Cthuloide Welten Nr.12
 
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Cthuloide Welten Nr.12

Rezension von Inga Pokora

 

Die neue CW ist immer ein besonderes Ereignis für die Cthulhu – Fangemeinde, da man bisher von keiner Ausgabe inhaltlich enttäuscht wurde. Was bietet uns die April – Ausgabe? Schon der blick aufs Cover macht Lust auf mehr, da z.B. die Cthulhu Regionalia wiederbelebt wurden und sich der geneigte Leser auf Köln in der Regionalia–Rubrik freuen darf. Doch dazu später mehr.

 

Die cthuloiden Nachrichten bieten den gewohnten Überblick, der Newsletter - Lesern aber nichts wirklich Neues sagt. Im Anschluß daran wurde ein kleiner Auszug aus dem gegenwärtigen deutschen Waffenrecht angeklebt, der sicher so manchem Spielleiter sehr nützlich werden kann. Das Abenteuer „Disharmonie“ ist ein knackiges Ermittlungsabenteuer, das wenig von brachialer Gewalt und Action lebt, sondern durch klassische Investigatoren – Arbeit zu lösen ist. Die Charaktere müssen unter großem Zeitdruck sechs Spieluhren eines wahnsinnigen Uhrmachers in ihren Besitz bringen, da mit diesen Azathoth selbst gerufen werden kann. Möchte man also nicht, dass der Dämonensultan samt Hofstaat im beschaulichen Nürnberg erscheint, sollte man sich besser beeilen.. Das Abenteuer eignet sich auch gut für Convention – und Supporterrunden, da es stringent zu spielen und sehr typisch im Ablauf ist. Alten Hasen mag es zu sehr an Schema F angelehnt sein, aber die Neuerfindung des Rades ist nicht Aufgabe der CW – Szenarien. Im Regionalia – Teil findet sich diesmal ein üppiger Artikel samt Stadtplan von Köln. Die Stadtgeschichte wird eher knapp behandelt, der Abschnitt über Köln in den Zwanzigern ist etwas länger, der Großteil des Artikels wird jedoch eingenommen von Beschreibungen der Institutionen und Sehenswürdigkeiten. So bekommt ein interessierter Spielleiter sehr viel Material an die Hand, um seine Spieler Orte besuchen zu lassen, jedoch wenig, womit er eigene Szenarien stricken könnte. Dies ist das einzige Manko des Artikels: bisher haben die Regionalia immer auch Material zur Verfügung gestellt, um eigene Szenarien in der jeweiligen Stadt zu entwerfen. Hier ist sogar die Abteilung über Sagen und Legenden recht unergiebig, wenn man von den Heinzelmännchen ( wir erinnern uns an den Band „Kleine Völker“ …) und geheimen Femegerichten absieht. Hier hätte es ruhig etwas mehr sein dürfen. Viel mehr Stoff zum Selbermachen bietet der Artikel über das sogenannte Voynich – Manuskript. Dieser Text wurde von Wilfrid Voynich erstmals umfassend beschrieben, weswegen das Manuskript mit unbekanntem Verfasser seinen Namen trägt. Das Manuskript ist in einer unbekannten bis heute nicht entschlüsselten Schrift verfasst und scheint eine Art Enzyklopädie zu sein, was die reiche Bebilderung mit naturwissenschaftlich – biologischen Zeichnungen nahe legt. Viele der Bilder stellen unbekannte Pflanzen und Gewächse dar, teilweise finden sich alchemistische Symbole und unverständliche Illustrationen. Das Voynich – Manuskript bietet also alles, was ein gutes Mythoswerk auszeichnet: unbekannter Autor, unbekannte Schrift, eigenartige Illustrationen von seltsamen Wesen und eine sehr nebulöse Geschichte, bis es schließlich in der Universitätsbibliothek zu Yale gelandet ist und dort von Cthulhu Now – Investigatoren angesehen werden kann.. Doch weiter im Text. In der Rubrik „Personen in den 20ern“ wird Ernst Gennat, ein berühmter Komissar der Berliner Mordinspektion vorgestellt. Diesem kann ein jeder in Berlin tätige Charakter über den Weg laufen, da der Dicke mit den Sahnetorten im „Mordauto“ eine stadtbekannte Institution ist. Und wer ihm nicht über den Weg läuft, hat einen schönen und amüsanten Artikel über ein echtes Berliner Orginal zu lesen. Anschließend wird auch für Cthulhu Now etwas geboten, nämlich die Vorstellung des Bandlabels „Black Magic Music“, einem kleinen skandinavischen Death – und Black- Metallabel. Da in der Gründungsgeschichte eine englische Ausgabe des „Von unaussprechlichen Kulten“ eines gewissen Herrn von Junzt eine große Rolle spielt, dürfte eine Begegnung mit der Musik dieses Labels durchaus interessant verlaufen. Ganz irdisch und nicht unaussprechlich ist das Interview mit dem Hausdesigner Manfred Escher, dessen Coverdesigns inzwischen eine Hausmarke von Pegasus geworden sind. Lesen, genießen, freuen. Handfest ist auch der der Artikel über die Abenteuerwerkstatt, die den schwierigsten teil des Abenteuerschreibens zum Thema hat, nämlich wie man seine tolle Idee so zu Papier bringt, dass ihn auch ein unwissender Käufer versteht. Leider bleiben viele geniale Abenteuer – und Szenarioideen am heimischen Spieltisch stecken, da der Spielleiter nicht weiß, wie er seine Ergüsse so zu Papier bringen kann, dass sie auch von Außenstehenden verstanden werden oder sogar den Weg in eine offizielle Publikation finden können. Diesem Missstand soll hier abgeholfen werden. So wird Schritt für Schritt erklärt, wie die hausgemachte Geschichte spielbar vom Kopf aufs Papier kommen kann. Diesen Artikel kann man getrost einem jeden Nachwuchsautor und Hobbyschreiber ans Herz legen, da er bewusst in Hinblick auf Publikation geschrieben wurde. Die Kurzgeschichte auf der letzten Seite ins eigenartig unmotiviert und nicht das allerbeste in diesem Heft, aber wenn es nur an der letzten Seite hängt.

 

Fazit

Wieder haben Cthulhu – Fans eine gelungene Ausgabe ihres Hausheftes in der Hand ohne echte Schwächen mit feinem Szenario und viel neuem Material zum Weiterdenken, Inspirieren - Lassen und Genießen. Die CW ist und bleibt eine überaus gelungene Publikation, um die die Cthulhu – Spieler zu recht beneidet werden.

 

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Cthuloide Welten Ausgabe 12

Magazin zu Cthulhu

Herausgeber: Pegasus Spiele GmbH

Erhältlich bei: cthuloide-welten.de


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Erstellt: 26.06.2007, zuletzt aktualisiert: 17.02.2015 23:16, 4296