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Chaplin: Ein Leben für den Film

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Comics sind schon lange keine ausschließliche Domäne der Komik mehr. Aber was wäre passender, als die Lebensgeschichte eines der größten Komiker aller Zeiten – nämlich von Charlie Chaplin – in Comic-Form zu erzählen? Genau das haben Bernard Swysen und Bruno Bazile mir ihrem Biopic Chaplin: Ein Leben für den Film getan, das Panini nun im edlen Großformat veröffentlicht hat.

 

Der für das Szenario verantwortliche Autor Bernard Sywen lässt Leserinnen und Leser hautnah am Leben von Charlie Chaplin teilhaben. Das reicht von der Geburt über den Fall in die Armut, mehreren Rückschlägen, dem künstlerischen Durchbruch und zahlreichen Erfolgen bis zum Tod des Filmschaffenden. Swysen thematisiert dabei sowohl das Leben von Chaplin als auch dessen Werke und spart auch unschöne Episoden – wie der Wahnsinn der Mutter, eine Passion für die Arbeit, die zeitweise in Tyrannei umschlägt oder die Beziehungen zu minderjährigen Frauen, die nach (vermeintlichen) Schwangerschaften in unglücklichen Ehen enden – nicht aus. Kenner der Biographie von Charlie Chaplin werden auch zahlreiche Anekdoten wiederfinden. Das erstreckt sich vom kleinen Charlie, der bei einem Zaubertrick aus Versehen eine Münze verschluckt und fast daran erstickt, bis zu der Erschaffung der Figur des Tramp. Auch alle (großen) Filme streift der Autor zumindest und geht dabei auf Details wie Produktionsbedingungen ein. Bernard Swysen hat sich offensichtlich minutiös mit dem Leben des Komikers beschäftigt und liefert auf der Basis der Fakten eine gelungene Erzählung mit komischen und ernsten Momenten. Lediglich einige Schwerpunkte hätte er vielleicht etwas anders setzen können. So kommt beispielsweise Chaplins Rolle als Komponist – der Künstler war bekanntlich ein wahres Multi-Talent – zu kurz.

 

Der frankobelgische Comicstil des Zeichners Bruno Bazile harmoniert gut mit dem Sujet des Comics. Der französische Künstler gestaltet nicht nur die Hauptfigur in allen Lebensaltern sehr ansprechend und realistisch, sondern arbeitet auch die Emotionen der anderen Charaktere schön heraus. Zudem versieht er seine Panels mit zahlreichen Details, so dass diese lebendig wirken. Bazile gelingen einige besonders ausdrucksstarke Panels – etwa wenn er Charlie Chaplin zeigt, der sich im Spiegel als Tramp sieht. Das Sahnehäubchen wären noch mehr ikonische Bilder aus besonderen Filmen gewesen – etwa vom Mann im Räderwerk aus Moderne Zeiten oder vom mit der Weltkugel spielenden Hynkel in Der große Diktator.

 

Beim Bonusmaterial lässt sich Panini nicht lumpen. Das beginnt bei einem emotionalen Vorwort von Regisseur Leloch und reicht bis zu zahlreichen historischen Fotos von Charlie Chaplin sowie einer Filmographie mit weiteren Bildern am Ende des Bandes. Schön wären allerdings noch einige Infos zu den Machern gewesen.

 

Fazit:

Das Duo Bernard Swysen und Bruno Bazile liefert mit »Chaplin: Ein Leben für den Film« eine ansprechende Biographie, die das Leben des Komikers präzise nachzeichnet und sich dabei sehr unterhaltsam liest.

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Eure Meinung:

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Comic:

Chaplin: Ein Leben für den Film

Text und Szenario: Bernard Swysen

Zeichnungen: Bruno Bazile

gebundene Ausgabe, 86 Seiten

Panini, Juli 2020

 

ISBN-10: 3741619515

ISBN-13: 978-3741619519

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 17.08.2020, zuletzt aktualisiert: 17.08.2020 17:41