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Dark Town – Eine Stadt in Angst und Schrecken

Filmkritik von Christel Scheja

 

Immer wieder merkt man, das asiatische Horror-Filme, egal ob sie nun aus Korea, China oder Japan stammen, eine ganz andere Erzählweise haben, als westliche Veröffentlichungen. Nicht nur, dass sie zumeist wesentlich weniger davor zurück schrecken, die Gewalt in all ihren Facetten zu zeigen oder auch die Helden skrupellos handeln zu lassen, oft genug muss man auch sehr genau hinsehen, um kleine Hinweise und Andeutungen zu entdecken, die bereits in einer Szene enthalten sind, um überhaupt das Ende verstehen zu können.

Das trifft auch auf „Dark Town – Eine Stadt in Angst und Schrecken“ zu.

 

In einer kleinen koreanischen Gemeinde geht schon seit längerer Zeit ein Serienkiller um. Bereits zum vierten Mal – und genau im Monatsabstand – wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, die der Mörder auf einem öffentlichen Platz in Kreuzform aufgehängt hat. Der Polizist Jea-shin versucht zwar die geringen Spuren aufzugreifen, kommt in seinen Ermittlungen aber nicht sonderlich weit. Weil er sich schließlich nicht mehr zu helfen weiß, kontaktiert er einen alten Freund.

Doch der eher glück- und erfolglose Gyeong-yu hat selbst mit Problemen zu kämpfen. Da er die Miete schon einige Monate schuldig ist, schließt ihn seine Vermieterin aus der Wohnung aus. Fatalerweise liegt dort aber ein Manuskript, dass er gerade seinem Verleger anbieten wollte, um wieder an Geld zu kommen.

So gesehen ist es ihm eher lästig, Jea-shin unterstützen zu müssen. Aber als der Autor im Affekt seine Vermieterin erschlägt, beschließt er den Mord dem unbekannten Killer unterzuschieben, nicht ahnend, dass er diesen damit nur auf sich aufmerksam macht.

Als deutlich wird, dass ein zehn Jahre alter Mord mit den jetzigen Ereignissen in Verbindung steht, zeigt sich, dass sowohl Jea-shin als auch Gyeong-yu mehr mit dem Mörder zu tun haben, als sie dachten und dabei düstere Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht kommen, die alle gerne lieber begraben hätten...

 

„Dark Town“ ist ein eher ruhiger Film, der sich langsam entwickelt und durch Rückblenden in die Vergangenheit der Helden langsam Stück für Stück zusammen fügt. Man weiß zwar schon recht früh, wer eigentlich der Mörder ist – es bleibt aber trotzdem spannend, da man wissen will, wie er sich schließlich verrät, warum er dies alles getan hat, und welchen Anteil die eigentlichen Helden an den Geschehnissen und seinen Taten haben. Allerdings muss man schon sehr genau aufpassen, da die Rückblenden den einzelnen Figuren nicht immer so gut zuzuordnen sind und dadurch Verwirrung schaffen – zumal sich die Schauspieler für westliche Augen bei vergleichbarer Aufmachung sehr ähnlich sehen.

Die Morde selbst werden offen und ohne Scheu gezeigt. Die Gewalt wirkt dennoch nicht übertrieben, da sie sehr nüchtern und distanziert vorgeführt wird und nicht nur des plakativen Showeffektes wegen zu sehen ist.

Der Film erzeugt Grusel auf psychologischer Ebene. Je mehr Einblick man in den Geist und die Seele des Mörders erhält, desto faszinierter ist man von seinem Treiben und kommt aus dem Schaudern nicht mehr heraus. Das ganze wird mit einer Prise Humor garniert, vor allem wenn der Autor ins Spiel kommt, so dass zumindest ein wenig Abwechslung garantiert ist.

Formal kommt der Film – passend zur Stimmung – eher düster, trist und grau daher, grelle Farben gibt es so gut wie gar nicht und wenn, dann sind sie als Tupfer gesetzt, um das Bizarre an der eigentlichen Szene noch mehr hervor zu heben.

Bild und Ton sind guter Standard, an ihnen ist bei normalen Geräten nichts auszusetzen. Die Extras sind mit einem Making of und Interviews von Cast und Crew zwar nicht üppig aber doch sehr interessant, da man einiges von den Hauptdarstellern erfährt, was hinter den Kulissen noch gestrichen oder verändert wurde.

 

 

Fazit:

 

„Dark Town – Eine Stadt in Angst und Schrecken“ kann damit durchaus mit anderen erfolgreichen Psycho-Thrillern des asiatischen Kinos mithalten. Der Film erschließt sich zwar erst beim zweiten Sehen wirklich, wenn man Zeit hat, auf die kleinen aber feinen Details zu achten, kann aber schon beim ersten Mal durch seine ausgewogene und spannend aufgebaute Handlung unterhalten.

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Eure Meinung:


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DVD:

Dark Town – Eine Stadt in Angst und Schrecken

Korea 2007

Our Town/Uri dogne

Regie: Jeong Gil-yeong

Drehbuch: Jung Kil-Young, Kim Yoo-Min

Musik: Jung Jae-Hwan

Bildformat: 16:9

Synchro: Deutsch, Koreanisch (Dolby Digital 5.1) Untertitel: Deutsch

Spieldauer: 109 min

1 DVD

FSK: ohne Jugendfreigabe

Splendid, 28. November 2008

 

Extras:

 

  • Making-of
  • Interviews

 

 

 

ASIN: B001F112A0

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Lee Seon-gyun

Oh Man-seok

Ryu Deok-Hwan


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Erstellt: 14.01.2009, zuletzt aktualisiert: 25.03.2018 19:01