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Das goldene Zeitalter

Reihe: Novotopia Bd.1

Rezension von Michael Nolden

 

Prinzessin Nydia ist im Reiche Mathenia bei dem Volk gut angesehen. Sie gibt sich große Mühe ihre Rolle auszufüllen. Geschichtsunterricht und Kampfsport und viele andere Lehren vervollkommnen ihre Fähigkeiten. Zu ihren Freunden gehören Brownies, Delphine, aber auch Menschen.

Doch Nydia gerät in ziemliche Aufregung, als das königliche Schiff einläuft: Die wahre Prinzessin Nydia kehrt an den Hof zurück. Im Gegensatz zu ihrem Double ist sie ein echtes Ekelpaket und an hochwohlgeborener Arroganz nicht zu übertreffen.

Nalyn, so der wahre Name des Doubles, wird durch einen Feenzauber geschützt, so dass jeder in ihr die Prinzessin sieht. Sogar der König und der Prinz, der Thronfolger, lassen sich durch diesen Zauber täuschen.

 

Eines Tages begegnet Nalyn bei ihrer täglichen Arbeit als Double dem Jungen Philios. Der junge Mann ist von Technik fasziniert. Besonders jene Technik aus vergangenen industriellen Tagen hat es ihm angetan. Diese Technik ist seit langem verpönnt, weil die rücksichtslose Anwendung und die damit einhergehende Verschmutzung beinahe zum Untergang der Welt geführt hatten.

Leider beherrscht Philios die alte Technik nicht so gut und richtet in seinem neugierigen Schaffensdrang seinerseits fast eine kleine Katastrophe an.

Das Kennenlernen der beiden verläuft für beide Seiten wenig erfreulich.

 

Kurz danach läuft die kleine königliche Yacht Intrepid Explorer aus. Was eine Vergnügungsfahrt werden sollte, gerät zu einer hochdramatischen Rettungsaktion. Finstere Gestalten aus dem Reich Krossia wollen die Prinzessin entführen, um ein politisches Druckmittel gegen Mathenia in der Hand zu haben.

Wie gut, dass ausgerechnet jetzt ein Draufgänger wie Philios an Bord ist.

 

Rod Espinosa hat mit dem Auftakt zu dieser epischen Fantasy-Geschichte einen Zeichentrickfilm in einen Comic gebannt.

Wohlgemerkt gibt es keinen Zeichentrickfilm darüber, aber der Eindruck für den Leser ist dergestalt, dass die Vorlage ein abendfüllender Zeichentrickfilm gewesen sein könnte. Es gibt phantastische Panoramabilder von Staumauern mit riesigen Wasserfällen, Häfen mit gigantischen Schiffen zu Wasser und in der Luft, dunkle grausliche vielarmige und -beinige Wesen wie auch große Schlachten zwischen zwei Schiffsarmadas. Die Geschichte um das Reich Mathenia ist voller Abenteuer im Stile alter Piratenfilme und neuer Sternenepen.

 

Espinosa erleichtert seinen Lesern den Zugang zur Geschichte, indem er viele bekannte, sogar natürlich vorkommende Wesenheiten benutzt. Manche Bereiche der geschilderten Kultur sind bekannt oder doch ähnlich, in jedem Fall ist es jedoch sehr gut gemischt, so dass etwas völlig neues entsteht.

Philios ist ein junger Abenteurer. Sein Einsatz mit dem Raketenrucksack erinnert an Rocketeer oder auch Steamboy. Seine Kameradschaft mit dem Fledermauswesen ist beinahe eine Hommage an Chewbacca und Han Solo.

Nalyn, in der Rolle des Doubles der Prinzessin, ist ohne Zweifel eine Verbeugung vor Prinzessin Leia und in neuerer Zeit vor Padme Amidala. Ihre Freundschaft zu dem Delphin Ki-Ek und sein Schwimmröhrensystem an Bord der Intrepid Explorer erinnern an das System an Bord der Seaquest.

Die vorwitzigen Brownies erinnern an die Winzlinge aus Willow.

 

Espinosa, das zeigt die Geschichte ganz deutlich, liebt sein Metier und das Thema, das er gewählt hat. Er kleidet seine Charaktere asiatisch und auch in eine Art Uniform aus den Zeiten amerikanischer Unabhängigkeitskämpfe. Moderne Windkraftanlagen stehen einer ganz einfachen Fortbewegung zu Fuß gegenüber. So, wie Espinosa seine Charaktere kleidet und gestaltet, nämlich mit viel Feingefühl, mit ebensoviel Details stattet er diese Welt aus, so dass in der Tat ein prachtvoller Blick in dieses Universum entsteht.

Dem gegenüber steht das dunkle Reich Krossia. Angelegt wie eine Mischung aus Imperium, Mordor und Eternia ähnelt der aus verschiedenen Völkern angelegte Feind mit seiner herrschenden Kaste an die Bugs aus Starship Troopers.

 

Der zeichnerische Stil ist an Mangas angelegt, bedient sich allerdings der westlichen Lesart, was mir sehr entgegen kommt. So manches einseitige oder sogar doppelseitige Bild zieht den Betrachter in die Geschichte hinein. Auf diese Weise nimmt Espinosa technische Anleihen an der Arbeit der Filmemacher.

Und es funktioniert auf wirklich geniale Weise.

Neben den Bildern, den verschiedensten Details, vergisst Espinosa auch die Charaktere nicht. Auf ebensolche geduldige Art, wie er die Welt und die Bilder gestaltet, gewöhnt er den Leser an die Hauptfiguren Nalyn und Philios. Am Ende hat der Leser mit gelitten (also ich), immer schneller geblättert, weil sich die Spannung gerade in den Ereignissen gegen Ende immer weiter steigerte. Nach dem Finale entlässt Espinosa den Leser (also mich) mit einem kleinen Epilog, der deutlich macht, dass diese spannende Geschichte lediglich der Auftakt für weitere zahlreiche Abenteuer gewesen ist.

 

Beide Daumen rauf für ein wunderschönes Comic-Abenteuer.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Das goldene Zeitalter

Reihe: Novotopia Bd.1

Autor: Rod Espinosa

Zeichner: Rod Espinosa

Verlag: Eidalon

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

ISBN-Code: 393668636X

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 16.10.2005, zuletzt aktualisiert: 23.06.2019 12:39