Cthuloide Welten Nr.11
 
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Cthuloide Welten Nr.11

Rezension von Inga Pokora

 

Eine Rezension zu einer Zeitschrift ist zwar eher ungewöhnlich, im Falle der „Cthuloide Welten“ jedoch durchaus angebracht. Die neue Ausgabe bietet dem Cthulhu-Spieler (und vor allem dem Spielleiter!) wieder jede Menge Material in gewohnt hoher Qualität.

 

Zu Beginn erwartet den Leser der Überblick über Neuerscheinungen und in Kürze erscheinende Titel. Dem folgt das Szenario „Ein Fund am Meer“, welches wie so viele Szenarien an der Nordseeküste spielt und sich um ein Artefakt der Tiefen Wesen dreht. Man kann sich als aufmerksamer Leser hier durchaus fragen, ob es in Deutschland keine anderen Gegenden außer der Nordsee gibt, die cthulhuszenarienwürdig sind...

 

Mehr überzeugen da der Universalschauplatz „Centralbibliothek“, der eine typische Stadtbücherei, bzw. Universitätsbibliothek samt der dort anzutreffenden Angestellten beschreibt. Dies ist eine wunderbare Ergänzung, um die in Cthulhu-Abenteuern so oft besuchte Bibliothek über ein bloßes „Ja, dein Archäologe findet das Buch, das er gesucht hat.“ darzustellen und zu einem bunten und eigenständigen Ort zu machen.

 

Als Berufsbild wird dieses Mal der Archäologe vorgestellt. Dieser Klassiker unter den Charakterberufen wird ausführlich beschrieben, wichtige Grabungen der 20er Jahre und deren Leiter vorgestellt. So lassen sich nicht nur Archäologen mit viel Hintergrund erschaffen, sondern auch authentische Grabungen für entsprechende Szenarien verwursten.

 

Der Autor des Mythos ist in dieser Ausgabe Clark Ashton Smith, der vielen als ScieneFiction-Autor bekannt ist, den meisten aber nicht als Autor des Mythos. Diesem Missstand wird hier in einem kurzen, übersichtlichen Artikel Abhilfe geschaffen.

 

Dem folgt eine weitere Spielleiterhilfe, jedoch zum neuen „Cthulhu now“ - Setting. Der Artikel gibt einige sehr gute Tipps im Umgang mit der Spielleiter-Nemesis Handy. Dieses kleine Gerät kann für unvorsichtige Spielleiter zur Plage werden, da die Spieler nicht mehr ohne weiteres getrennt werden können, ohne trotzdem in Verbindung zu bleiben. Wie mit dieser veränderten Kommunikationssituation umgegangen werden kann, ohne jedes Mal die mangelnde Netzabdeckung als Ausrede bemühen zu müssen, zeigt dieser einfallsreiche Artikel.

 

Der Artikel über Cthulhu Live in Deutschland überzeugt vor allem durch den reichen Adressenteil, der Inhalt an sich bleibt doch sehr an der Oberfläche und befriedigt wohl höchstens die vom Liverollenspiel ganz Unbeleckten.

 

Zur Geschichte des Rollenspiel selbst gibt es ein weiteres Kapitel, das schön zu lesen für alte Hasen und informativ für neu Dazugekommene ist, ansonsten aber keinen spielerischen Mehrwert hat, ebenso das Interview mit dem Herausgeber der „Worlds of Cthulhu“, dem amerikanischen Gegenstück der „Cthuloide Welten“.

 

Der letzte Artikel widmet sich dem Tabuthema Humor im Horror-Rollenspiel und räumt auf wohltuende Weise mit dem Gerücht auf, daß im Horror-Rollenspiel humoristische Szenen nichts verloren haben.

 

Fazit

Was bleibt nach der Lektüre? Die Erkenntnis, daß die Kampagne „Auf den Inseln“ wohl in zehn Jahren noch Szenarien hervorbringen wird. Man würde sich mehr geographische Abwechslung wünschen. Abgesehen davon ist die CW 11 wie ihre Vorgänger eine höchst unterhaltsame und anregende Lektüre für die cthuloide Gemeinde und versorgt die Spielleiter unter uns wieder einmal mit sehr guten Anregungen uns Schauplätzen, die Spieler mit gut erarbeiteten Charakterhintergründen. Die Investition von 6 Euro lohnt sich auf ganzer Linie, als Wermutstropfen bleibt einzig, daß die nächste CW bestimmt, aber erst in ferner Zukunft (Frühjahr!) kommt...

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2024072010135967c63cfd
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Cthuloide Welten Ausgabe 11

Magazin zu Cthulhu

Herausgeber: Pegasus Spiele GmbH

Erhältlich bei: cthuloide-welten.de


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Erstellt: 03.12.2006, zuletzt aktualisiert: 20.02.2015 02:12, 3162