Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Das grüne Wunder – Unser Wald

Rezension von Christel Scheja

 

Vor gut fünfzehn Jahren wurde durch die Dokumentationen ein neuer Trend gesetzt. Dokumentationen bestanden nicht mehr nur aus Interviews mit dozierenden Forschern und gelegentlichen Bildeinblendungen – nein man setzte durch „Unser blauer Planet“ und „Planet Erde“ von nun an mehr auf die visuelle Seite – ließ einfach die Bilder für sich sprechen, untermalt mit Musik und gelegentlichen Texten.

Von diesem Wandel in der Präsentation von Wissen profitiert auch die neue deutschsprachige Dokumentation „Unser Wald“.

 

Der Zuschauer begleitet Benno Fürmann auf einer Reise durch den heimischen Mischwald im Verlauf eines Jahres. Die kleinen und großen Wunder, die man sonst nie zu Gesicht bekommt, werden sichtbar. Sei es die Geburt junger Füchse tief unter der Erde in einem versteckten Bau, die Wanderung einer Wildschweinrotte durch das Unterholz oder wie die Weißstörche ihre Nester bauen.

Rot- und Dammwild durchstreifen ebenfalls die Waldgebiete und die jungen Hirsche kämpfen irgendwann um die Kühe. Im Mikrokosmos, beweist auch eine Bienenkönigin, dass sie nicht ganz wehrlos ist und nimmt den Kampf gegen eine Maus auf. Und nicht zuletzt sind da Abertausende von Ameisen, die alles nutzen, was der Wald ihnen gibt oder die beeindruckenden Hirschkäfer.

Aber auch die Pflanzen kommen nicht zu kurz. Nicht nur seltene Pilzarten werden gezeigt, man darf auch den „Tanz der Lebermoose“ beobachten oder den Blütenstaub der Haselnuss durch den Wald verfolgen. Und auch die Unbilden der Natur werden in Szene gesetzt – so wie der Moment, in dem ein Blitz in einen Baum einschlägt.

 

Man merkt, dass in der Dokumentation sehr viel Arbeit steckt, denn die Macher haben sich in schwer zugängliche Gegenden gewagt, die noch heute unberührt erscheinen, mit ihrem Kameras scheue Walsbewohner eingefangen und Geduld auf der Suche nach ungewöhnlichen Motiven bewiesen.

Das führt dazu, dass man den Wald, der rund um uns herum ist, nun mit anderen Augen sieht. Der Film ist interessant strukturiert, denn nicht nur die Jahreszeiten stehen im Mittelpunkt, auch die einzelnen Schichten. Die Dokumentation beginnt am Boden und wandert dann langsam aber gezielt zu den Wipfel hinauf. So kommen alle Waldbewohner zu ihrem Recht, sei es von den Insekten, über Hirsche und Rehe bis hin zu den Vögeln.

Benno Fürmann spricht seine Texte sehr einfühlsam und weiß den Zuschauer zusätzlich in die Bilderwelten zu ziehen, die denen der BBC-Dokumentationen in nichts nachstehen. Neben bekannten Fakten werden auch viele neue Informationen vermitteln, die durch die stimmungsvollen Bilder noch deutlicher hervorgehoben werden. So erlaubt die Dokumentation einen neuen Blick auf den heimischen Wald. Sie beweist damit, dass man die Wunder der Natur unter Umständen auch vor der eigenen Haustür entdecken kann.

Neben dem Hauptfilm gibt es noch ein umfangreiches Booklet und auf der DVD Interviews mit dem Erzähler und den Machern selbst. Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit.

 

 

Fazit:

 

„Das grüne Wunder – Unser Wald“ ist ein Fest für die Augen aller, die von Naturdokumentationen nicht genug bekommen. Gerade die deutsche Produktion öffnet die Augen, weil sie in die Natur direkt vor unserer Haustür entführt und beweist, dass kleine Wunder nicht weit entfernt sein müssen.

 

Nach oben

Platzhalter

DVD:

Das grüne Wunder – Unser Wald

(DVD; Dokumentation; FSK 0)

Regisseur(e): Jan Haft

Sprecher: Benno Fürmann

Komponist: Jörg Magnus Pfeil, Siggi Mueller

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1 , PAL, RC 2

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 15. März 2013

Produktionsjahr: 2012

Spieldauer: 90 Minuten

ASIN: B00AM5RCTU

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020517314346f7bc92
Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 21.05.2013, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01