Das Buch der hohen Clans
 
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Das Buch der hohen Clans

Rezension von Holger Hennig

 

Die Welt der Blutsauger ist nicht viel anders, als die, normaler durchaus Sterblicher, es gibt oben und unten. Die Vampire der alten Welt kenne die hohen und die niederen Clans, die Gefallenen. Im Gegensatz zu tierhaften Gangrel, den verrückten Malkavianern und den abgrundtiefhässlichen halb verfaulten Nosferatu sind die hohen Clans eher zivilisiert, machtbewusst und halten sich für ziemlich edel. Das Buch der hohen Clans stellt die Geschichte dieser Vampire dar, erzählt von typischen Unlebenswegen möglicher Spielercharaktere und gibt einen Überblick über neue Disziplinen, Magie und Stärken und Schwächen.

 

Die Brujah, die emotionalen Kreuzritter, oft fanatische Kämpfer für das Gute, waren die Herren des antiken Griechenlands, gaben den Menschen laut ihrer eigenen Geschichtsschreibung das Geschenkt der Demokratie, berauschten sich aber auch an ihrer Macht. Im Mittelalter sind sie lange nicht mehr so mächtig, sind meist von den Ventrue unterjocht worden. Dafür sind die individualistischen Brujah überall in Europa zu finden.

 

Die Kappadozianer, die Grabräuber, die gespenstisch Bleich durch die Welt gehen und sich den Sterblichen nur selten zeigen. Schon ihr Urahne Kappadozius hatte mit den Toten und ihren Geheimnissen zu tun. Seine Nachfahren wurden nicht zu Herrschern, wie die anderen hohen Clans, sondern blieben als Gelehrte hinter den Thronen der kainitischen Prinzen. Allerdings sind auch die Giovanni eigentlich Kappadozianer, und von denen kann man noch sehr viel erwarten.

 

Die Lasombra sind, obwohl den Schatten liebend oder vielleicht auch deshalb, von ihrer unheiligen Natur her fromm. Kein Wunder, dass sie die Wege der Kirche nicht nur beschreiten, sondern auch leiten.

 

Sie wollen gar keine Macht, nur Kunst, die schönen Toreador, aber auch die schönsten der Vampire sind natürlich nicht immun gegen die Einflüsse der Macht. Vielleicht gibt es unter den Toreador nicht viele Prinzen, aber niemand sollte sie unterschätzen. Nicht jeder wird auf dem Weg der Ritterlichkeit von schönen Frauen abgelenkt, und nicht alle schmeichelnden Worte der hohen Minne sind ohne vielerlei Hintersinn gesungen.

 

Die Unholde der Tzimisce kenne sich besonders gut mit Macht aus, beherrschen sie doch seit langer Zeit schon Osteuropa. Sie beherrschen Elementarmagie und formen Fleisch und die dunklen Burgen auf den Bergen Transsylvaniens gehören ganz ihnen. Sie hassen die hochnäsigen Ventrue, noch mehr aber die Tremere, die sich durch Verrat an den Tzimisce zu Vampiren gemacht haben.

 

Die Ventrue sind die königlichen unter den Vampiren. Ihnen ist das Herrschen in das untote Blut gelegt worden. Sie machten das antike Rom groß und in vielen Städten des Mittelalters beherrschen Ventrue-Prinzen die Nacht.

 

Im Kapitel „Die hohen Clans im Spiel“ gibt es eine Menge Informationen, wie sich teilweise einzelne Clans, teilweise auch alle hohen Clans verhalten. Höfisches Leben, Krieg, Zufluchten und vieles mehr sind hier die Themen.

 

Und dann gibt es unter den hohen Clans auch noch ein paar „Bastarde“, unübliche kleine Clans. Zum Beispiel die gefühllosen „Wahren Brujah“, konsequente Gegenteile ihrer Vettern, außerdem die Überreste der Salubri, eines Clans, der von den Tremere vernichtet wurde und die heilen können, dann die Giovanni, die schon aufgrund ihrer familiären Bindungen und ihrer etwas gesünderen Hautfarbe von ihren kappadozianischen Vorfahren getrennt betrachtet werden können, und auch die immer weiblichen Lamien können gespielt werden, eine Schwesternschaft, die ebenfalls einem Kappadozius-Sohn abstammt, aber noch ein paar andere Gimmicks ihr eigen nennt.

 

In einem weiteren Kapitel geht es dann um neue Auswirkungen und Wege der Disziplinen, neue Geheimnisse der koldunischen Magie und Schwächen und Stärken, die im Spielerbuch nicht aufgezählt werden.

 

Im letzten Kapitel „Herrscher der Nacht“ gibt es vorgefertigte Charaktere, geht es um prominente Clansmitglieder und um Sekten, die es unter den verschiedenen Clans gibt.

 

Wie nach dieser langen und nicht wirklich systematisch wirkenden Aufzählung eigentlich schon klar ist, fehlt diesem Spielerbuch ein wenig die Ordnung. Die einzelnen Abschnitte in den Kapiteln passen oft nicht wirklich zusammen. Anstrengender ist eine andere Sache. Die Kapitel über die einzelnen Clans sind meistens aus der Sicht eines Ahnen erzählt, der einen Nachkommen unterweist. Das ist atmosphärisch wunderbar, aber dadurch sind die Abschnitte zu den Clans völlig verschieden. Jedes Mal, wenn man ein Kapitel beginnt, muss man sich in einen neuen Erzähler eindenken. Man merkt den Machern an, dass sie sehr viel Informationen und vor allem Hintergrund transportieren wollen, aber das geht des Öfteren in Atmosphäre unter. Die anderen Kapitel sind dann auch oft sehr redundant, das macht das Lesen nicht gerade einfacher.

Ansonsten ist dieses Buch sicherlich eine große Hilfe bei der Erschaffung eines Brujah, Ventrue oder gar Tzimisce. Vielleicht noch interessanter sind die geheimnisvollen Giovanni, die fast ausgestorbenen Salubri und die anderen Bastarde der Vampire, mal wirklich was besonderes, was nicht jeder spielt.

 

Die Aufmachung ist ganz im Stil des Spielerbuchs gehalten, viele gute S/W-Illustrationen. Allerdings ist das Cover doch eher gewöhnungsbedürftig, sehr bunt. Der Preis ist mit 34,95 relativ happig.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240624021609975dbd51
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Das Buch der hohen Clans

Gebundene Ausgabe - Feder & Schwert

Erscheinungsdatum: Mai 2005

ISBN: 3937255133

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 18.07.2005, zuletzt aktualisiert: 17.02.2015 11:20, 673