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Das Zauberkompendium (Quellenband)

Rezension von Sebastian M. Hogrebe

 

„Entdecken Sie das Wissen tausender Zauber-kundiger. Das Zauberkompendium, ein unverzichtbares Werk für jeden Zauberkundigen, enthält über tausend der besten Zauber aus bereits veröffentlichten sowie unveröffentlichten D&D®-Produkten, Artikeln aus dem Dragon® und von der Wizard-of-the-Coast-Webseite. Die Zauber in diesem Buch ergänzen die im Spieler-Handbuch veröffentlichten. Alle offiziellen Errata wurden bereits eingearbeitet. Zudem enthält dieser Band beschreibende Texte, denen Sie entnehmen können, wie ein Zauber aussieht, klingt oder sich anfühlt.“

(Umschlagtext)

 

Das Zauberkompendium ist ein Hardcover von 288 bedruckten (+4 unbedruckte) Seiten im DIN A4 Format und ein Quellenbuch für Dungeons & Dragons v.3.5. Der Entwurf des Buches stammt von Matthew Sernett, Jeff Grubb und Mike McArthur, die Übersetzung ins Deutsche stammt von Daniel Schumacher, das Lektorat von Holger Raab, Art Director und Umschlaggestalter ist Oliver Graute und Satz wie auch Layout stammen von Angela Voelkel.

 

Dieses Buch enthält mehr als tausend Zauber - mit diesem Satz könnte man diese Rezension eigentlich schon beenden.

Natürlich könnte man noch erwähnen, dass die Optik des Buches sich in die Erscheinung der bisher erschienen D&D v.3.5 - Bücher einreiht. Lediglich die blassen Farben des Umschlages und der nicht zentrierte Text auf der Rückseite sorgen für einen Unterschied. Die Illustrationen im Inneren des Buches sind durchgehend von hohem Niveau und sind vereinzelt von der Größe einer ganzen Seite.

Auch dass die Zauber aus sehr vielen Büchern stammen, von denen die meisten noch nicht oder nie ins Deutsche übersetzt werden, könnte man angeben. Auch die Webseite von Wizard of the Coast oder das Dragon Magazin dienten als Quellen.

Der Aufbau des Buches bietet die gewohnte knappe Einführung mit Anmerkungen über die Verwendung des Buches, der Quellen und den Büchern die man braucht um das vorliegende Material nutzen zu können. Nach diesen 2 Seiten fangen die Zauberbeschreibungen an, nach einer kurzen Liste von Zaubern die durch dieses Buch umbenannt werden. Es folgen im Durchschnitt pro Seite vier bis fünf Zauber, die mit ihren Werten, ihrer regeltechnischen Beschreibung und einem kurzen Text zur Anwendung im Spiel aufgeführt werden und alphabetisch geordnet sind. Ab Seite 243 gibt es dann die Zauberlisten für die einzelnen Klassen, gefolgt von 75 zusätzlichen Domänen zum Spieler-Handbuch. Es gibt keinen Index und das Inhaltsverzeichnis ist zwei Zeilen und zwei Spalten groß.

 

Die Optik des Buches ist von erfreulich hoher Qualität im Bereich der Illustrationen, aber die Umschlagsgestaltung irritiert durch die blassen Farben und den versetzten Text auf der Rückseite. Der Eindruck einer Sparversion, im Vergleich zu den bisher auf deutsch veröffentlichten Bücher der v.3.5, kann sich hier aufdrängen. Die Bilder zu den einzelnen Zaubern sind zwar hübsch anzusehen, doch vermitteln die Abbildungen zu den finsteren Zaubern meist wenig bedrohliche oder „dunkle“ Atmosphäre. Für Kinder sind die Abbildungen also meistens nicht so schockierend wie Kriegsberichterstattungen im Fernsehen.

Die Zauber selbst sind zwar vielfach einfach übernommen, können aber überarbeitet worden sein und sollen dann ältere Versionen ersetzen. Die Form der Präsentation wird durch eine kurze Beschreibung erweitert. Der Text soll dem Leser den Gebrauch der Zauber anschaulicher beschreiben.

Da es, vielleicht aus Platzgründen, keinen Index für die Zauber gibt, muss der Leser sich am Alphabet entlang durch die Einträge hangeln. Eigentlich ein einfaches Prinzip ergeben sich allerdings Schwierigkeiten wenn man die deutsche Variante eines englischen Zaubers sucht. Auch werden „mächtigere“ oder „schwächere“ Versionen den „Grundzaubern“ zugeordnet und nicht anhand ihres ersten Buchstabens eingeordnet. So dauert die Zaubersuche unter Umständen ein paar Augenblicke länger. Die meisten Zauber hängen indirekt oder direkt mit dem Kampf zusammen, viele sind aber auch anders einsetzbar und nützlich.

Die Beschreibungen für die Anwendung der Zauber durch Charaktere sind durchgehend knapp und sehr allgemein gehalten. „Arkane Silben“, „komplizierte Gesten“ und „magische Energien“ bieten dem Leser keinerlei konkrete Vorstellungsmöglichkeit und wenig Kreativität. Als Grund dafür könnte man anführen, dass dem Grundsatz der Beliebigkeit und fehlenden Festlegung der D&D-Bücher gefolgt wird und / oder zu wenig Platz war. Mit der gleichen Begründung hätte man die 3- oder 4-Zeiler aber auch gleich ganz streichen und noch ein paar Zauber einfügen können. Man hätte an dieser Stelle vielleicht noch einige Illustrationen eingeführt, die das Buch in Hinsicht auf Anschaulichkeit und Atmosphäre viel besser unterstützen.

Von wenigen Fehlern wie die Flammenlohe, die einerseits eine Hervorrufung (S.66) und andererseits Beschwörung (S.256) sein soll, oder nur schwer begreifliche Beschreibungen wie die Belkerklauen (S.21), die anscheinend doch nur eine Hand in Rauch verwandeln, der aus irgendeinem Grund wiederum erheblichen Schaden anrichten kann, abgesehen werden die vielen Zauber wie gewohnt knapp und doch ausreichend präsentiert.

 

Fazit

Wie bewertet man nun also ein Lexikon? Da gibt es wohl nur eine wichtige Kategorie: die Funktionalität. Als trockenes Nachschlagewerk kann man dem Buch eine gute Note geben da es die Blätterei durch viele andere Bücher erspart, der Versuch mit den kleinen Stimmungstexten dem Buch mehr Atmosphäre, Stimmung oder Bildkraft zu geben gelingt allerdings nicht. Ein Spielleiter der seinen Spielern lediglich die Benutzung des Spieler-Handbuch erlaubt kann dieses Buch auf jeden Fall nutzen um neue und aufregende Begegnungen mit Bösewichtern oder anderen NSC passend in Szene zu setzen. Und natürlich sollte jeder Zaubersammler zugreifen.

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Das Zauberkompendium (Quellenband)

System: D&D 3.5

Autor: Matthew Sernett, Jeff Grubb und Mike McArtor

Gebundene Ausgabe

288 Seiten

Verlag: Feder & Schwert

Erscheinen: Januar 2007

ISBN-10: 3937255931

ISBN-13: 978-3937255934

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 07.03.2007, zuletzt aktualisiert: 10.02.2015 15:56