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Das goldene Feuer von Stephen Deas

Reihe: Drachenthron Band 3

Rezension von Christel Scheja

 

Drachen sind die beliebtesten Fantasy-Wesen überhaupt und daher tauchen sie gerade in vielen High-Fantasy-Werken auf. Nicht immer sind sie nur die Bestien, die es zu erlegen gilt, manchmal erweisen sie sich auch als Wohltäter und Freunde der Menschheit. Stephen Deas geht einen etwas anderen Weg. In der Drachenthron-Saga sind die mächtigen Wesen schon kurz nach der Geburt versklavt worden und dienen den Sterblichen. Allerdings verlieren diese – weil sie ihren Fokus eher auf sinnlose Machtkämpfe untereinander legen, langsam aber sicher die Kontrolle.

 

Die Drachin Schneeflocke kann ganz ihrer Natur folgen und sieht die Menschen nur noch als Futter an. Dennoch lässt sie ihren menschlichen Begleiter Kemir immer noch am Leben. Warum, das verrät sie nicht – ebenso wenig, wie sie begründet, dass sie die Zügel lockerer lässt und ihm sogar Kontakt zu einer anderen sterblichen Überlebenden erlaubt.

Derweil spinnt der Blutmagier Kithyr seine eigenen Ränke und versucht die Position zu festigen, die er sich geschaffen hat und gleichzeitig die Gefahr durch die Drachen zu bannen. Er ist einer der ersten, der erkennt, dass die magischen Quellen versiegen, mit denen die Menschen es bisher geschafft haben, die Drachen zu versklaven. Tatsächlich brechen immer mehr der mächtigen Kreaturen frei, gerade die jungen und noch wilderen Drachen lassen sich von ihrem unbändigen Freiheitswillen leiten.

Auch Prinz Jehal, der sich als Sprecher der neun Reiche in einer sicheren Machtposition wähnte, muss miterleben, wie alles langsam aber sicher unter seinen Händen zerfällt. Feinde entführen seine Frau und seinen Sohn und auch die Bündnisse, die er nun einzufordern hofft, stehen auf tönernen Füßen und brechen langsam aber sicher weg.

So stehen große Umwälzungen bevor, doch wer wird bei den ganzen Konflikten als Sieger hervorgehen?

 

„Das Goldene Feuer“ schließt nahtlos an die beiden ersten Bände des Zyklus an – leider verzichtet der Verlag auf die anderen Teile hinzuweisen, so dass man als versehentlicher Neueinsteiger arge Probleme bekommen wird, sich in der Handlung zurecht zu finden. Diese mag zwar nicht besonders komplex sein, aber sie ist in viele Handlungsebenen aufgesplittet, die am Ende nicht unbedingt zusammengeführt werden.

Auch die Figuren setzt der Autor bereits als bekannt voraus. Das ist aber ein geringeres Problem, da sie ebenfalls sehr simpel gestrickt sind und sich auch während der dramatischen Ereignisse des Bandes nicht sonderlich weiter entwickeln.

Die Geschichte selbst versucht mit vielen Actionszenen und Sprüngen von einer Ebene zur anderen dramatische Spannung zu erzeugen, die Handlung selbst plätschert aber eher dahin, weil man das Gefühl nicht los wird, dass der Autor im zweiten Teil des Romans nicht mehr so recht wusste, wie er die Probleme und Konflikte auflösen soll.

Zwar schafft er es auch weiterhin sehr flüssig zu erzählen und die Geschehnisse in Gang zu halten, aber man wundert sich stellenweise doch über die unreflektierten Auflösungen der Probleme und die eher seltsamen Entwicklungen, die nicht richtig weiter verfolgt werden. Auch mit den Figuren wird man nicht mehr warm, da ihr Charakter und ihr Schicksal nur gestreift und oft in Nebensätzen abgehandelt wird, so als ob der Autor nicht mehr viel mit seinen Helden anzufangen wisse und überhaupt die Lust an der Reihe verloren habe.

 

Alles in allem erweist sich „Das goldene Feuer“ als herbe Enttäuschung, da gerade der zweiten Hälfte des Romans jegliche Spannung fehlt und die Auflösung der Konflikte mehr als banal und uninteressant wirkt. Sollte das wirklich der Abschluss der „Drachenthron“-Saga sein, so kann man als Leser mit dem Ausgang auch bei allem Wohlwollen nicht sonderlich zufrieden sein.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Das goldene Feuer

Reihe: Drachenthron, Bd. 3

Autor: Stephen Deas

broschiert, 527 Seiten

Heyne, erschienen im Januar 2013

Übersetzung: Beate Brammertz

Titelbild: Stephen Youll

ISBN-10: 3453525329

ISBN-13: 978-3453525320

Erhältlich bei: Amazon

 

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Erstellt: 26.04.2014, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13