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Command & Conquer 3: Tiberium Wars (Deluxe Edition)

Rezension von Björn Backes

 

Command & Conquer- bei diesem Titel schnalzen Liebhaber des Echtzeit-Strategie-Segments seit beinahe anderthalb Dekaden ehrfürchtig mit der Zunge. Kaum eine andere Serie fand in diesem Bereich einen derartigen Zuspruch, und definitiv kein anderer Genre-Abkömmling zeichnete sich in den bisherigen Episoden durch eine solche Detailverliebtheit, insbesondere bei der Forcierung der Story mit den üppigen Videosequenzen, aus. Mit „Tiberium Wars“ veröffentlichte Publisher Electronic Arts im vergangenen Jahr schließlich das bisherige Highlight in der traditionsreichen Reihe und sorgte sowohl inhaltlich als auch technisch für einen weiteren Umbruch in der C&C-History. Ein Jahr später kehrt dieser Titel in einer Deluxe-Edition noch einmal zurück. Im Kombi-Pack mit dem gefeierten Add-on „Kanes Rache“ wird der dritte Teil erneut aufgelegt und sollte diejenigen, die bisher noch nicht in den Genuss des neuen Tiberiumkrieges gekommen sind, nun ein für allemal aus der Reserve locken.

 

Das Spiel:

Gewohntermaßen ist der noch immer aktuellste Teil der C&C-Serie mit einer richtig feinen Background-Story ausgestattet. Im Mittelpunkt steht hier erneut der Konflikt der Bruderschaft von Nod um ihren fanatischen, von den Toten zurückgekehrten Anführer Kane und der Global Defense Initiative, die für die Rechte der verbliebenen Menschheit eintritt und hierbei in erster Linie dafür sorgt, dass sich das giftige Tiberium nicht noch weiter auf dem Globus ausbreitet. Mehr als 30 Prozent der Erdfläche sind schon nicht mehr bewohnbar, weitere Gebiete können nur noch unter bestimmten Auflagen bevölkert werden, und in den verbliebenen Grünflächen explodiert die Erdbevölkerung regelrecht, da der Lebensraum immer enger wird. Daher ist die Hauptmission der GDI natürlich die Eindämmung der Nod’schen Bedrohung und vor allem ein weiterer Triumph über den einst schon besiegten Kane, der hier mit neuen Waffen und noch besserem Strategieverständnis zur Tat schreitet. Bereits in der Eröffnungssequenz dringen seine Streitkräfte mit einem Nuklearschlag wieder an die Front und zeigen sich wiedererstarkt. Eine Raumstation wird von der Bruderschaft in die Luft gejagt und mit ihr der Direktor der GDI. Statt nun jedoch Trübsal zu blasen und sich Nod geschlagen zu geben, brüten die militärischen Köpfe der GDI schon erste Rachepläne aus, um Nod ein weiteres Mal zu vernichten. Ein auf 15 Missionen ausgelegter Vergeltungsakt soll nicht nur den Erzfeind auslöschen, sondern auch den Tiberiumkonflikt endgültig lösen. Doch wie immer kommt alles anders, als man zunächst hoffen durfte…

 

Nachdem man nämlich in vielen kleinschrittigen Missionsabschnitten endlich das weiße Haus zurückerobert, die Verteidigung gesichert und in einem Massivschlag auf die Nod-Zentrale in Sarajevo den Sieg erkämpft hat, schreitet plötzlich eine dritte Macht in den Krieg ein. Die Scrin, eine bislang nur im Verborgenen arbeitende Alien-Rasse sieht ihre Chance gekommen, die Weltherrschaft zu erringen, da die beiden übrigen Konfliktparteien durch die Laster des Kriegs fürchterlich geschwächt sind. Eine neue Schacht beginnt, allerdings mit dem Unterschied, dass die Gegner eine noch größere Dominanz ausstrahlen – und dies auch mit einem reichen Waffenarsenal untermauern. Kane war gestern, jetzt kommen die Aliens! Und die haben es wirklich in sich…

 

Neben den beiden Kampagne, die man entweder auf Seiten von Nod oder der GDI bestreiten kann, enthält die Deluxe-Fassung auch noch das Add-on „Kanes Rache“, welches die gesamten Abläufe, die nach dem vermeintlichen Tod des Kriegstreibers eingetreten sind, noch einmal reflektieren. Das Spiel spiegelt quasi Kanes Rückkehr wieder und markiert die Auferstehung der Bruderschaft, so wie sie später auch in „Tiberium Wars“ als Fakt hingenommen wird. Es ist eine Art Blick hinter die Kulissen, spielerisch aufgriffen aber eben auch mit recht vielen neuen Optionen ausgestattet. Die gesamte Zwischenzeit vom Untergang der Bruderschaft bis hin zu den aktuellen Tiberiumkriegen wird lebendig nachvollzogen und somit auch die Option eingeräumt, den Verlauf ein wenig auf den Kopf zu stellen. Neue Waffen, neue Gebäude und auch frische Einheiten helfen hier nach und stellen erfahrene „Tiberium Wars“-Spieler vor eine neue, in sich sogar noch anspruchsvollere Herausforderung. Dass „Kanes Rache“ insofern eine Bereicherung für das gesamte C&C-Universum darstellt, steht ohnehin außer Frage. Dass die Erweiterung allerdings noch einmal ein solch elegantes Sammelsurium an Verbesserungen aufbietet, macht diese Release-Konstellation zu einer wirklich wertvollen Sache – alleine schon auf den Spielhalt als solchen bezogen.

 

Technik/Grafik

Ein kleiner Mangel haftet der „Command & Conquer“-Reihe seit jeher an, und das ist die teils recht schwach ausgeprägte KI. Zwar hat man hier kontinuierlich für eine gewisse Optimierung sorgen können, allerdings leidet der Härtelevel an manchen Stellen immer noch daran, dass das taktische Verhalten des Gegners nicht immer logisch erscheint. Dies fällt letzten Endes zwar nicht so gravierend ins Gewicht, wie man vielleicht denken mag, aber in manchen Szenen macht sich dieses Defizit dennoch wieder bemerkbar.

Ansonsten ist in Sachen Technik alles im dunkelgrünen Bereich. Prima Spielübersicht, gut strukturierte Menüs und sehr angenehme Ladezeiten stehen auf der Haben-Seite, wohingegen beim Soll höchstens der nicht ganz so hohe Schwierigkeitsgrad zubuche schlägt. Erfahrene Gamer sollten jedenfalls bis zu einem gewissen Punkt überhaupt keine Schwierigkeiten bekommen. Aber das ist sicherlich legitim!

Die Optik indes ist eine der wahren Stärken von „Tiberium Wars“ und setzt damit eine langjährige Tradition tadellos fort. Die Zwischensequenzen sind mit richtig fetten HD-Videos geschmückt, deren Bewegungsabläufe wiederum echt kinoreif sind. Hinzu kommen spektakulär animierte Explosionen und eine Detailverliebtheit bei der Darstellung der Kriegsmaschinerie, die ihresgleichen sucht. Fraglos: Die Grafik ist eine absolute Blaupause in der animierten Echtzeitstrategie!

 

Spielspaß:

Aufgrund des mächtigen Umfangs der beiden Hauptkampagnen wird man sich wochenlang an den heimischen PC fesseln lassen, um alle Ecken und Enden von „Tiberium Wars“ erkundschaftet und erobert zu haben. Da das Spiel nicht nur unheimlich abwechslungsreich ist, sondern auch neben den eigentlichen Missionen viel zu entdecken ist, wird einem hier auch nicht schnell langweilig. Und davon abgesehen kann man auch genug davon bekommen, seine Armeen langsam aber sicher zu erweitern, neue Gerätschaften auszutesten und mit frischen Taktiken und außergewöhnlichen Angriffsformationen zur Tat zu schreiten. Dieses Potenzial zeichnete die Serie schon immer aus, und daran hat sich auch in der neuesten Fassung absolut nicht geändert. Im Gegenteil: Durch den erneut gewachsenen Spielumfang kann man sich sogar noch länger und intensiver in den Tiberiumkriegen austoben. Hinzu kommt schließlich noch das ebenfalls recht üppige Add-on, dessen inhaltliche Vielfalt dieses Kombipack definitiv zu einem ultimativen C&C-Package aufstuft. „Kanes Rache“ ist letzten Endes schon fast mehr als eine Erweiterung und entpuppt sich zumindest systematisch als eigenständiger, unabhängiger Serientitel.

Wer sich nun noch Gedanken um Spielspaß macht, hat wohl noch nie Erfahrungen mit „Command & Conquer“ gemacht. Was „Tiberium Wars“ nämlich langfristig bietet, ist, platt gesagt, der absolute Hammer!

 

Fazit:

Man darf prinzipiell davon ausgehen, dass jeder erfahrene „Command & Conquer“-Anhänger längst mit „Tiberium Wars“ vertraut ist und auch schon eine Kopie daheim hat. Diejenigen allerdings, die bislang noch nicht die Ehre hatten, sollten nun unbedingt die limitierte Deluxe-Edition abgreifen, die als preisgünstigere Alternative gleich noch „Kanes Rache“ beinhaltet. Lohnenswert, auf alle Fälle!

 

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Command & Conquer 3: Tiberium Wars (Deluxe Edition)

System: PC

Publisher: Electronic Arts

USK-Einstufung: Freigegeben ab 16 Jahren gem. 14. JuSchG

System-Anforderungen: 2,0 GHz, 512 MB RAM, 64 MB Grafikkarte

ASIN: B0012OVDEU

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 16.10.2008, zuletzt aktualisiert: 18.06.2019 11:05