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Das Testament des Narren

Reihe: Das Geheime Dreieck Bd.1

Rezension von Martina Klein

 

Als alter Fan von Verschwörungstheorien wurde ich von diesem Comic sofort in den Bann gezogen:

 

Die Hauptfigur der Geschichte, Didier Mosèle, arbeitet offiziell an den Übersetzungen alter Schriftrollen aus den Höhlen bei Qumran und ist im Geheimen Mitglied einer alten Freimaurer-Loge, wobei er sich aber mit derselben Thematik beschäftigt und Unglaubliches entdeckt: Im Laufe dieses ersten Bandes stößt er auf das „Testament des Narren“, das nicht weniger besagt, als dass damals nicht Jesus am Kreuz gestorben ist sondern dessen Zwillingsbruder – eine Ungeheuerlichkeit, deren Aufdeckung die Kirche mit aller Macht verhindern will und in den vergangenen 2.000 Jahren auch erfolgreich verhindert hat. ...Um jeden Preis: Didiers Freund, Kollege und Logenbruder Francis ist nicht der Einzige, den das Wissen um das „Testament des Narren“ das Leben kostet...

 

Die Geschichte ist sehr geheimnisvoll erzählt. Durch mehrere Zeitsprünge wird man auf eine spannende Zeitreise geschickt und erhält dabei immer tiefere Einblicke in die Jahrhunderte zurückliegende „Geschichte hinter der Geschichte“: Es geht um Kreuzritter und die Machtverhältnisse zwischen Kirche und Königen im frühen Mittelalter. Wirklich sehr mitreißend, auch wenn man Geschichtsunterricht eigentlich eher langweilig findet. Und nicht zuletzt die mystische Welt der Logen und Bruderschaften macht diesen Comic für uns Außenstehende faszinierend. Wer will nicht in Geheimnisse eingeweiht sein, die dem Rest der Menschheit verborgen bleiben.

 

Auf mich wirkt die Handlung dieses Comics wie eine Mischung aus dem „Jesus-Video“ und einem Mittelalter-Fantasy-Film. Für überzeugte Christen ist er wahrscheinlich nichts, da es um wirklich böse Machenschaften der katholischen Kirche geht, die sich bis in die Jetztzeit ziehen. Sogar der ausgedachte Papst bekommt davon schon Albträume...

 

Da die Handlung insgesamt über 7 Bände lang erzählt wird, ist der Handlungsbogen ziemlich weit gespannt und man kommt mit diesem ersten Band nicht wirklich weit in der Geschichte voran, bekommt mehr Rätsel als Auflösungen aufgetischt. Aber das ist man von diesen anspruchvollen Comic-Reihen ja schon gewöhnt... Muss man doch wieder alle Bände haben... Mist, verdammter!

 

Die Zeichnungen...

 

... sind sehr gut und geben dem Ganzen einen angemessenen Rahmen. Durch die eher düsteren Farben kommt die beklemmende Atmosphäre gut rüber, besonders bei den Sequenzen, die im Mittelalter spielen. Die Darstellung wirkt bisweilen wie ein Real-Kinofilm, und würde als solcher sicher auch gut funktionieren.

 

An manchen Stellen hätte ich mir bloß ein bisschen mehr Mimik bei den Charakteren gewünscht. Es ist teilweise nicht so ganz einfach, die inneren Beweggründe der Figuren zu erkennen. Dadurch bleibt man als Leser immer etwas distanziert zu den einzelnen Personen und beobachtet mehr von außen. Aber das hat auch irgendwie seinen Reiz...

 

Das Buch ist im großformatigen Hardcover-Einband und hat 48 Seiten. Mit seinen 12,00 € ist es zwar relativ teuer, aber durch seine hochwertige Verarbeitung den Preis schon wert. Es ist sicherlich eher was für Sammler als für den Manga-verschlingenden Comic-Konsumenten. Empfohlen ist es für Jugendliche ab 14. Da die Geschichte ziemlich kompliziert und auch an manchen Stellen etwas blutrünstig ist, ist das wohl auch angemessen.

 

Mir hat es insgesamt gut gefallen, aber wie gesagt: Ich steh ja auch auf Verschwörungstheorien...

 

 

Eure Meinung:


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Comic:

Das Testament des Narren

Reihe: Das Geheime Dreieck Bd.1

Autoren und Zeichner: Didier Convard, Gilles Chaillet, Denis Falque, Christian Gine, Pierre Wachs

Farben: Paul

Verlag: Ehapa Comic Collection

Format: Hardcover

Sprache: Deutsch

ISBN-Code: 3770414942

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 27.01.2006, zuletzt aktualisiert: 08.10.2018 18:29