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Das Tor nach Ta-mekat von Rainer Nagel

Reihe: Midgard

Rezension von Jens Fleischhauer

 

„Das Tor nach Ta-meket“ ist sowohl der Name dieses Buches, als auch der Name der ersten und längsten Geschichte in diesem Buch. Im Gegensatz zu den anderen Midgardromanen, enthält dieses Buch mehrere Kurzgeschichten.

Wie schon kurz gesagt, ist die erste Kurzgeschichte und zugleich die längste, auch die, die dem Buch den Namen gegeben hat. Es ist also die Geschichte „Das Tor nach Ta-meket“ von Alfred Bekker. Diese Geschichte ist insgesamt rund 120 Seiten lang und hebt sich damit von den ansonsten deutlich kürzeren Geschichten, in diesem Buch, ab.

 

Die erste Geschichte spielt in Eschar. Die Geschichte startet in der Gegenwart Midgards und das bereits im Namen der Geschichte erwähnte Tor, führt dann in die Vergangenheit der Welt Midgard. Grob gesagt, geht es um einen machthungrigen Magier, der ein magisches Artefakt in seinen Besitz bringen will und dabei von einer Gruppe Waelinger gefangen genommen wird. Die Waelinger schaffen es aber nicht, den Magier zu besiegen und müssen ihn deshalb gefangen nehmen. Doch schafft es der Magier, die Waelinger davon zu überzeugen, dass er wüsste, wo sich ein sagenhafter Schatz befindet und gemeinsam wollen sie ihn dann holen.

Doch schafft es der Magier heimlich abzuhauen. Die Waelinger verfolgen ihn und besagtes Tor wird schließlich geöffnet. Der Anführer der Waelinger verfolgt den Magier nach Ta-meket, ein ehemaliges Reich auf Midgard und beide werden dort gefangen gesetzt. Hier erfährt der Waelinger dann auch den Hintergrund der Geschichte und zusammen planen sie die Flucht – zurück in die Zukunft.

Nun hat der Magier eine mächtige Schriftrolle und ein ebensolches Artefakt. Sein Plan ein großer Herrscher zu werden, kann in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Nur eines steht dem noch im Weg, der Anführer der Waelinger.

 

Zwei weitere Kurzgeschichten stammen von Doktor Rainer Nagel. Einmal ist es die Geschichte „Der Magier“ und zum anderen „Die Vanasfarne-Geschichten“. Die Geschichte „Der Magier“ von Rainer Nagel ist sehr kurz und irgendwie etwas verwirrend. So ganz klar wird mir nicht, was mit ihr ausgesagt werden soll. Sie spielt in einem Land Midgards, welches eine Wüste besitzt und handelt von dem Geist eines Magiers. Würde man mehr über den Inhalt sagen, dann wäre auch schon die ganze Geschichte erzählt.

„Die Vanasfarne-Geschichten“ sind länger geraten und spielen in Alba. Hierbei geht es um einen Magister, der versucht aus einer alten Geschichte die Wahrheit heraus zu filtern. Dieser Magister entdeckt einen Widerspruch in einer Geschichte und versucht nun die Wahrheit ausfindig zu machen. In verschiedenen Manuskripten wird eine Person teilweise unterschiedlich dargestellt. Ein paar Textstellen stellen diese Figur als böse dar, doch der größte Teil der Schriften, lobt diese Person als Held.

Doch die Wahrheit über diese Person ausfindig zu machen, ist schwerer als erwartet und verlangt mehr, als nur die Lektüre alter Texte.

 

Das Kloster Vanasfarne ist auch schon in Midgardabenteuern erwähnt worden und diese Geschichte liefert etwas mehr Hintergrund zu diesem Kloster.

 

Von Alexander Huiskes stammt die „Bandor-Trilogie“. Diese Trilogie umfasst fast siebzig Seiten und spielt in mehreren Ländern Midgards. Ausgangspunkt ist Warogast in Moravod, dann kommt aber auch Rawindra drin vor und weitere Örtlichkeiten.

Bandor ist in dieser Trilogie die Hauptperson. Eigentlich will er für seinen Lehrmeister ein Phönixei kaufen, bei einem Wichtel in Warogast, doch zugleich gibt es noch eine andere Person, die dieses Phönixei kaufen will. Beide potentiellen Käufer streiten sich erst, gehen dann aber gemeinsam weg, weil sie das Gefühl haben, sich zu kennen.

Der andere Käufer ist eine Frau und im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass ihre Tochter wohl von Sritas in Rawindra entführt wurde. Aus diesem Grund reisen sie und Bandor nach Rawindra, um die Tochter zu suchen. Aber auch hier ist wieder eine Zeitreise nötig, um einmal den Hintergrund der ganzen Geschichte aufzuklären und zum zweiten um die Tochter zu retten.

 

„Die Morde in der Via Orc“ von Axel Gottschalk behandelten eine Reihe merkwürdiger Kriminalfälle, in der die Opfer von Morden stark verstümmelt werden und ihnen nur den Schmuck, den sie am Leib tragen und deren Fische geklaut werden.

In den Ermittlungen kommt heraus, dass der Mörder eine sehr seltsame Gestalt ist.

 

Zwei Geschichten hat Christel Scheja beigesteuert. Einmal „Die Wölfin von Dunwold“ und zum anderen „Gebrandmarkt!“. Die beiden Geschichten spielen in Alba. In der ersten Geschichte geht es um einen kleinen albischen Clan, welcher Probleme mit Räubern hat. Die Tochter des Laird soll den Sohn eines Lairds des Nachbarclans heiraten, denn ihr Vater machten einen Pakt mit dem Nachbarclan, dass wenn sein Clan in Bedrängnis ist, der Nachbarclan ihm hilft, dafür aber seine Tochter, den Sohn des anderen Lairds heiraten wird. Sie sieht somit keinen Ausweg und sucht den Nachbarlaird auf, um die abgemachte Hilfe zu holen. Zusammen mit dem Sohn des Nachbarlairds und dessen Truppen kommt sie dann zurück zu ihrem Vater und stellt fest, alle sind tot.

Nun ist der Vertrag eigentlich nicht erfüllt worden und damit keine Hochzeit nötig…

 

In „Gebrandmarkt!“ geht es um eine Wirtstochter, die eine Kämpferin anhimmelt. Diese Kämpferin fühlt sich, durch das junge Mädchen, an sich selbst erinnert und bringt ihr ein wenig bei, doch kann sie sich auch an den Vater des Mädchens erinnern. Nach und nach kommt heraus, dass der Vater des Mädchens dabei war, als die Kämpferin in ein Bordell verschleppt werden sollte, sich wehrte und als Folge eine entstellende Narbe erhielt. Dies brachte ihr die Verbannung von ihrer Familie ein.

Die Tochter des Wirts leidet unter der Tochter des Dorfvorstehers, doch will der Vater nicht, dass sie weiter von der Kämpferin unterrichtet wird, obwohl sie sich dann gegen die Tochter des Dorfvorstehers wehren könnte. Es kommt zum Streit und die Tochter haut nachts ab. Dabei wird sie dann von einer Räuberbande gefangen genommen.

Der Vater macht sich sorgen und bittet die Kämpferin mit ihm, die Tochter zu suchen und gemeinsam stoßen sie auf die Räuber, deren Anführer der Mann ist, der der Kämpferin einst die Narbe verpasst hatte.

 

Manfred Roth hat die Geschichte „Brans Tod“ geschrieben, die in Erainn spielt. Aus der Sicht eines Coraniaid, wird der Tod des Fürsten Bran geschildert. Bran will nicht langsam verenden und bittet den Coraniaid darum, ihn zu töten. Dieser verwehrt ihm aber diese Bitte, so dass Bran ihn angreift. Folglich muss der Coraniaid ihn töten.

Ausführlich werden die erainnischen Beerdigungsriten geschildert und schließlich hat die ganze Geschichte auch noch eine Moral für den Coraniaid, der als Unsterblicher nun einmal das Altern und den Tod bei einem Freund mitbekommen hat.

 

„Die Geschichte von Branwen und Aid“ von Dieter Passchier spielt im Grenzgebiet von Erainn und Ywerddon und behandelt die Geschichte der beiden Kinder Branwen und Aid. Im Verlauf der Geschichte werden beide Älter und schließlich wird ihre Heimat von Orks überfallen. Dabei verliert Aid sein Leben und Branwen versucht ihn wieder ins Leben zurück zu holen, doch das erfordert hohe Opfer.

 

Von André Muhmood stammt die, in Waeland spielende Geschichte, Uggreis Brunnen. Dabei geht es um fünf junge Waeliner, die losgeschickt werden, ein weißes Rentierfell zu besorgen. Des Nachts werden sie von fünf Trollen angegriffen, vor denen sie dann ins Gebirge fliehen. Einer von ihnen, bricht sich auf der Flucht jedoch das Bein. Also wird die Gruppe aufgeteilt, denn die Unverletzten werden es wohl schaffen vor den Trollen wegzulaufen, so dass damit der Verletzte in Ruhe fliehen kann.

In kleinen Gruppen will man also die Trolle von dem Verletzten weglocken. Rabenkopf, ein Waelinger der unter schlechten Vorzeichen geborgen wurde, wird schließlich von allen Trollen verfolgt, stürzt bei seiner Flucht jedoch einen Abhang herab und bricht sich selbst sein Bein. Er versteckt sich in einer Höhle und hört wie jemand seinen Namen ruft.

Der Rufer ist ein unerwarteter Helfer, der bereit ist Rabenkopf zu helfen, wenn dieser einen Brunnen herab klettert und dort einen Apfel besorgt. Ihm bleibt nichts übrig, als dies zu tun und klettert den Brunnen herab. Doch nun scheint er in Slivurgard zu sein. Nun wird ihm aber klar, dass sein Helfer ihn nur herabschickte, um göttliche Macht zu erhalten. Aber was soll er tun? Der Heiltrank den er bekam, war vergiftet und das weiß er. Nun steht er in einem Gewissenskonflikt, sein Helfer ist nämlich eine alte Trollhexe.

 

Die letzte Geschichte stammt von Isolde Popp und hat den Titel „Die Katze“. Sie spielt in KanThaiPan und beleuchtet ein Detail aus dem Abenteuer „Der Ruf des Roten Raben“ etwas näher. Aus diesem Grund werde ich auch nicht weiter auf den Inhalt der Geschichte eingehen.

 

Zu den Geschichten gibt es jeweils eine Einleitung, die erklärt, auf welche andere Literatur sich die Geschichte stützt. So zum Beispiel „Die Vanasfarne-Geschichten“ auf Edgar Allen Poe. Zur letzten Geschichte, „Die Katze“, wird aber auch vermerkt, dass sie einen Zusammenhang mit einem Midgardabenteuer hat. Außerdem gibt es im Anhang einen kurzen Glossar, der ausführlicher hätte ausfallen können, sowie eine Vorstellung der einzelnen Autoren. Für die erste Geschichte gibt es außerdem eine Karte Eschars abgedruckt im Buch.

 

Die Geschichten sind inhaltlich alle sehr verschieden und spielen auch an verschiedenen Orten, dazu kommt, dass sie auch stilistisch sehr unterschiedlich sind. Wahrscheinlich sagt einem nicht jede Geschichte zu und ich könnte auch nicht jede Geschichte unbedingt empfehlen, aber durch die große Anzahl an Geschichten, wird dies wieder ausgeglichen. Gerade dies wird wohl dazu führen, dass jeder die eine oder andere Geschichte gut finden könnte.

Aber viele der Geschichten sind bereits älter und wurden nur abgedruckt, weil die eigentliche Hauptgeschichte „Das Tor nach Ta-meket“ zu kurz für ein eigenes Buch ist. Eigentlich eine recht schöne Idee, besonders da auch das Anliegen dieses Buches, die Vielfalt der Welt Midgard darzustellen, gelungen ist. Die verstreuten Handlungsorte und unterschiedlichen Aufhänger der Geschichten, lassen Midgard in größerer Breite erscheinen, als es ein einzelner Roman tun könnte. Dies ist ein großes Plus für das Buch.

 

Die Mehrzahl der Geschichten, finde ich auch sehr schön und das einem nicht alle gefallen, ist wohl durchaus verständlich. Wenn man sich für die Welt Midgard interessiert, dann wird man durchaus Spaß an diesem Buch haben und sich für das ein oder andere Abenteuer inspirieren lassen können.

Besonders die Verknüpfung zu anderen Midgradpublikationen, sei es rund um das Kloster Vanasfarne, oder auch mit dem Abenteuer „Der Ruf des Roten Raben“, gefällt mir sehr gut.

 

Fazit: Die Geschichten sind von unterschiedlicher Qualität, manche hätten überall spielen können und sind nicht gerade spezifisch auf die Welt Midgard zugeschnitten, aber im Großen und Ganzen, liefert dieses Buch doch recht nette Storys zu dieser Spielwelt.

 

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Titel: Das Tor nach Ta-mekat

Reihe: Midgard

Autor: Rainer Nagel

Broschiert - Pegasus

Erscheinungsdatum: März 2005

ISBN: 393782622X

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 19.08.2005, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13