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Der Fluch der Osterinsel

Rezension von Cronn

 

Sanft wiegen sich die Unterwasseralgen in der Strömung der Karibik. Langsam schwebe ich hinab zu dem Wrack des alten Schiffes, das leckgeschlagen seit Jahrzehnten in der Tiefe des blauschimmernden Meeres liegt.

Mit den bleibeschwerten Stiefeln treffe ich auf dem Oberdeck des Frachters auf. Eine Wolke aus Schlamm wirbelt auf, wird von der Strömung hinfortgetragen. Ich sehe mich um.

Die Reflexionen der Sonne auf der Meeresoberfläche sind hier unten immer noch zu erkennen. Sie wabern als Wasserschatten über alle Gegenstände, was sehr hübsch anzusehen ist.

Vor mir befindet sich eine Luke auf dem Oberdeck, die es anzuheben gilt. Denn ich bin auf der Suche nach einem uralten Artefakt, das sich im Bauch des Frachters befinden soll.

Doch die Luke ist verschlossen. Mir fehlt also ein Schlüssel. Ich sehe ihn, er liegt in einer Muschel! Doch sobald ich heranwill, schnappt die Muschel zu.

Und dann zischt auch noch eine Muräne aus dem Bootsbullauge!

So wird das überhaupt nichts!

Ich muss mir etwas einfallen lassen. Zunächst soll die Muräne mit ihren scharfen Zähnen ausgeschaltet werden. Hierzu bedarf es eines Tricks. Aber welchen?

Langsam drehe ich mich um und betrachte alle Gegenstände auf dem Schiffswrack. Alles Tand, unbrauchbar. Doch was ist das? Ein Rettungsring fesselt meine Aufmerksamkeit.

Was wäre, wenn ich den Rettungsring…

Klar! Das ist die Lösung!

Ich schnappe mir den orangefarbenen Rettungsring und mache mich an die Konstruktion einer ganz besonderen, tierfreundlichen Falle…

 

„Der Fluch der Osterinsel“ heißt das neue Game, welches von der Softwareschmiede Independent Arts programmiert wurde. Die Veröffentlichungsplattform ist die Nintendo Wii und SevenOne Intermedia publiziert das Spiel.

Als Genretitel ist es dem Adventure-Genre zuzuordnen und weist eine Besonderheit auf: es existiert sowohl für die Wii als auch für den DS. Der Vorgänger von „Der Fluch der Osterinsel“ heißt „Die Krone des Midas“ und zeigte dieselben Charaktere, allerdings in einem anderen Setting.

Adventures sind für Nintendos Wii eher selten anzutreffen. Daher freut man sich als Adventure-Fan prinzipiell über die Ausnahmen. Aber wie gut „Der Fluch der Osterinsel“ gelungen ist, soll die folgende Rezension bewerten.

 

Inhalt:

„"Bringt mir das Logbuch aus St. Petersburg!" So lautet der simple Auftrag, mit dem sich Jessica und Stephan auf den Weg machen. Doch kaum halten sie das Buch in den Händen, wird es ihnen von einem Unbekannten wieder entrissen. Und so beginnt eine abenteuerliche Reise rund um die Welt. Russland, Mumbai, der Grund des Indischen Ozeans und Lima sind Stationen einer Jagd, die ihr dramatisches Finale auf den Osterinseln findet. Werden Stephan und Jessica einen gefährlichen Geheimkult aufhalten und den Fluch der Osterinsel aufheben können?“

Mit dieser Kurzbeschreibung als Klappentext wird der Spieler in das Spiel geleitet.

Vorkenntnisse aus „Die Krone des Midas“ sind zwar erhellend, aber nicht zwingend notwendig. Wer den Vorgänger kennt, weiß um das Verhältnis zwischen dem Hauptcharakter Stephan und seiner Angebeteten Jessica und kennt ihr Abenteuer im Museum.

Doch auch ohne diese Kenntnisse ist „Der Fluch der Osterinsel“ problemlos zu verstehen.

Alles dreht sich um die Kultur der Osterinsel-Bewohner. Diese haben Steintafeln hinterlassen, welche große Macht verleihen können. Falls sie in die falschen Hände gelangen, ist das natürlich fatal. Daher begeben sich Jessica und Stephan auf die Suche nach der letzten Tafel, die am Grunde des Meeres in einem Schiffswrack liegen soll. Doch wo genau das Schiffswrack gesunken liegt, das weiß nur das Logbuch des alten Kapitäns aus St. Petersburg.

Im Folgenden reisen die beiden Charaktere rund um den Globus, um mal hier und mal da Nachforschungen anzustellen, anderen Charakteren nachzujagen und vieles mehr.

 

Steuerung und Rätseldesign:

Typisch für ein Adventure ist auch die Steuerung. Mittels der Wiimote zeigt man in den Bildschirmen auf Objekte. Mittels der A- oder B-Taste kann man es manipulieren, was sich situationsbedingt intuitiv als „Sprechen“, „Betrachten“ oder „Manipulieren“ darstellt.

Mit dem Nunchuck steuert man den Spielcharakter durch die Bildschirme, mit der Z-Taste rennt man schneller oder geht einen Menüpunkt zurück. Die Steuerung reagiert sehr gut und wirkt durchdacht.

Das Rätseldesign wirkt bekannt. Es gibt die typischen Kombinationsrätsel, Marke „Kombiniere A mit B und trage das nach C“, aber auch Minigames und kleinere Logikrätsel. Diese bleiben aber zumeist fair und mit der in drei Stufen zuschaltbaren Rätselhilfe auch für Adventure-Einsteiger sehr gut machbar. Prima!

 

Grafik und Sound:

Die Grafik von „Der Fluch der Osterinsel“ ist in Bezug auf die Umgebungstexturen, Polygonobjekte und Lichteffekte als sehr gelungen zu bezeichnen. Leider ist das nicht für die Figurendarstellung der Fall. Diese wirken besonders in den Zwischensequenzen hölzern und weisen schlecht animierte Gesichtsanimationen auf.

Wer darüber hinwegsehen kann, der erhält ein abwechslungsreiches Gamesetting, das vom schneeigen St. Petersburg über die Tiefsee bis hin zu karibischem Inselflair viel zu bieten hat.

Der Sound ist gut, die deutschen Sprecher machen ihre Sache ordentlich.

 

Fazit:

Mit knapp 8 Stunden Spielzeit ist „Der Fluch der Osterinsel“ ordentlich lang geworden. Die Rätsel sind nicht allzu fordernd, was aber nicht negativ zu werten ist. Für Adventure-Gelegenheitsspieler ist „Der Fluch der Osterinsel“ sehr gut machbar.

Auch Adventure-Profis werden an „Der Fluch der Osterinsel“ ihre Freude haben, dann kann man allerdings ein bis zwei Stunden Spielzeit abziehen.

Im Vergleich zu „Die Krone des Midas“ ist „Der Fluch der Osterinsel“ eine deutliche Verbesserung und daher kann hier Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

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MEDIUM: Wii

Der Fluch der Osterinsel

von F+F Distribution GmbH

Plattform: Wii

USK-Einstufung: USK ab 0 freigegeben

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Erstellt: 11.05.2011, zuletzt aktualisiert: 24.02.2015 11:42