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Dämliche Dämonen von Royce Buckingham

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Nathan Grimlock hat von seinem Pflegevater eine undankbare Aufgabe geerbt: Er muss ein Haus voller Dämonen hüten und verhindern, dass seine nervtötenden Schützlinge überall Chaos verbreiten – vor allem das TIER, das tief unten im Keller haust, darf auf keinen Fall entkommen! Eines Tages jedoch geschieht die Katastrophe: das TIER bricht aus. Und es hat großen Hunger auf Menschenfleisch. Doch als ob das nicht schon schlimm genug wäre, halten es ein paar der Dämonen für Ehrensache, Nathan zu helfen, das Monster wieder einzufangen – ob ihr Hüter es nun will oder nicht …

 

Rezension:

Fantasy für Jugendliche hat in den letzten Jahren den Anspruch gewonnen, aus der heilen Märchenwelt heraus in die harte Realität zu führen.

Auch Royce Buckingham lässt seine Hauptfigur, den Waisenjungen Nate, in einer gefährlichen Welt leben, das Übel besteht natürlich genrebezogen auch aus Dämonen und einem abtrünnigen Hüter, jedoch auch das Leben in Seattle selbst ist kein Zuckerschlucken. Armut, Verfall und Gewalt - schon übel, wenn dann auch noch die Fantasy-Welt Übles will.

Nate nämlich ist Dämonenhüter. Er kann seit seiner Kindheit Dämonen sehen, eine Segen wie ein Fluch. Zum Glück fand den komischen Jungen der alte Hüter Dhaliwahl, der ihm ein Zuhause gab und ihn aus der vergeblichen Vermittlung der Adoptionsbüros holte - wer will schon ein Kind, das ständig überall schreckliche Kreaturen sieht?

Doch leider stirbt Dhaliwahl und lässt Nate mitsamt dem alten Haus allein zurück. Nun ist der Jugendliche nicht nur für seine drei Dämonengefährten verantwortlich, das ganze Haus steckt voll von ihnen. Sei es die Terrasse oder die Lampe - Platz für Dämonen ist überall. Ganz besonders gefährlich aber ist das Wesen, welches im Keller eingesperrt ist und beständig versucht, auszubrechen, jetzt da der mächtige alte Hüter tot ist.

Nate erkennt recht schnell, dass seine Ausbildung etwas früh endete und so sucht er Rat in Büchern. So führen ihn seine Wege in die Bibliothek und damit in die Hände der kleine Emo-Lady Sandy, die auch nicht gerade über einen üppigen Freundeskreis verfügt und sich gerade erst darüber Gedanken machte, warum denn kein ordentlicher Junge für sie abfiele.

Die weitere Geschichte nimmt denn auch ihren meist vorhersehbaren Lauf. Nates Haus bekommt Besuch von zwei Skater-Boys, die auf ihrer nächtlichen Abenteuertour mal schnell das Gruselhaus klar machen wollen. Ungewollt lassen die Monster frei und die Jagd beginnt.

Dann taucht plötzlich auch noch der dürre Mann auf und versucht Nate zu besiegen.

 

Je weiter die Handlung voranschreitet, stellt sich immer intensiver die Frage nach der Zielgruppe des Buches. Vielleicht pubertierende Jungs, die zwischen kindlichen Abenteuern und ersten erotischen Eskapaden hin und her gerissen werden? Aber ob man mit 15 so etwas noch liest?

Auf jeden Fall ist die Handlung trotz aller zur Schau gestellten Gewalt sehr harmlos. Das betrifft die Ideenvielfalt, die Figurenmechanik und auch den Humor. Es will einfach nicht zünden. Es gibt keinen Punkt, an dem sich die Geschichte in eine intensivere Richtung entwickelt. Das Happy End ist immer spürbar und darum wirken eventuell kritische Untertöne eher hilflos. Vielleicht aber ist Harmlosigkeit die Antwort auf die düstere Realität?

 

Dass sich 20th Century Fox die Filmrechte sicherte, mag jedoch einleuchten. Immerhin gibt es sauber beschriebene Szenen mit Action zur Genüge, die optisch umgesetzt sicherlich Unterhaltungswert haben. Hollywood legt ja eher selten Wert auf komplexere Geschichten.

 

Die Gestaltung des Buches richtet sich an ein jüngeres Publikum. Cover und Daumenkino auf den Seiten versprechen eher etwas für kleinere Kinder. Der Verlag hätte hier vielleicht deutlicher das Leseralter berücksichtigen sollen. Allein schon der irreführende deutsche Titel zielt am Publikum vorbei.

 

Fazit:

Die „Dämlichen Dämonen“ sind eine eher nette Jugendlektüre, mit der man jedoch nicht so richtig warm wird. Teils, weil die Story recht bemüht an eine Zielgruppe angepasst erscheint, die ihr schon entwachsen ist, und teils, weil weder die Konflikte noch ihre Lösungen besonders spannend sind.

 

Eure Meinung:

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Clemens
Dienstag, 11. November 2008 19:27 Uhr
Eines der besten Kurzfantasybücher, die ich bisher gelesen habe. Sehr empfehlenswert.

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Buch:

Dämliche Dämonen

Autor: Royce Buckingham

Original: Demonkeeper, 2007

Übersetzer: Joannis Stefanidis

Penhaligon, 2008

gebunden, 222 Seiten

Titelbild: Michael van den Bosch

 

ISBN-10: 3764530065

ISBN-13: 978-3764530068

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 26.09.2008, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 15:29