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Das Leben der Vögel

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Die BBC ist für ihre hochwertigen Dokumentationen bekannt. Zu den Serien, die auch bei der Kritik hoch angesehen waren und viele Preise erhielten, gehört auch die 1998 entstandene 10-teilige Serie „Das Leben der Vögel“ von Verhaltensforscher Richard Attenborough. Sie gewann im Laufe der Zeit 16 Awards und wurde in neun weiteren Kategorien zumindest nominiert.

In Deutschland erschien die Serie 2004 bereits in zwei Boxen nun erfolgt noch einmal eine Gesamtausgabe in einer ansprechend gestalteten Box, die alle zehn Folgen enthält, die noch einmal digital neu aufbereitet wurden..

 

Sie sind aus unserer Umwelt nicht weg zu denken, die Vögel, die wie die Reptilien Nachkommen der Dinosaurier und damit älter als die Menschheit sind. Doch die wenigsten Menschen wissen, wie sie eigentlich leben, warum es dazu kam, dass einige Rassen darauf verzichteten zu fliegen und andere sich auf besondere Art und Weise spezialisierten.

Die Serie beschäftigt sich nun mit diesen Fragen und den vielen anderen Facetten eines Vogellebens.

Jede Folge pickt sich einen bestimmten Aspekt heraus. „Fliegen oder nicht fliegen“ und „Die Meister der Lüfte“ beschäftigt sich mit den besonderen Aspekten des Federkleides. Welche Eigenschaften muss es besitzen, um den Vogel für seinen Lebensraum optimal auszustatten. Warum sind einige Vogelarten ständig in der Luft, andere wieder haben verlernt, sich in die Lüfte zu erheben und können sich nicht einmal mehr ein Stück gleiten lassen.

Warum können einige Vögel gleiten, andere wieder müssen wie wild flattern. Dabei macht er auf die Rassen aufmerksam, die durch die Schuld des Menschen ausstarben oder im Begriff sind, von der Landkarte zu verschwinden.

Ein weiterer Themenkomplex ist die Ernährung Folgen wie „Der unersättliche Appetit“, „Die Fleischfresser“ und „Die Fischfresser“ geht auf die Gattungen ein, in die sich die Vögel auch einteilen lässt und zeigt die typischen Ernährungsgewohnheiten.

Zu Partnerschaft und Nachkommen leitet dann „Signale und Gesänge“ über. Wie verständigen sich die Vögel und warum tun sie das? Geschieht es zur Werbung oder Warnung – oder haben sie sich vielleicht sogar mehr zu erzählen. Gleich darauf folgt „Die Partnerwahl“ und verrät mit welch seltsamen oder für uns Menschen verrückt scheinenden Methoden mache Vogelarten die Weibchen für sich zu gewinnen versuchen. Denn das Ziel jedes Pärchens ist es, eine weitere Generation in die Welt zu setzen.

Das beginnt mit „Das anspruchsvolle Ei“ und endet mit „Elternsorgen“, zeigt die Methoden mancher Vogelarten, das Überleben ihrer Art auf Kosten anderer zu sichern und die Abwehrmethoden anderer Arten, verrät, dass nicht immer nur die Weibchen die Brut aufziehen und selbst die liebevollsten Eltern manchmal auf das Recht des Stärkeren pochen müssen, um das Überleben der meisten Küken zu sichern.

In der letzten Folge geht Richard Attenborough noch einmal auf die Vogelarten ein, die sich mit dem Klimawandel und der Ausbreitung des Menschen arrangiert haben und mitten unter uns in den Städten leben.

 

„Das Leben der Vögel“ ist eine typische Attenborough-Serie. Anders als andere Moderatoren ist er oft selbst vor Ort und in Interaktion mit den Tieren und erklärt nicht nur aus dem Off, sondern zeigt persönlich, was ihm besonders wichtig erscheint.

Dabei wechselt das Generelle und Alltägliche mit dem Außergewöhnlichen und exotischen ab, um den Zuschauer gleichzeitig zu informieren, aber auch zu unterhalten. Die Aufnahmen sind sehr sorgfältig ausgewählt und in die Erklärungen eingebunden, spezielle Techniken zeigen in Zeitlupe die Flug- oder Tauchfähigkeiten mancher Arten, andere wieder in Nahaufnahmen den Einsatz von speziellen Fähigkeiten und Talenten.

Nicht alle Vogelrassen mögen Spezialisten sein, dafür sind aber genau diejenigen, die viele Dinge ein wenig beherrschen auch klug genug um Werkzeuge einzusetzen.

Das Banale wechselt sich mit dem Skurilen ab, Lustige Momente aber auch mit dramatischen und sogar recht grausamen Szenen. Denn man kann nicht nur miterleben, dass Vögel ihre Beute verschlingen, manchmal töten sie auch ihre eigene Nachkommenschaft, um wenigstens die anderen Küken durchzubringen.

Diese Momente könnten sensible und sehr junge Kinder erschrecken, so dass man die Kinder nicht alleine vor der Dokumentation sitzen lassen sollte. Ansonsten gibt es sehr viele interessante Informationen zum Leben der Vögel vom Ei bis zum Tod, die wohldosiert in die eindrucksvollen Tieraufnahmen eingebettet sind. Ebenso wenig vergisst Richard Attenborough zu erwähnen, dass es auch an uns liegt, aussterbende Rassen zu bewahren und daran zu denken das auch sie einen Sinn für den Erhalt der Natur auf der ganzen Erde haben. Denn gerade, da er sie immer wieder als Teil ihres Ökosystems darstellt, wird deutlich, welch wichtigen Part sie in diesem einnehmen.

 

 

Fazit:

 

„Das Leben der Vögel“ ist eine unterhaltsame Dokumentation, die ihr Wissen wohldosiert und informativ vermittelt ohne Längen aufzuweisen oder all zu sehr nach Schulfernsehen zu klingen. Sie ist interessant für Jung und Alt, wenngleich man auch all zu sensible Kinder nicht alleine vor dem Fernseher sitzen lassen sollte.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051835322e415ed9
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DVD:

Das Leben der Vögel

10-teilige Serie, GB 1998

Darsteller und Moderator: Richard Attenborough

Sprache: Deutsch, Englisch (DD 2.0)

Format: Dolby, PAL, Region 2

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Anzahl Disks: 3

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 26. November 2010

Spieldauer: 450 Minuten

 

ASIN: B003VDC0RY

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 16.01.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01