahrphysik des Busses ist nicht optimal gestaltet. Der Bus fährt sich zu leichtgängig. Die Lenkung reagiert zu nervös, so dass in Kombination dieser Effekte man ziemlich rüpelhaft über Bordsteinkanten jagt. Das Fahrverhalten des Busses wirkt also nicht sehr realistisch. Autounfälle rechnet einem das Spiel auf das Konto minus an. Personenunfälle verzeiht das Spiel überhaupt nicht. Dann wird sofort in die Bushalle zurückgesprungen.

 

Grafik und Sound:

Der Ersteindruck von der Spielgrafik ist ordentlich, was sich später aber relativiert. Die Autos sind angenehm modelliert, das Innenleben des Busses sieht gut aus und die Außenlevel wurden ordentlich texturiert und sind abwechslungsreich gestaltet: Parks, Wohnhäuser, Business-Gebäude und Sehenswürdigkeiten wechseln sich ab.

Doch steigt man aus und sieht sich die Stadt im Detail an, fallen Unstimmigkeiten im Aufbau und der Texturierung von Sunny Springs auf. Auch die Tatsache, dass es nur wenige NPC-Modelle gibt, trägt nicht dazu bei, dass die Stadt lebensecht wirkt. Und im rechten Rückspiegel kann man weiter nach hinten schauen, als im linken, wo sehr bald alles im Nebel versinkt. Merkwürdig.

Dennoch kann man insgesamt von einem recht ordentlichen Eindruck sprechen, was vor allem auf die abwechslungsreich gestaltete Stadt zurückzuführen ist.

Der Sound ist zweckmäßig, fällt aber nicht weiter groß auf. Musikuntermalung ist dezent in den Menüs vorhanden. Die Umgebungsgeräusche während des Fahrens sind stimmig.

 

Multiplayer:

Zur Zeit ist die Multiplayerfunktion noch nicht in vollem Umfang implementiert. Später könnte sich das gemeinsame Verwalten eines Busunternehmens als spaßige Angelegenheit herausstellen.

 

Fazit:

»Bus-Simulator 16« ist ein Casual-Game, das für alle gedacht ist, die nach Feierabend noch ein paar Runden mit dem Bus drehen wollen. Der Wirtschaftssimulations-Aspekt fällt aber nur gering dabei aus. Auch die Bugs und spielerischen Unzulänglichkeiten im Gameplay machen das Spiel nur für die hartgesottenen Simulatoren-Fans interessant.

Dabei könnte sich der Mehrspieler-Aspekt noch als Spielspaß-Funke herausstellen. Doch das ist noch abzuwarten.

Wer mit den angesprochenen Mängeln zurecht kommt, sollte sich den »Bus-Simulator 16« zulegen.

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Eure Meinung:

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PC-Game:

Bus-Simulator 16

StillAlive Studios

Astragon, 2. März 2016

 

ASIN: B013ST750W

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Min. Systemvoraussetzungen:

 

  • PC: Windows 7/8/10 64-bit
  • Prozessor: Intel Core i3 mit 3,30 GHz / AMD Phenom II X4 960T mit 3,00 GHz oder vergleichbar
  • Grafikkarte: GeForce GTX 470 (1 GB VRAM)
  • RAM: 4 GB
  • HDD: 4,5 GB

 

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Erstellt: 28.03.2016, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50