Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Call of Duty: Modern Warfare 3 (PC)

Rezension von Cronn

 

Rezension:

Lautlos tauchen wir an dem langsam vorbeiziehenden U-Boot der Russen entlang. Schließlich stoppt es und ich werde von meinem Kommandanten dazu aufgefordert, meine Sprengmine an die Heckflosse des Bootes festzumachen.

Die Haftmine saugt sich magnetisch am Metall fest. Wir Taucher benutzen wiederum unsere Unterwasser-Scooter, um aus dem Wirkungskreis der Detonation zu kommen, die wenige Sekunden später das Wasser des Hafenbeckens von New York erzittern lässt.

Ein dumpfer, dennoch gewaltiger Knall und die Explosion der Minen zwingt das U-Boot zum Auftauchen. Wir Froschmänner schwimmen ebenfalls nach oben, um die Kontrolle über das U-Boot zu übernehmen.

An der Oberfläche angekommen, muss ich atemlos eine Sekunde verweilen – der Anblick ist zu grotesk: Nahezu ganz Manhattan steht in Flammen. Russische Boote schießen Raketen auf die Gebäude ab, die wie übergroße zerfaulende Zähne mit großen Wunden aussehen, in denen Flammen züngeln. Darüber fliegen Jets, deren Jagdabzeichen ich nicht einer Nation zuordnen kann – so schnell geht alles hier drunter und drüber.

Mit meinen Kameraden entere ich das U-Boot, öffne die Luke und steige in den halbdunklen Schlund hinunter, wo mich bereits Gewehrsalven in Empfang nehmen. Rote Laserstriche durchziehen die Luft und ich weiß – hier unten wird gleich ein heißer Tanz beginnen!

Nach links werfe ich mich, ein dunkler Gang. Neben mir stanzen die Geschosse eine Garbe aus funkensprühenden Löchern ins Metall der Bordwand, dahinter die Elektronik des Bootes sitzt. Ich schieße zurück, ziele dabei über Kimme und Korn.

Die Gegner gehen reihenweise zu Boden. Sogleich rücke ich und mein Kamerad einen Gang weiter vor, gehen wieder in Deckung und beharken die Feinde mit unseren Maschinenpistolen-Salven.

Nach und nach kämpfen wir uns zur Brücke vor. Dort angekommen, legt mein Kumpel einen Sprengsatz und nach einer zeitlupenhaften Action-Sequenz übernehmen wir gemeinsam die Kommandobrücke, um dann die Raketen der Russen zu starten.

Einsatz erfolgreich abgeschlossen!

Aber der Krieg mit den Russen ist noch lange nicht vorbei und wird auch an vielen Fronten geschlagen...!

 

CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 heißt der mit Spannung erwartete Nachfolger zu „CoD: Modern Warfare 2“, das vor zwei Jahren erschien. Nachdem das Entwicklerstudio Treyarch im letzten Jahr mit „Black Ops“ punkten konnte, sind nun wieder die Serienerfinder Infinity Ward an der Reihe. Diese hatten zuletzt mit dem Programmierer-Schwund in den eigenen Reihen zu kämpfen, nachdem die Entwickler West und Zampella das Entwicklerstudio verlassen haben. Hat der Schwund dem Entwicklungsprozess schwerwiegenden Schaden zugefügt, so dass CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 darunter gelitten hat? Diese und weitere Fragen werden in der nachfolgenden Kritik beantwortet werden.

 

Hintergrund:

Wie schon in den Vorgängern geht es in CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 um eine Verschwörung von russischen Reaktionären und Nationalisten, die sich im Verbund mit islamistischen Terroristen gegen die USA zusammengeschlossen haben. Das klingt weit hergeholt und ist es auch. Aber Realismus darf man von der Geschichte hinter CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 nicht erwarten, dient sie doch mehr der Begründung für Nonstop-Action in der Kampagne.

Infinity Ward hat aus den Klagen vieler Spieler über die zusammenhangslose „Story“ von Modern Warfare 2 gelernt. Die Story in CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 wird nun zwar immer noch aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedlicher Soldaten erzählt, aber es gibt eine Klammer, die alles zusammenhält. Dies ist der verletzte Soldat John „Soap“ Mactavish. Immer wieder wird er als Ausgangspunkt für die einzelnen Storyabschnitte benutzt, wird auf ihn Bezug genommen. Zudem existiert mit dem väterlichen Captain Price erneut ein Charakter mit Wiedererkennungswert.

Wer sich an die Story der ersten beiden Teile nicht mehr genau erinnert, wird mit Zwischensequenz-Storyschnippseln daran zurückerinnert.

Um nicht allzu viel zu verraten: Die Story von CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 findet ein befriedigendes Ende.

 

Gameplay:

Wer die ersten beiden Teile kennt, weiß, was ihn im Singleplayer erwartet: Nonstop-Action mit brachialem Getöse. Und das bekommt man auch.

Während das erste Level noch wenig in die Gänge kommt, erwacht man als Gamer in der zweiten Mission bereits durch die punktgenau geskripteten Sequenzen. Spätestens bei der Entführung der russischen Präsidenten-Maschine im Luftraum sitzt man dann aufrecht im Sessel und spielt mit offenem Mund.

Infinity Ward brennt erneut ein Action-Spektakel ab, das seines Gleichen sucht. Hier zeigt CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3, wo es im Singleplayer des Genres lang geht. Viel Action, gute Skripte und keine Langweile. Zudem wird Abwechslung bei CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 groß geschrieben. Es gibt auch zwischendurch wieder Schleichabschnitte, die zwar nicht so perfekt rüberkommen, wie die Mission in Pripyat in Modern Warfare 1, aber dennoch zu überzeugen wissen.

Weniger gelungen ist die KI der Gegner. Erst auf den höheren der Schwierigkeitsgrade schießen sie anspruchsvoll genau. Deckung suchen sie nur sporadisch, zumeist stürmen sie geradewegs auf den Spieler zu.

Nach sechs Stunden flimmert allerdings der Abspann über die Bildschirme. Doch viele werden sich an diese sechs Stunden mit gutem Gefühl an das Game erinnern und sich sagen, dass man zu keiner Stelle vollends gelangweilt war.

 

Grafik und Sound:

Die Grafikengine von CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 hat schon mehr als 5 Jahre auf dem Buckel, was man ihr auch anmerkt. Dennoch haben sich die Entwickler bemüht, die Engine in Sachen Grafik aufzuhübschen. Man merkt dies an den Glanzeffekten auf den Texturen und auch den aufgebohrten Partikeleffekten.

Das kann aber nicht vollends darüber hinwegtrösten, dass die Grafikengine im Vergleich mit anderen Engines auf dem Markt nicht vollauf mithalten kann. Der Vorteil der angestaubten Engine ist allerdings, dass auch ältere Rechner mit CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 zurechtkommen und die Framerate nicht einbricht. Sie ist mit konstanten 60 Frames per Second angegeben und das konnte im Test auch eingehalten werden. Vor allem die Multiplayer-Fans werden sich darüber freuen.

Die Soundeffekte haben im Vergleich zum letztjährigen Teil der Serie deutlich zugelegt und klingen nun druckvoller und knalliger aus den Boxen. Hier ist ein klarer Zugewinn zu vermelden.

 

Multiplayer:

Ein Kern der Spielerfahrung von CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 ist wiederum der Multiplayer-Bereich. Wie schon in den Vorgängern seit „Modern Warfare 1“, welches eine Revolution war, wird erneut an den Perks und Kill-Streaks gebastelt, um das Spielgefühl zu perfektionieren.

Neu ist nun, dass man zwei verschiedene Kill-Streak-Serien auswählen kann: Assault- oder Support-Packages. Je nach Spielweise wird nun offensives oder defensives Spielen mit den Serien getrennt unterstützt. Bei dem Assault-Package sind die offensiveren Spielernaturen gefragt, hier enden die Streaks beim Tod der Spielfigur, sind dafür mächtiger. Beim Support-Package endet die Serie nicht beim Tod, dafür sind die Streaks defensiver ausgerichtet (z.B. Anti-Air-Kanonen, Munitionskisten, etc.).

Neben den aus „Black Ops“ und den anderen Vorgängern bekannten Spiel-Modi ist der „Kill Confirmed“-Modus der Interessanteste aus dem Kreis der neuen. Hier gilt ein Abschuss erst dann als bestätigt, wenn die Dog-Tags (Soldatenmarken) aufgesammelt wurden. Das kann man verhindern, wenn man als Spieler die Dog-Tags eines Gefallenen aus dem eigenen Team aufsammelt. Ein Modus, der Laune macht!

Wieder zurück: Dedicated Server und LAN-Support! Darüber freuen sich alle Spieler, die einen eigenen Server aufmachen wollen. Endlich sind die Spielmodi wieder frei verfügbar. Im Rang aufsteigen kann man dort allerdings nicht, das bleibt dem IW-Net-Match-Making-System vorbehalten.

Auch der LAN-Support ist zurück. Toll, dass man auf privaten LAN-Partys wieder Modern-Warfare-Matches ausrichten kann!

Auch der aus „Modern Warfare 2“ bekannte SpecOps-Modus für zwei Spieler feiert ein Comeback. Kooperative Spielmodi sind in! Das freut die Gamer besonders, die nicht immer ausschließlich kompetetiv unterwegs sein wollen. CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 reiht sich hier in die Liste der Games mit Koop-Modus ein und bietet den SpecOps-Modus. Hier darf man mit einem Kollegen zusammen die Missionen bestreiten. Mal sind die Levels auf Ballern ohne große Kooperation ausgelegt, mal auf ein durchdachtes Miteinander. Insgesamt wertet der verbesserte und intensiver angesetzte SpecOps-Modus CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 gewaltig auf, genauso wieder Überlebens-Modus, wo man gegen Wellen immer stärkerer Feinde angeht!

 

Fazit:

CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 ist der erhoffte Kracher geworden. Zwar sieht das Game nicht mehr völlig uptodate aus, überzeugt aber als Gesamtpaket mit inneren Werten. Besonders die actiongeladene Inszenierung im Singleplayer-Modus weiß zu gefallen. Im Multiplayer-Bereich zeigt CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 eindrucksvoll, dass noch mehr Innovation möglich ist im Vergleich zu den Vorgängern. Mancher Rückschritt darf hierbei auch als Fortschritt gewertet werden (Stichwort: Dedicated Server, LAN-Support).

Insgesamt macht das neue CALL OF DUTY sehr vieles richtig und leistet sich kaum Schwächen. Es ist somit die erhoffte Spielspaß-Granate geworden. Vor allem im Multiplayer-Bereich wird CALL OF DUTY: MODERN WARFARE 3 mit seinem typischen Gun-And-Run-Gameplay bei vielen Feierabend-Kriegern auf große Freude stoßen, die weniger auf Taktik wert legen und sich mehr auf den schnell erlernbaren Spaß einlassen können, der dennoch nicht leicht zu meistern ist. Die neue Betonung des Teamplays durch den „Kill Confirmed“ und „Teamverteidiger“-Modus ist lobenswert.

Die Dedicated-Server könnten dazu führen, dass auch im E-Sport das neue CoD wieder salonfähig wird.

Beide Daumen hoch!

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Game:

Call of Duty: Modern Warfare 3

von Activision Blizzard Deutschland

Plattform: Windows 7 / Vista / XP

USK-Einstufung: USK ab 18

Medium: Computerspiel

Erhältlich bei: Amazon


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 04.12.2011, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 12:32