Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Chris Ryan´s Strike Back

Filmkritik von Christel Scheja

 

Auch wenn sie sich in den letzten Jahren deutlicher internationalen Sehgewohnheiten angepasst haben, sind sich britische Serien doch in einem treu geblieben. Die Macher scheuen sich nicht, die Geschichte konsequent enden zu lassen, auch wenn sie damit auf ein Happy-End verzichten. Und nicht selten kommen Regierung und Obrigkeit weniger gut weg, als man denkt. Der britische Sarkasmus und Zynismus blitzt jedenfalls immer wieder durch und gibt den Geschichten ihren eigenen Flair. Das ist auch in „Strike Back“ der Fall.

 

Im Mittelpunkt steht John Porter. Im Jahr 2003 führt er einen Trupp von Soldaten seiner Spezialeinheit in das Herz von Basra, um eine Geisel zu retten. Der Versuch endet in einem Desaster, denn die zu rettende Person und zwei Kameraden sterben, nur weil er vermutlich einem Jugendlichen mit einer Narbe im Gesicht das Leben schenkt, weil er kein halbes Kind umbringen kann – auch wenn dieses eine Bombe an seinem Körper trägt.

Weil er mit der Schuld nicht leben kann, quittiert er den Dienst, anders als Hugh Collinson, der ebenfalls mit von der Partie ist. Während dieser weiter Karriere macht, hadert John viele Jahre mit sich selbst und fristet sein Leben als kleiner Sicherheitsbeamter.

Dann bekommt er sieben Jahre später, die Chance, seinen Fehler von damals wieder gut zu machen. Als eine Reporterin im Irak entführt wird, entdeckt er auf einem Foto der Berichterstattung den Jungen von damals.

Mit Hilfe von Collinson, der inzwischen Major ist, wird er wieder in Dienst genommen und macht sich auf eigene Faust daran, die Frau zu retten. Denn er hat einen guten Grund, auch an den Jungen heran zu kommen.

Die Dinge, die er in diesem Einsatz erfährt, veranlassen ihn dazu, seinen Dienst in den Spezialeinheiten wieder aufzunehmen, denn nun, wo er weiß, dass der Mann, der seine Kameraden auf dem Gewissen hat, möglicherweise in den eigenen Reihen sitzt, will er ihn stellen, um sich und die anderen zu rehabilitieren. Doch zunächst muss er in Zimbabwe und Afghanistan schwierige Abenteuer bestehen...

 

Auf der DVD sind die insgesamt sechs Folgen der Miniserie zu drei Spielfilmen zusammengefasst, die aber alle aufeinander aufbauen. Sie zeigen das Gesicht des Krieges, von dem man normalerweise nicht ganz so viel mitbekommt – den Einsatz von Spezialeinheiten und –agenten, die oftmals selbst Folter und Tod riskieren. Da die Serie kein Blatt vor den Mund nimmt und die bei den Konfrontationen entstehende Gewalt offen zeigt, wurde nicht ohne Grund auf eine Jugendfreigabe verzichtet. Die Brutalität ist allerdings nicht übertrieben, sondern fügt sich gelungen und angenehm glaubwürdig in die realistische Atmosphäre der Geschichte ein.

Trotz aller Action stehen zudem die Figuren im Mittelpunkt der Geschichte. John Porter ist der gebrochene Held, der für seine Milde einen hohen Preis gezahlt hat, und sich deswegen jahrelang verflucht, auch wenn er am Ende doch erkennt, dass seine Rechtschaffenheit kein Fehler war. Sein Gegenstück ist der inzwischen recht hochrangige Hugh Collinson, der in seiner Karriere mehrfach über Leichen gegangen ist und auch jetzt nicht anders handeln kann, weil sonst alles auffliegen könnte.

Nachdem Porter endlich mehr weiß, entspannt sich nach und nach ein immer intensiver werdendes Psychoduell zwischen den beiden. Garniert wird das ganze durch persönliche Probleme, Interaktion mit Verbündeten, die auch nicht immer ehrlich zu ihnen sind, und nicht zuletzt das Aufeinandertreffen mit den Feinden.

Nach und nach kommt so die Wahrheit ans Licht und findet ihren Abschluss auf der Afghanistan-Mission. Allerdings ist das nicht das Ende der Serie, da genug offen bleibt, um eine weitere Staffel zu rechtfertigen.

Mit der Romanvorlage haben die Filme allerdings nur wenig zu tun, so dass man sie lieber als eigenständiges Werk sehen sollte. Zusätzlich zu den Filmen gibt es noch Features zur Produktion und den Waffen, wie auch den Dreharbeiten in Südafrika von insgesamt 30 min Länge. Bild und Ton sind wie die Spezialeffekte und Stunts für eine solche Produktion sehr angemessen.

 

„Strike Back“ ist alles in allem intelligent gemachte Action, die nicht Materialschlachten sondern die Menschen in den Vordergrund stellt und damit auch ein dichtes Netz aus Psychospielen entfesselt.

Dabei bleibt die Serie auf dem Boden und bietet ein vielschichtiges, glaubwürdiges Szenario, das weder all zu sehr beschönigt, noch im negativen Sinne übertreibt. Wer also Spaß an so gewichtetem Actionkino hat, wird mehr als zufriedengestellt.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

DVD:

Chris Ryan´s Strike Back

GB 2010

Regisseure: Daniel Percival

Komponist: Ilan Eshkeri, Scott Shields

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 2 DVDs

FSK: 18

Polyband, 25. Februar 2011

Extras: Special Features/Making-of

Spieldauer: 270 Minuten

 

ASIN: B004GNWG7C

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Richard Armitage

Andrew Lincoln

Jodhi May


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 12.05.2011, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23