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Das Auge der Unendlichkeit von Maggie Furey

Reihe: Der Schattenbund Bd.3

Rezension von Carmen Huber

 

Die Tatsache, dass in Gendival ein neuer Archimandrit die Führung übernommen hat, sorgte bei allen für ziemliche Aufruhr – vor allem, da es sich dabei um den ehemals Abtrünnigen Amaurn handelt. Die sonst so einige Gemeinschaft der Wissenshüter ist in zwei Lager gespaltet: Jene, die treu zu Cergorn stehen und die Anhänger Amaurns. Aber gerade jetzt ist es wichtiger denn je, dass sie eine Einheit sind, denn der Schattenbund steht seiner größten Herausforderung gegenüber: Die schützende Schleierwand, die seit jeher die verschiedenen Reiche trennt und beschützt, steht kurz vor dem Zusammenbruch, und über viele Länder ist bereits das Verderben hereingebrochen. Alles steht kurz vor dem Untergang ...

 

Auch in Tiarond sieht es übel aus: Weiterhin verbreiten die grausamen Ak-Zahar Angst und Schrecken, während sich die wenigen Überlebenden im einstweilen noch sicheren Tempel verbarrikadiert haben. Die neue Hierarchin ist von der schwierigen Situation maßlos überfordert und überall macht sich langsam, aber sicher Verzweiflung breit. Auch für die „Grauen Geister“ sieht die Lage nicht gut aus: Zwar haben sie Unterschlupf im Tempel gefunden, doch sind sie trotz ihres mutigen uns selbstlosen Einsatzes bei vielen immer noch unerwünscht. Dann entschließt sich Aliana zu handeln ...

 

Währendessen suchen die Wissenshüter Elion, Veldan und Kaz, der ehemalige Hierarch Zavahl und die hartgesottene, schon ein wenig in die Jahre gekommene Kämpferin Toulac unter der Leitung Amaurns fieberhaft nach einer Lösung, den drohenden Untergang doch noch abzuwenden und die Schleierwand irgendwie zu erneuern ...

 

 

Wie schon in den beiden vorherigen Bänden wird das Geschehen wieder von einer Vielzahl von Personen bestimmt. Während einige von ihnen gut überzeugen können, wirken andere sehr fragwürdig. Am deutlichsten fällt das beim neuen Archimandriten Amaurn auf. Während er als Hauptmann Blank vor nichts zurück schreckte, um sein Ziel zu erreichen, wird er nun innerhalb weniger Tage Aufenthalt in Gendival zu einem weisen, gerechten und nachsichtigen Führer. Das geht dann doch etwas zu schnell, als dass es noch glaubwürdig wäre. Man hat fast den Eindruck, der Autorin wäre die Zeit davongelaufen und als hätte sie ihre Charaktere in ein gewissen Schema zwingen müssen, damit sie doch noch in den Lauf der Geschichte passen.

 

Auch die Welt ist nach wie vor interessant, und wie schon in Schattenbund 1 + 2 machen auch hier die Fülle an seltsamen und ungewöhnlichen Geschöpfen einen großen Reiz der Geschichte aus. Allerdings kommt in „Das Auge der Unendlichkeit“ nicht mehr viel Neues dazu, Furey verzichtet meistens darauf, ihre Welt noch weiter auszubauen – wozu es durchaus noch eine Menge Potenzial gegeben hätte – und konzentriert sich mehr darauf, die Geschichte selbst zu einem runden Abschluss zu bringen. Wieder führen viele verschiedene Handlungsstränge durch das Geschehen, und die Wechsel zwischen den einzelnen Personen und Ereignissen passen gut und halten die Spannung. Nach und nach werden Geheimnisse und Andeutungen gelüftet, bis sich schließlich alles in einem großen Finale auflöst. Zwar laufen alle Fäden irgendwie zusammen, doch hat man den Eindruck, dass mitunter doch einiges im Nachhinein noch zurecht gerückt und geschoben wurde. Und noch etwas störte mich: Für meinen Geschmack gab es zuviel Happy End, es war alles zu idyllisch und bilderbuchartig – es müssen doch nicht unbedingt alle Protagonisten zu Liebespärchen zusammen finden!

 

Im großen und ganzen ist Maggie Furey mit „Schattenbund“ eine ansprechende Trilogie gelungen, die durch eine schön ausgebaute Welt voller faszinierender Geschöpfe und witziger Ideen, einer spannenden Geschichte und großteils interessanten und gelungenen Charakteren besticht. „Das Auge der Unendlichkeit“ reicht zwar leider nicht an die beiden Vorgänger (Band 1: „Das Herz von Myrial“, Band 2: „Der Geist des Steines“) heran, hat es aber dennoch geschafft, der Trilogie einen mehr oder weniger gelungenen Abschluss zu geben.

Ratsam wäre es, die drei Bände, wenn möglich, nicht mit zu großen Zeitabständen zu lesen, denn ansonsten kann der Wiedereinstieg mitunter recht schwierig werden – Bei einer derartigen Fülle von Personen und Geschöpfen braucht man etwas Zeit, sich wieder in der Geschichte zurecht zu finden.

 

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Eure Meinung:

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Jens Christian Schneider
Donnerstag, 15. Januar 2009 16:13 Uhr
Carmen Huber ist eine Rezension gelungen, der ich beinahe umfassend beipflichten kann. "Der Schattenbund" hat viele gute Ansätze, doch mitunter wirkt vieles hektisch und gepresst. Das Spiel mit vielen Handlungssträngen und Personen ist reizvoll, allerdings führt es auch zu einigem Verdruss, wenn man ein bis zwei dieser Stränge besonders spannend findet und sich dann dennoch erst einmal wieder 30 Seiten durch etwas anderes kämpfen muss. Merkwürdigerweise hat Furey es bei mir geschafft, dass ich einige Charaktere auf den Tod nicht ausstehen kann, die eigentlich Sympathieträger sein sollen. Daraus entstand allerdings auch ein gewisser Leseanreiz. Die Trilogie, soviel sei abschließend gesagt, ist m.E. keine. Es handelt sich um ein dickes Buch, das künstlich in drei Teile geschnitten wurde und dieses noch an fragwürdigen Stellen der Handlung. Man ist sozusagen gezwungen, alle drei Teile zu lesen, da mit Teil 1 und 2 überhaupt nichts zu einem Abschluss kommt. Das mag verkaufsfördern seind, aber es ist ebenso durchschaubar und ärgerlich. Auch die Titel der drei Bände erschließen sich mir nicht. Sie sollen wohl besonders mysteriös und "fantasy-like" klingen, doch auch das stieß bei mir unangenehm auf. Gelungen ist die Reihe, die keine ist, aber dennoch. Sie sorgt für einige vergnügliche und spannende Lesestunden, ohne der granz große Wurf zu sein.

http://www.myrcius.de

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Das Auge der Unendlichkeit

Autor: Maggie Furey

Reihe: Der Schattenbund Bd.3

Verlag: Lübbe

Gebundene Ausgabe - 687 Seiten

Erscheinungsdatum: Dezember 2004

Auflage: 1

ISBN: 3404283465

Preis: € 14,90

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 10.03.2006, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13