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Deadcore (PC)

Rezension von Cronn


Ich lande auf dem grünen Checkpoint-Pad und atme erst einmal tief durch. Das letzte Level hat mir schon nahezu alles an Konzentration und Geschicklichkeit gefordert. Nun wird es sicher eine Schippe mehr sein, die vom Programm daraufgelegt wird.

Ich befinde mich in einer surreal wirkenden Umgebung: Wolken ringsum, unter mir das rot leuchtende Grid-Raster und weit entfernt die Oberfläche. Fester Boden unter den Füßen, das ist es, was ich brauche, hier auf dem Weg hinauf auf den Turm.

Die Turmkonstruktion könnte merkwürdiger kaum sein. Metallisch glänzende Fassaden, durchbrochen von Sichtluken, sich drehenden Schleifen, dazu rot leuchtende Kuben, die Jagd auf mich machen, sobald ich in der Nähe bin.

Ich bewege mich an den Rand der Checkpoint-Plattform und springe mit einem kräftigen Schubser los. In der Luft bemerke ich, dass der Schwung nicht ausreichen wird, mich zur nächsten Plattform zu tragen, daher lege ich noch einen Luftprung mitten in der Bewegung hinterher, drehe mich um 180 Grad und setze rücklings auf der nächsten Plattform auf.

Geschafft!

Doch das war nur die einfachste Übung, die mir das Programm Deadcore vorsetzt. Bald schon bin ich in einem Rausch aus Geschicklichkeit, Jagd und absoluter Konzentration gefangen …



Rezension:

»Deadcore« heißt das Game, das von 5bits games entwickelt wurde und von Namco Bandai per Steam Download herausgegeben wird. »Deadcore« ist ein pures Plattform-Geschicklichkeitsspiel, das voll und ganz auf sein Gameplay setzt und keine wirkliche Geschichte vor sich her trägt.

 

Hintergrund:

Die Aufgabe des Spielers ist es, den Turm bis zur Spitze hinaufzusteigen. Was man an merkwürdigen Logs zwischendurch findet, sind psychedelische Versatzstücke, das textliche verwirrende Äquivalent zu den Zwischensequenzen bei Modern Warfare 2.

Mehr braucht man auch nicht zu wissen. Gern hätte man auch auf diese Log-Texte verzichten können. Seine Stärke hat »Deadcore« auf einem ganz anderen Bereich.



Gameplay:

Und das ist das Gameplay. »Deadcore« ist ein Core-Gamer-Ding. Hier geht es allein nur um die Geschicklichkeit, die Konzentration, die Fähigkeit aus Fehlern zu lernen.

Zur Zeit sind ja die Spiele-der-tausend-Tode voll und ganz angesagt. Games wie Dark Souls 2 oder Lords of the Fallen werfen den Spieler bewusst hart in Frustmomente, sind aber – im besten Fall – niemals unfair, sondern stets durch Geschick zu bewältigen, nicht durch Glück! Auf diese Weise sind Stellen, die man geschafft hat, umso zufrieden stellender für den Spieler.

Doch »Deadcore« hat nicht nur hier seine Wurzeln. Vielleicht mehr noch als bei diesen Hardcore-Games hat »Deadcore« bei Meatboy und anderen Indie-Games seine Wurzeln. »Meatboy« war ein Plattformer in 2D, der nur durch Training zu bewältigen war. Auch »Deadcore« ist ein Plattformer, der nur durch Training zu schaffen ist. Allerdings ist »Deadcore« in einer 3D-Umgebung angesiedelt, was ganz andere Möglichkeiten schafft!

 

Man springt, rennt unglaublich schnell und schießt durch die Level, geradezu in einen Rausch hinein. Bestenfalls. Oft jedoch wird man durch das Ableben beim Abstürzen oder beim Rennen in die roten Grid-Felder gestoppt. Dank einer schnellen Respawn-Funktion ist man aber immer wieder schnell im Geschehen und auch die Checkpoints sind fair gesetzt. Nie zu einfach, nie zu schwer. Prima!

Manche Transporter-Felder kann man abschießen, auch Laser-Turrets sind bezwingbar. Mit Hilfe einer Speedrun-Funktion kann man irrsinnig schnell laufen und noch vieles mehr gibt es in »Deadcore« zu entdecken.

Die Steuerung ist perfekt umgesetzt. Mit Maus und Tastatur spielt es sich hervorragend. Stets weiß man, wo man sich im virtuellen Raum befindet, so dass man nicht neben eine Plattform landet. Bestens gemacht!



Grafik und Sound:

Die Grafik von »Deadcore« ist als gut einzustufen. Dank der Unreal-Engine sehen die metallischen Oberflächen der Türme sehr gut aus. Auch Schimmer-Effekte gibt es, dazu ein Tron-artiger Look mit Neon-Rändern an vielen Plattformen. Insgesamt wirkt die Grafik von »Deadcore« stimmig und stilistisch gelungen.

Der Sound ist perfekt für ein solches Game. Hier wechselt sich situationsbedingt ruhige psychedelische Soundgestaltung mit einer treibenden Elektro-Beat-Musik ab. Klasse!

 

Wiederspielwert:

Es gibt neben dem Story-Modus noch den Speedrun-Mode. Hier kann man a la Mirrors Edge versuchen den Parcours so schnell wie möglich zu absolvieren. Es motiviert immens zu versuchen, die Bestzeit zu unterbieten. Von daher nimmt man »Deadcore« immer wieder mal gern in einer Zwischenpause zur Hand.

 

Fazit:

»Deadcore« ist ein süchtig machendes Stück Software, das sich durch eine perfekte Steuerung, ein kluges Gameplay und eine gute Grafik nebst tollem Sound auszeichnet. Gern mehr von diesen klugen und spaßigen Gameplay-Ideen!


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Eure Meinung:

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PC-Spiel:

Deadcore

5bits games, Namco Bandai, 17. Okt. 2014

Type : FPS / Puzzle / Platformer

Platforms: PC (Windows, Linux) and Mac

Players: 1

Game Engine: Unity3D

FSK: 12

 

Erhältlich bei: steam

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Erstellt: 29.10.2014, zuletzt aktualisiert: 16.08.2019 14:42