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Copper, Justice is brutal, Staffel 2 (DVD; TV-Serie; FSK 18)

Rezension von Christel Scheja

 

Rezension:

„Copper – Justice is brutal“ ist eine von BBC Amerika selbst produzierte und in den Jahren 2012 bis 2013 ausgestrahlte Serie. Sie wurde nach der zweiten Staffel eingestellt, die nun bei Polyband erscheint. Die Geschichte um Kevin Corcoran, der als Detective bei der New Yorker Polizei im Stadtteil Five Points arbeitet, wird weiter erzählt und zu einem dramatischen Höhepunkt geführt.

 

Der irischstämmige Ermittler ist mit zwei Freunden aus dem Sezessionskrieg zurückgekehrt. Auch wenn sie aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten stammen, so bleiben sie doch auch in Kontakt, ja arbeiten sogar eng miteinander zusammen.

Noch immer ist der Bezirk von Krisen geschüttelt. Die irischen Gangs kommen ebenso wenig zur Ruhe, wie die Politik. Robert Morehouse ist es zwar gelungen, seinen korrupten Vater auszubooten und die Leitung der Firmen zu übernehmen, um nicht länger im Schatten von Verbrechen zu stehen, er findet sein Glück an der Seite einer Frau der guten Gesellschaft, die er heiratet – aber neue Schwierigkeiten stehen schon vor der Tür.

Auch Doctor Freeman hat mit einigem zu Kämpfen. Der zunehmende Rassismus hat nicht nur zwei Brüdern seiner Frau das Leben gekostet, auch sie wird ständig bedroht und er selbst tanzt immer wieder auf Messers Schneide, wenn er sich durch Five Points bewegt. Gerade die Einwanderer gönnen den aus dem Süden flüchtenden Farbigen nicht, dass diese Arbeit finden können – sie aber nicht. Zudem versucht er seiner Frau zu helfen, indem er zumindest die Mutter in das gemeinsame Haus holt, aber wird sich die Frau überhaupt in das Leben in einer so unruhigen und gefährlichen Metropole gewöhnen können.

Kevin Cocorcoran, genannt „Corky“ muss damit leben, das er einen neuen Chef vor die Nase gesetzt bekommt, der ein anderes Regiment führt als sein Vorgänger. Ärger ist so vorprogrammiert, zumal auch in seinem Privatleben nicht alles so läuft, wie er es sich wünscht. Seine Frau ist zwar zu ihm zurückgekehrt, aber sie hat sich von ihm entfremdet, und das wird immer deutlicher spürbar.

General Brendan Donovan, sein neuer Vorgesetzter ist ein Kriegsheld und wird wegen seines Einsatzes für Recht und Ordnung hoch geachtet, aber „Corcy“ wird das Gefühl nicht los, das etwas nicht stimmt.

Aber zunächst gibt es andere Probleme zu lösen , es gilt Eva, die befreundete deutschstämmige Besitzerin eines Bordells von Buzzy Burke zu beschützen, einem gewalttätigen Spielhallen- und Bordellbesitzer, der auch dieses Etablissement an sich reißen will, dann wirft der Mord an sieben Jungen Rätsel auf, die eigentlich für die Armee rekrutiert werden sollten. Annie, das junge Mädchen, um das sich Corky kümmerte, stiehlt ein kostbares Halsband und nicht zuletzt zeigt sich, dass irgendjemand etwas in Five Points plant, dass weder den Einheimischen, noch den Einwanderern gefallen könnte.

Zusammen mit Robert Morehouse kommt Kevin Corcoran langsam aber sicher hinter die Geheimnisse eines unmotiviert scheinenden Mordes an einem jungen Mädchen und die Intrigen, die die ganze Stadt erneut ins Chaos stürzen könnte. Und das ist nicht alles, denn auch das Land selbst wird von einer Tragödie erschüttert, die auch die drei ehemaligen Kameraden zwingt, zu handeln.

 

Nicht nur zehn, sondern sogar dreizehn Folgen umfasst die zweite Staffel von Copper, und das scheint bei der geschickt ineinander verwobenen Geschichte auch nötig zu sein. Fäden aus der ersten Staffel werden ebenso aufgenommen, wie neue geschaffen.

Zwar sind die Bandenkriege in Five Points nun Geschichte, aber die Folgen der Unruhen unübersehbar. Im Grunde herrscht immer noch Krieg, auch wenn dieser nicht offen geführt werden mag. Aber gute Gesellschaft und Verbrecher haben weiterhin nur eines im Auge, ihr Vermögen zu mehren und es sich gut gehen zu lassen – auf Kosten der einfachen Bevölkerung. Und so wird immer wieder drastisch gezeugt, mit welchen Mitteln sie das erreichen wollen. Frauen, Kinder und die, die sich nicht wehren können, sind die bevorzugten Opfer dieser Aktionen.

Wie auch schon in der ersten Staffel, so wird auch in dieser ein sehr schmutziges und düsteres Bild der Metropole geführt, in der die unterschiedlichsten Menschen und Weltanschauungen aufeinandertreffen. Diese führen unter anderem immer wieder zu Konflikten, die heute aktueller denn je sind.

Anders als vorher gibt es mehr rote Fäden, die durch die Handlung ziehen. Zum einen sind das die persönlichen Beziehungen, die bei allen Männern nicht so gut laufen, wie sich diese es wünschen würden – kühlt die Liebe und Leidenschaft bei der einen doch recht schnell nach der Heirat ab, finden die anderen nicht mehr so zueinander, wie sie es gehofft hatten oder lassen sich durch Ängste und Traumata auseinander reißen.

Zwar gibt es auch unabhängige Fälle, die am Ende der Folge geklärt werden – aber das trifft diesmal nicht auf alle zu, sind sie doch das Ergebnis böser Intrigen, die im Hintergrund laufen und immer deutlicher auf eine Person hindeuten. Am Ende geht es sogar so weit, dass Corcoran zwischen Pflicht und Gewissen entscheiden muss.

Interessant ist auch die Einbettung von Abraham Lincolns Tod in die Geschichte – durch diese Tragödie erfährt man auch mehr von den Geheimnissen, die die drei Männer – den farbigen Arzt, den irischstämmigen Detective und den Firmenerben miteinander verbinden, so dass man nun endlich verstehen kann, warum sie einander so vertrauen.

Die Macher halten sich diesmal nicht sonderlich zurück, was den „rauen“ Umgangston in Five Points angeht – Gewalt und Brutalität gehören offensichtlich genau so dazu, wie hemmungslose Lust, wobei die Sexszenen weit harmloser sind als die Misshandlungen und Morde. Aber nicht nur deswegen besitzt die Staffel keine Jugendfreigabe – denn auch die Handlungsweise der Helden überschreitet gelegentlich moralische Grenzen. Dennoch wissen die Figuren gerade charakterlich zu überzeugen, sie sind keine zweidimensionalen Charaktere, sondern zeigen immer wieder Ecken und Kanten, die sie interessant machen und neue Facetten ihres Wesens enthüllen, gerade wenn es darum geht, unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

Alles in allem geht es rasant weiter – die Geschichte ist geschickt aufgebaut, das Ambiente stimmig und intensiv, so dass keine Wünsche offen bleiben, wenn man bereits an den ersten zehn Episoden Spaß hatte. Der einzige Wermutstropfen ist wohl der Cliffhanger in der letzten Folge.

Alles in allem bietet die Serie wieder eine Menge Schauwerte und versetzt den Zuschauer tatsächlich in das 19. Jahrhundert, weckt das Interesse vielleicht mehr über den Schmelztiegel New York erfahren zu wollen.

Wie immer sind Bild und Ton auf der Höhe der Zeit nur Extras fehlen diesmal, die die Hintergründe der neuen Ereignisse näher hätten beleuchten können.

 

Fazit:

Die zweite Staffel von „Copper – Justice is brutal“ steht der ersten in nichts nach, gelingt es der Geschichte doch in den dreizehn Episoden nicht nur, wieder in eine faszinierende Metropole zu entführen, die durch Kulissen, Farben und Kostüme atmosphärisch auf dem Bildschirm zum Leben erweckt wird, sondern auch Geschichten zu erzählen, die eng miteinander verwoben sind und nach nach und nach dafür sorgen, dass die vielschichtigen Figuren interessante Entscheidungen treffen müssen. Spannung ist vorprogrammiert, auch wenn nicht jedem das Ausmaß an Gewalt behagen dürfte. Aber es gehört wie so vieles andere dazu, um das Ambiente dieser unruhigen Zeit glaubwürdig einzufangen und mit historisch belegten Ereignissen zu verbinden.

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Eure Meinung:

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DVD:

Copper – Justice is brutal Staffel 2

Regisseur: Larysa Kondracki

Komponist: Brian Keane

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 4 DVDs

FSK: 18

Polyband/WVG, 28. November 2014

Spieldauer: 585 Minuten

 

ASIN: B00N4FAYTU

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Tom Weston-Jones

Kyle Schmid

Anastasia Griffith

Franka Potente

Ato Essandoh

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Erstellt: 09.01.2015, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23