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Der Heckenritter George R. R. Martin

Rezension von Ralf Steinberg

 

Rezension:

Ser Arlan ist ein wandernder Ritter ohne Burg und Lehen, der seine Dienste demjenigen anbietet, für dessen Sache er eintreten will. Ein Ritter, dem die Tugenden noch etwas gelten. Als er stirbt, beschließt sein Knappe Dunk, ein hoch gewachsener Jüngling, Schild und Schwert zu übernehmen und ebenfalls ein Heckenritter zu werden.

Sein erstes Ziel ist ein Turnier in Ashford, auf dem er nicht nur Ruhm erlangen will, sondern auch seine Ritterschaft zu legalisieren hofft, denn ein Ritter ohne Hab und Gut braucht Ansehen, um von den anderen als Ihresgleichen anerkannt zu werden.

Auf dem Weg zum Turnier trifft er auf den kleinen Streuner Egg, der unbedingt sein Knappe werden will. Trotz Ablehnung, findet ihn der Junge in Ashford Meadow und Dunk läßt dem Knaben seinen Willen.

Das Turnier versammelt viele Ritter, darunter auch die Prinzen von Dragonstone. Doch Dunk muss zunächst dafür sorgen, dass er überhaupt am Turnier teilnehmen darf. Er ist unbekannt und benötigt einen Bürgen...

 

Vielleicht ist es aus der Mode, in Jugendjahren Ritterromane zu lesen. Ivanhoe von Walther Scott etwa. Zu weit weg von unserer eigenen Lebensart scheint jene Zeit. Dennoch wird sie von Fantasy-Autoren hofiert, im Schatten der Geschichten um die Tafelrunde oder großer Gestalten wie Beowulf.

Heraus kommen meist stark romantisierende Geschichten, die mit Minne oder Tugend rein gar nichts zu tun haben.

Ähnlich trifft es auch für George R. R. Martins Heckenritter zu. Zwar spielt die Handlung in einem fiktiven Land, die historischen Bezüge sind jedoch vorhanden.

Mit einem Spannungsbogen, der erst zum Ende hin Auflösung und eine dramatische Wendung nimmt, leisen Humor und dezenter Gewalt, vor allem aber anschaulichen Turnierkämpfen, versteht die Geschichte aber zu fesseln.

 

Das besondere dieser Adaption ist jedoch eine wunderschöne Illustration. Die Zeichnungen von Mike S. Miller sind klar und ausgearbeitet. Action wird in klassischen Perspektivschrägen dramatischer, es gibt großartige Frontalen und starke Lichteffekte, die den Blick festhalten.

Sowohl in der Darstellung von Menschen, als auch der der Pferde, gibt es nichts auszusetzen, hier ist ein wahrer Könner am Werk gewesen.

Auch die Farben von Mike Crowell passen sich dem Duktus der Geschichte an und geben ihr eine gelungene Atmosphäre.

 

Komplettiert wird die prächtige Ausgabe von Panini, die die ursprünglich sechs Teile zusammenfasst, um eine Covergalerie der amerikanischen Originalausgabe und einer Übersicht über die Heraldik der beteiligten Ritter.

 

 

Fazit:

„Der Heckenritter“ ist eine wunderschön gezeichnete Umsetzung von George R. R. Martins Kurzgeschichte aus dem Dunk & Egg- Zyklus, der die Vorgeschichte seiner Fantasy-Reihe Das Lied von Feuer und Eis erzählt. Ohne Zweifel ein Leckerbissen für Liebhaber klassischer Comics.

Eure Meinung:


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Comic:

Der Heckenritter

Autor: George R. R. Martin

Skript: Ben Avery

Zeichner: Mike S. Miller

Farben: Mike Crowell

Original: George R. R. Martin’s The Hedge Knight TPB, 2006

Übersetzerin: Kerstin Fricke

Panini, Paperback 2007, 148 Seiten

ISBN: 3866074824

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 26.09.2007, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49