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Das Dunkle Fort von Simon R. Green

Reihe: Ein Dämonen-Roman Bd.2

Rezension von Carsten Kuhr

 

Eine mittelalterliche Welt, die erst vor kurzem einen Krieg gegen mörderische Dämonen überstanden hat. Eine vier-köpfige Gruppe Ranger die ausgesandt werden, den verschwundenen Sold einer ganzen Region zu suchen. Drei Banditen, die eben jenes Gold stehlen wollen. Eine Grenzfeste, von deren Besatzung nur Blutspuren auf dem Boden, den Wänden sogar der Decke übriggeblieben sind. Dies sind die Bestandteile, aus denen Simon R. Green seine Geschichte formt.

Der verlustreicher Krieg gegen Dämonen hat die Lande ausbluten lassen. Nur mit Mühe obsiegten die Menschen, und versuchen nun, ein paar Jahre nach dem Schluss der Krieges, mühsam sich wieder aufzurappeln. Zauberer sind aufgrund der Kämpfe Mangelware, Hexen, deren magische Fähigkeiten allerdings wesentlich geringer ausgebildet sind versuchen die vakanten Stellen auszufüllen. Unsere zwei, einander zunächst feindlich gegenüberstehenden Gruppen, stehen den magischen Angriffen fast hilflos gegenüber. Zusammen aber nicht vereint machen die Ranger und die Banditen sich auf die Suche nach dem verschwundenen Gold. Die Spur führt sie tief unter die Keller der Feste. Etwas Uraltes, Mächtiges, Böses regt sich dort in seinen Träumen, und nur eine magische Waffe verspricht den Hauch einer Hoffnung gegen den »träumenden Riesen« vielleicht bestehen zu können. Doch die Waffe befindet sich in Händen der Banditen, und die haben ganz andere Pläne.

 

Simon R. Green ist mir bislang nur von seinem humorvollen Roman »Das Regenbogen-Schwert« bekannt gewesen. Mit vorliegendem Werk legt er seinen Lesern einen lupenreinen Sword & Sorcery Plot vor. Zunächst einmal ist anzumerken, dass dieser Band eigentlich der zweite Dämonen-Roman des Zyklusses ist, warum Piper den Auftaktband nicht veröffentlicht, kann ich leider nicht sagen.

Green legt seinen Schwerpunkt eindeutig auf die Schilderung seiner Personen. Seine Welt, wie auch der eigentliche Handlungsschauplatz, die Festung werden dagegen kaum vorgestellt. So müssen wir uns mit dem Wenigen begnügen, das unsere Personen im Lauf der Handlung davon preisgeben.

Die Protagonisten entsprechen auf den ersten Blick dem ganz üblichen Schema. Hier die Guten die allen Gefahren zum Trotz am Ende siegreich aus dem Abenteuer hervorgehen werden, dort die Bösen, die letztlich als Kanonenfutter herhalten müssen. Doch gerade die Gruppe der Marodeure hat es mir angetan. In kurzen, fast schon zu kurzen Szenen streift der Autor deren Historie, zeigt uns auf, wie aus gefeierten Rettern des Königsreiches verbitterte Verbrecher wurden. Dabei verklärt er nicht etwa die Sicht auf die Banditen, sondern zeichnet sie wirklichkeitstreu negativ, aber eben auch gerade deswegen interessant. Demgegenüber lassen unsere Streiter auf Seiten des Rechts ein wenig überraschende Charakterzüge vermissen. Die unerfahrene Hexe, die den gestählten Kriegrecken anhimmelt, die Emanze, die ganz in sich selbst ruhend ihr Glück in den Armen eines Kameraden findet sind nicht eben neue Konstellationen. Der Plot selbst bleibt vorhersehbar, entwickelt sich jedoch ganz interessant und kurzweilig. Insgesamt aber hatte ich das Gefühl, nur den Teil einer grösseren, interessanteren Geschichte präsentiert zu bekommen. Es fehlte ein wirklicher Anfang, und ein wirkliches Finale. Das Einzelabenteuer bietet letztlich zu wenig, um mich wirklich überzeugen zu können.

 

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Buch:

Das Dunkle Fort

Autor: Simon R. Green

Reihe: Ein Dämonen-Roman Bd.2

Broschiert - Piper

Erscheinungsdatum: Juli 2005

ISBN: 3492265820

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 02.08.2005, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13