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Das Theater des Windes

Reihe: Nanami - Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Auch junge Mädchen sind eifrige Leser von Abenteuer-Comics - wenn sie die richtigen Geschichten vorgesetzt bekommen. „W.I.T.C.H.“, eine Serie um fünf ganz normale Mädchen, denen die Kräfte der Elemente verliehen wurde, um über die Erde zu wachen, und andere Serien haben es vorgemacht.

In einem Stil, der irgendwo zwischen dem von Mangas oder Disney-Comics liegt, präsentieren sie die Erlebnisse ihrer jungen Heldinnen, die sich zunächst mit ganz alltäglichen Sorgen wie der Schule, schlechten Prüfungsnoten, Ärger mit oder Schwärmerei für Schulkameraden beschäftigen müssen und eher zufällig mit einer Aufgabe betraut werden, die sie eigentlich gar nicht übernehmen wollen.

 

Für Nanami beginnt das alles, als sie in der Schule ein merkwürdiges Buch findet. Aber wer hat das verloren? Vielleicht jemand aus dem „Rabenclan“ einer merkwürdigen Clique von Gothic-Punks, die auf ihre Schulkameraden eher den Eindruck machen gefährlich als nett zu sein? Und denen man besser aus dem Weg geht, weil sie so unheimlich sind und auch nicht an ihrer Ausstrahlung arbeiten?

Sie vergisst das Buch erst einmal, weil sie andere Probleme hat, denn im Gegensatz zu denen ihrer besten Freundin Cloe, sind ihre Schulnoten nicht unbedingt die besten. Und die Eltern haben ihr schon angedroht, sie im nächsten Jahr an einem strengen Internat anzumelden, um ihr die Flausen auszutreiben.

Erst in der Nacht betrachtet sie es sich genauer und bekommt einen riesigen Schrecken, denn es scheint nicht ganz von dieser Welt zu sein. Sie hat merkwürdige Visionen und nicht zu letzt entfährt den Seiten ein Wirbelsturm, der ihr Zimmer durcheinander bringt.

Deshalb beschließt Nanami gemeinsam mit Chloe, das gefährliche Werk am nächsten Tag zu der Adresse zu bringen, die auf der ersten Seite steht. Es ist ein herunter gekommes Theater, auf dessen Bühne zu ihrer Überraschung die Jungs und Mädchen der unheimlichen Clique stehen und ein Stück proben.

Der Leiter scheint auch an ihrer interessiert zu sein. Nanami ist gleichzeitig geschmeichelt und verunsichert. Sie ahnt noch nicht, das dies der erste Schritt für sie in ein großes und gefährliches Abenteuer ist.

 

Der erste Band der Reihe nimmt sich sehr viel Zeit, um die chaotische Titelheldin und ihr irdisches Umfeld vor zu stellen. Erst zum Ende hin schlägt die Handlung ins Phantastische um und schleudert Nanami - wenn auch nicht ganz allein - in eine andere Welt.

Nun gilt es gegenseitige Vorbehalte abzuschütteln und - auch wenn man eigentlich ganz andere Interessen und Lebensauffassungen hat - zusammen zu arbeiten, denn sonst könnte es leicht passieren, das alle drei Teenager ihren Kopf verlieren...

Ältere und erfahrene Leser ahnen schon sehr früh, worauf es hinaus läuft: Ein flippiger, in der Schule nicht gerade herausragender Teenager, der eigentlich mit Fantasy gar nicht viel am Hut hat, landet plötzlich in einer magischen Welt und muss sich als kriegerische Prinzessin und Erbin eines großen Reiches gefährlichen Feinden gegenüber stellen.

Das kennt man schon aus anderen Comics und Romanen, nicht zuletzt Mangas und Animes wie „Die zwölf Königreiche“. Allerdings kann man dennoch seinen Spaß an der Geschichte haben, denn sie wird insgesamt mit leichter Feder, hübschen Zeichnungen und angenehmen, nicht zu schrillen Farben präsentiert.

Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet und besitzen Macken, über die man immer wieder schmunzeln kann und gar nicht böse darüber ist, das ab und an die ältesten Klischees bemüht werden. Und dann kommt noch dazu, dass die insgesamt eher mäßig spannende Handlung dann doch noch mit einem Cliffhanger endet, man aber bereits so von der Geschichte eingenommen ist, so dass man am Ende durchaus schon wissen möchte, wie es weiter geht.

 

Nanami ist wie „W.I.T.C.H.“ eine Serie, die sich vor allem an junge Leserinnen wendet und eine zunächst nur leicht fantastisch angehauchte Geschichte mit vielen Anklängen an den normalen Teenager-Alltag erzählt.

 

Eure Meinung:


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Nanami

Band 1: Das Theater des Windes

Autoren und Zeichner: Nauriel, Eric Corbeyran, Amelie Sarn

Nanami 1. Le théatre du vent, 2006

Aus dem Französischen von Marcel LeComt

Ehapa Comic Collection, Köln, August 2007

Großtaschenbuch, 96 Seiten

ISBN 978-3-7704-6701-3

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 26.08.2007, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49