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Das Ende der Schöpfung von Juan Giménez

Ich, der Drache Bd. 1

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Eine Gruppe von Gauklern erreicht das mächtige Schloss Rosentall, um dort ihre Künste bei einem Fest zu zeigen. Doch längst verbirgt sich die Vorhut einer Armee vor den als uneinnehmbar geltenden Mauern. Zu allem Überfluss erwacht auch noch der Drache Madragon. Dann ist dasauch noch Geheimnis, das die Gauklerin Valka umgibt. Als sich die Ereignisse zuspitzen, muss sich Prinzessin Silvia unerwarteten Herausforderungen stellen.

 

Der in Spanien lebende Argentinier Juan Giménez hat sich spätestens durch seine Arbeit am - ebenfalls bei Splitter erschienen - Zyklus "Die Kaste der Meta-Barone" bei Comic-Freunden einen guten Namen gemacht. Der mit diversen Comicpreisen ausgezeichnete Künstler kann bereits auf eine lange Karriere zurückblicken und wirkte bereits vor drei Jahrzehnten beim animierten Science-Fiction-Film "Heavy Metal" mit.

 

Juan Giménez gelingt es sofort, seine Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Dazu kreiert er gleich zu Beginn eine Reihe von Handlungssträngen, die den Keim zu spannenden Ereignissen überdeutlich in sich tragen. So erfährt man bereits auf den ersten zwei Seiten vom Erwachen Madragons, der Anwesenheit einer - offensichtlich feindlichen - Armee-Vorhut und dass im Schloss ein gefährlicher Mann namens Jorkin auf die Gaukler wartet. Durch diese vielfältigen Bedrohungen wird der Leser förmlich zum Weiterlesen gezwungen und das Comic zum Pageturner. Dank der Geheimnisse und überraschenden Wendungen, die im Verlauf der Handlung geboten werden und den interessanten Figuren wird die Lektüre ein Vergnügen ohne Reue. Eines interessanten Kunstgriffes bedient sich Juan Giménez übrigens, indem er Teile der Geschichte von einem Baby erzählen bzw. kommentieren lässt, welches gerade geboren wird.

 

Der Zeichenstil von Juan Giménez ist möglicherweise nicht jedermanns Sache. Die Panels wirken häufig ein wenig verwaschen. Doch das übt besonders bei Totalen einen besonderen Reiz aus, wo Landschaft und Bauwerke durch diese Technik immer eine nebelige, geheimnisvolle Aura umgibt, die in diesem Fall auch sehr gut zur Handlung passt. Seine zeichnerischen Qualitäten beweist Juan Giménez eindeutig, wenn er die Gesichter seiner Figuren in Nahaufnahmen präsentiert. Gerade das Antlitz des Prinzen Rob von Norfolken wirkt geradezu lebensecht. In diesen Close Ups gelingt es Giménez die Gefühle seiner Charaktere überaus expressiv herauszuarbeiten. Allerdings deutet er manchmal, wenn sich der Blick weiter entfernt, einige Bildelemente nur an, was fast skizzenhaft wirkt. Zudem lässt er seine Charaktere immer wieder vor weißen Hintergründen agieren. Das hinterlässt einen etwas künstlichen Eindruck. Auch die Kolorierungen sind nicht immer optimal durchgeführt.

 

Gefallen kann die Übertragung aus dem Französischen, die von der erfahrenen Übersetzerin Tanja Krämling stammt. Sie konnte ihr Fähigkeiten bereits bei einer Reihe von Serien wie "Die Legende der Drachenritter" oder "Die Druiden" beweisen. Hier gelingt es ihr, besonders den teilweise mittelalterlichen Sprachduktus auch im Deutschen durchscheinen zu lassen. Die von Dirk Schulz besorgte Gestaltung des Covers hinterlässt hingegen einen zwiespältigen Eindruck. Sicherlich wirkt der abgebildete Feuer speiende Drache eindrucksvoll und attrahiert sicherlich Käufer, was ja auch der Sinn eines guten Titelbildes ist. Nach der Lektüre kommt einem diese Darstellung aber wie ein Etikettenschwindel vor. Denn im ganzen Comic kommt keine solche Szene vor.

 

Fazit:

Mit dem Auftakt zur Reihe "Ich, der Drache" gelingt Juan Giménez ein spannendes Fantasy-Comic voller Geheimnisse, das nicht nur seine Fans schätzen werden. Allerdings sollte man den Zeichenstil des Argentiniers mögen.

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Comic

Das Ende der Schöpfung

Reihe: Ich, der Drache Bd. 1

Autor: Juan Giménez

Erscheinungsdatum: Dezember 2010

Splitter - gebundene Ausgabe - 56 Seiten

Übersetzerin: Tanja Krämling

Cover: Dirk Schulz

ISBN-10: 3868692045

ISBN-13: 978-3868692044

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.01.2011, zuletzt aktualisiert: 17.11.2019 13:35