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Das Vermächtnis der Wanderer von Mike Zupanc

Band 1

Rezension von Ralf Steinberg

 

Klappentext:

Dreißig Jahre ist es her, dass Mildred glücklich war. Dreißig Jahre lang trauert sie um ihren Mann, Conrad, der auf mysteriöse Weise an ihrem Geburtstag verschwand. Ein geheimnisvoller Brief lässt die Ereignisse von damals auferstehen. Der Erbe eines Antiquariats bittet sie darin, sich ein Bild, das Conrad einst bei seinem Vorgänger kaufte, ansehen zu dürfen.

Mildred weiß nichts von einem Bild, doch unter den Geschenken, die sie seit Conrads Verschwinden ungeöffnet auf dem Dachboden aufbewahrt, findet sie tatsächlich ein Gemälde.

Sie erkennt darauf »Silbury Hill«. Unzählige Legenden ranken sich um diesen, vor mehreren tausend Jahren künstlich angelegten Erdhügel.

Beim Betrachten des Bildes wird sie urplötzlich in eine mittelalterliche Parallel-Welt gerissen und findet sich am Fuße des rätselhaften Erdhügels wieder...

Ein Albtraum beginnt in einem England, das dem Untergang geweiht ist und von grauenhafter, dämonischer Macht beherrscht wird. Mildred erfährt, dass das Schicksal sie dazu bestimmt hat, den ungleichen Kampf gegen das Böse aufzunehmen und beschließt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun - immer in der Hoffnung, ihren geliebten Mann zu finden, der offensichtlich auf demselben Wege in jene Welt gelangte wie sie.

 

Rezension:

Ein Debüt als Autor mit einem Fantasyroman ist für viele Fans von Tolkin und Co. mit Sicherheit ein großer Traum. Jedoch ist der Markt begrenzt, die Leserschaft klein und übermächtige Schatten wie Harry Potter beeinflussen den Geschmack und die Erwartungen der Leser.

Doch seit es Book on Demand (BoD) gibt, also das Drucken eines Buches nach Bestellung, ist es leichter, sich diesen Traum zu erfüllen. Viele Verlage handeln mit ihren Autoren auch eine Beteiligung an den Druckkosten sowie am Vertrieb des Buches aus. Somit kann es ein engagierter Jungautor durchaus schaffen, das erste eigene Werk an die Leserschaft zu bringen.

 

„Das Vermächtnis der Wanderer“ erschien im BoD-Verlag Asaro als kartoniertes Taschenbuch. Der Beginn lässt Parallelen zu Diana Gabaldon vermuten, im späteren Verlauf der Handlung verschiebt sich der Vergleich deutlich in Richtung Herr der Ringe.

Mike Zupanc bemüht sich um einen farbigen und erzählerischen Stil, mit vielen Beschreibungen und Gedanken. Seine Heldin Mildred gerät in eine bunte Fantasyparallelwelt und wird dort unversehens in die Rolle der Weltenretterin geschubst. Von der einsamen alten Dame wird sie über Nacht zur schönen jungen Zauberin, die unternehmungslustig auszieht, ihren vor dreißig Jahren verschwundenen Mann zu suchen, den sie ebenfalls in Britannia wähnt. Unterstützt durch den Geist der Wanderin Elva Grace.

Dabei stößt sie auf elfenähnliche Wesen, auf den fiesen Handlanger des Oberbösewichts, auf Trolle und auf vom Bösen versuchte Menschen.

Der Autor bewegt sich dabei zu keinem Zeitpunkt außerhalb der altbekannten Fantasywege. Trotz einiger Schlenker bleibt die Handlung geradlinig und vorhersehbar. Immer wieder geraten die langen Beschreibungen zu kitschigen Abziehbildern standardisierten Elemente des Genres. Zusammen mit vielen zum Teil übertriebenen Ess-, Schlaf- und Wanderberichten, machen sie Teile des Buches zu zähen Langeweilern. Hier hätten Straffung und Kürzung gut getan.

Schade auch, dass Zupanc sich entschloss, seine Heldin zu verjüngen. Die ängstliche und verbrämte Alte vom Anfang des Romans hätte der Geschichte wesentlich interessantere Aspekte einbringen können.

Die Wahl der Motive, etwa eine Erklärung für die Merlinsaga bieten zu wollen, sind allein schon deshalb kritisch, weil es hierfür bereits jede Menge, auch zum Teil erstklassiger Bücher gibt. Zupanc nimmt sich hier die Chance, mit einem innovativen Erstlingswerk auf die literarische Bühne zu treten.

 

Die Verarbeitung des Buches ist nicht zu beanstanden, das Titelbild ist jedoch leider ein Fehlgriff. Zu sehr vermittelt es den Eindruck einer amateurhaften Verwendung von Layoutprogrammen. Beim stolzen Preis von 22,90 Euro, sollte die Aufmachung Klassen besser sein.

Damit kommen wir zum wichtigsten Kritikpunkt, dem Preis. Wer auch immer für seine Kalkulation verantwortlich ist, scheint einen falschen Eindruck vom deutschen Fantasymarkt zu haben. Es gibt wohl nur sehr wenige unter die Genrelesern, die sich den ersten Teil einer Serie eines unbekannten Autors zu diesem Preis kaufen würden.

 

Fazit:

„Das Vermächtnis der Wanderer“ ist sehr leichte Kost in der sattsam bekannte Motive vermengt und zu einer zum Teil kitschigen Story verarbeitet wurden.

 

 

Eure Meinung:


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Die Zauberin des Lichts

Band 1

Autor: Mike Zupanc

Asaro-Verlag, 2005

Broschiert , 312 Seiten

ISBN 3934625584

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.06.2006, zuletzt aktualisiert: 06.12.2019 15:13