Der Feind: Die Fliegen
 
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Die Fliegen

Reihe: Der Feind 1

Rezension von Christian Endres

 

Thriller mit einem deutlich sp├╝rbarem Hauch von Mystery sind sp├Ątestens seit Dan Brown wieder in Mode gekommen und derzeit gern gesehene G├Ąste in den Bestsellerlisten. Doch auch in jener Ecke der Literatur, in der die Texte zumeist von sch├Ânen Bildern unterst├╝tzt werden, hat man seit einigen Jahren wieder gefallen an Mystery-Thrillern gefunden, die mehr sind als ein blo├čer Abklatsch von Akte X. Mark O. Fischer und sein Epsilon-Verlag pr├Ąsentieren uns mit dem ersten Band von Der Feind ein musterg├╝ltiges Beispiel f├╝r diese Bewegung innerhalb der Comicwelt, die dem Leser in erster Linie intelligent geschriebene und visuell ansprechende Comicunterhaltung beschert ...

 

Auf den ersten Blick macht die Geschichte einen wenig innovativen Eindruck: Ratlose Polizisten, blutige Serienmorde mit deutlich satanistischem Anklang und eine Gruppe junger Spezialisten um eine sexy Protagonistin, die mit ihren Freunden sozusagen als letzte Hoffnung in diesen aussichtslosen Fall hinzugezogen wird. Doch bereits die ersten sechs Seiten von Der Feind: Die Fliegen beweisen auf erfreuliche Art und Weise, dass hinter der Geschichte mehr steckt als ein bunter Cocktail aus althergebrachten Elementen, und dass die weiteren Teile der Reihe (die Fortsetzung auf Deutsch wurde f├╝r 2006 angek├╝ndigt) bestimmt noch die ein oder andere ├ťberraschung f├╝r den Leser bereit halten. Gen├╝gend Verschw├Ârungs- und Verwirrungspotential ist zweifelsohne vorhanden und wartet nur darauf, ausgesch├Âpft zu werden, und Teil eins l├Ąsst vermuten, dass das Kreativteam dies spielend schafft ...

 

Das Artwork von Alberto Pagliaro unterliegt mehreren Einfl├╝ssen, nimmt Anklang bei den Frankobelgiern, aber auch modernen Cartoons. Letztendlich f├Ąhrt Pagliaro damit aber genau richtig und bedient sich des einzigen Striches, mit dem man einen Mystery-Thriller, der mit einigen blutigen, aber auch einigen erotischen Szenen aufwartet, in Bildern einfangen kann. Hervorzuheben ist auch die ├Ąu├čerst gelungene Farbgebung, welche die angenehm klaren Zeichnungen unterst├╝tzt und ihnen sichtlich zu Gute kommt.

 

Die Aufmachung des ├╝berformatigen Bandes (22 x 29,5 cm) ist schlicht und schn├Ârkellos, daf├╝r technisch aber einwandfrei. Vor allem das gestochen scharfe Druckbild und die gute Papierqualit├Ąt erfreuen das Leserherz, zumal da gro├če Format obendrein daf├╝r sorgt, dass Pagliaros Zeichnungen ideal in Szene gesetzt werden und das Lettering trotz leicht handschriftlichem Charakter durchgehend gut lesbar ist und sich angenehm in die optische Erscheinung des Comics eingliedert. Ein technisch rundum solide gemachter Band also, der zudem noch mit einem interessanten Einbandmotiv auf Vorder- und R├╝ckseite aufwarten kann, das einen sch├Ânen Einstieg in die Story bietet.

 

Fazit: Eine gewogene Mischung aus Mystery, Sex und Crime und zudem ein tolles Artwork, das von der ersten bis zur letzten Seite begeistert ÔÇô wenn das kein gelungener Einstand ist, dann wei├č ich auch nicht mehr. Doch nicht nur die sch├Ânen Bilder, sondern auch die Geschichte selbst haben mich vollauf ├╝berzeugt und definitiv Lust auf mehr gemacht, so dass ich auch die ein oder andere etwas ekeligere, weil blutigere Szene gerne in Kauf genommen habe. An dieser Stelle vielleicht die Empfehlung, dass dieser Band in erster Linie einem etwas gereifteren Publikum zug├Ąnglich gemacht werden sollte - sowohl wegen seiner freiz├╝gigen, als auch wegen eben angesprochener blutiger Darstellungen.

 

Wer also ein Faible f├╝r undurchsichtige Thriller hat, bei denen er als Leser stets gefordert ist, um alle Zusammenh├Ąnge zu begreifen und auch das Nichtgesagte und die Figuren am Rand und in den (teuflischen) Schatten zu erkennen, der ist bei Der Feind genau richtig und wird mit dem ersten Teil trotz aller Fliegen seine Freude haben.

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023060720574022d3066a
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Comic:

Der Feind: Die Fliegen

Autor: Thierry Robberecht

Zeichner: Alberto Pagliaro

Verlag: Epsilon

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

ISBN-Code: 3937898166

Anzahl Seiten: 48

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Erstellt: 23.11.2005, zuletzt aktualisiert: 20.02.2023 19:18