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Das Buch der Dornen von Patricia A. McKillip

Rezension von Christel Scheja

 

Patricia McKillip ist seit dem Erscheinen ihrer Erdzauber-Trilogie in Deutschland als die Vertreterin der versponnenen, eher stillen Fantasy bekannt, die sich mehr auf die Menschen konzentriert als auf exotische Settings oder epische Schlachten.

Ihre Geschichten erinnern eher an Märchen, in denen das Schicksal eines Volkes oder einer Welt im Verborgenen durch das Wirken einzelner entschieden wird, die auch nach ihrer Heldentat nicht in den Vordergrund treten.

 

Nepenthe ist als kleines Kind vor der großen königlichen Bibliothek gefunden worden. Man hat sie aufgezogen und zu einer Schreiberin und Übersetzerin ausgebildet, als sie schon recht früh die entsprechenden Talente entwickelte.

Mehr als sechzehn Jahre hat sie ein stilles und beschauliches Leben geführt und die Welt vor den Toren des Palastes nicht vermisst. Dann aber geschieht mit einem Mal sehr viel, was ihr Leben verändern wird. Der sonst so leere Palast füllt sich mit Edelleuten und anderem Volk, da eine neue, junge Königin gekrönt werden soll.

So tritt auch ein junger Magier tritt in ihr Leben und zeigt, dass es noch andere Dinge zu entdecken gibt, als alte Schriften. Als er durch den Verrat seines Onkels in Schwierigkeiten gerät, muss sie ihm helfen.

Gleichzeitig beschäftigt sie sich mit einem uralten Manuskript, an dessen Entzifferung bisher jeder andere gescheitert ist. Doch Nepenthe hat keine Schwierigkeiten die alten Runen zu entziffern. Die Schrift erzählt von den Eroberungsfeldzügen des Axis, eines Königs aus längst vergangenen Tagen, und den Taten seines besten Freundes und Hofmagiers Kane, den ein seltsames Geheimnis umgibt.

Immer mehr wird sie von der Geschichte in den Bann gezogen, nicht ahnend, dass diese den Schlüssen zu ihrer eigenen Vergangenheit birgt, und einer Gefahr, die im Stillen auf ihre Heimat und Freunde lauert.

 

Gewohnt ruhig und ein wenig märchenhaft erzählt Patricia McKillip die Geschichte ihrer Heldin, deren Entscheidung am Ende auch über wohl und Wehe ihrer Heimat entscheidet. Spannung entsteht nicht durch wilde Action, sondern durch geschickt miteinander verwobene Geheimnisse, die erst nach und nach enthüllt werden und so manche Überraschung bieten.

Die Autorin schreibt auf einem gewohnt hohen Niveau, sie vermeidet Kitsch und Klischees, zeichnet mit wenigen Beschreibungen glaubwürdige und lebendige Figuren und Settings.

 

„Das Buch der Dornen“ ist Fantasy, wie sie heute nur noch selten erscheint. Der Roman setzt nicht auf vordergründige und oberflächliche Abenteuer und archetypische Figuren, sondern lädt dazu ein, sich von seinem stillen, hintergründigen Zauber einfangen zu lassen und mehr zwischen den Zeilen zu entdecken.

 

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Das Buch der Dornen

Autorin: Patricia A. McKillip

broschiert, 319 Seiten

Blanvalet, erschienen Mai 2006

ISBN: 3-442-24391-2

Titelbild von Kukalis

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 16.05.2006, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13