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Der Lehrling des Magiers von Raymond E. Feist

Reihe: Midkemia Band 1

Rezension von Ralf Steinberg

 

Klappentext:

Pug und Tomas träumen davon eines Tages in der mittelalterlichen Fantasy-Welt von Midkemia zu Helden heranzuwachsen. Während Tomas die Kunst des Schwertkampfs erlernt, schlägt Pug den Weg eines Magiers ein. Die Weichen ihres Schicksals sind gestellt als die jungen Kämpen eines Tages auf ein merkwürdiges Schiffswrack stoßen. Pug und Tomas haben mehr Möglichkeiten, zu Helden heranzureifen, als ihnen lieb sein kann ...

 

Rezension:

Der Beginn der Midkemia-Saga als Graphic Novel unterstreicht die im Original aufbebaute romantische Mittelalterinszenierung und reiht sich daher zu Recht in die lange Reihe klassischer Fantasy ein.

Das besondere an diesem Band aber ist sicherlich der radikale Wechsel des ausführenden Teams in der Mitte. Der Bruch ist so deutlich und strikt, dass es vielleicht nicht jedem Leser oder Betrachter gefallen wird, wenn er sich nicht von den gewohnten Bildern wegbewegen möchte. Das spannende aber ist, dass die Zeichner jeweils sehr eigene Interpretationen der Figuren haben.

Bei Brett Booth etwa sind Pug und Thomas schlaksige Jünglinge, während Ryan Stegman sie viel mehr zu Knaben, also im eigentlichen Sinne zu Kindern macht. Diese optische Verjüngung der Hauptfiguren ist gewagt, zumal wir gerade erst das Älterwerden der beiden Beobachten konnten.

Interessanter ist da schon die Herangehensweise an andere Figuren, etwa Meister Kulgan, der vom weisen Lehrer zum eigenbrötlerischen und abgerissenen Kauz wird.

Diese völlig andere Sicht auf ein und dieselbe literarische Vorlage macht den Reiz dieses ersten Teiles der Midkemia Graphic Novel aus. Dieser Wechsel von fein ziselierten Strichen zu gröberen Kohlezeichnungen, von starken Akzentuierungen der Farben zu flächigerer Colorierung zwingt den Leser dazu, sich mit der eigenen Betrachtung der Figuren zu beschäftigen. Letztlich ist eine Illustrierung der eigenen Fantasy stets schwierig und vielleicht wird man sich entscheiden müssen, welche Note einem selbst mehr entspricht. Es ist wie mit der Verfilmung von Harry Potter. Ron war die Eins zu Eins Umsetzung, Hermine eine akzeptable Alternative und Harry ein Flop. Die Macht der Imagination durchdringt das Medium Buch wie keine andere.

 

Da in „Der Lehrling des Magiers“ zunächst alle Pfade abgesteckt werden, auf denen die weitere Handlung voranschreiten wird, ist vor allem die Beschreibung der Freundschaft zwischen Pug und Thomas, sowie ihre Ausbildung Thema der Handlung, wenn wir auch etwas über die heraufziehende Bedrohung erfahren. Umso schwerer fällt natürlich das Warten auf den nächsten Band.

 

Panini ergänzt die sechs Kapitel der amerikanischen Originalserie mit einem Vorwort von Feist sowie einer Covergalerie. Erneut beweist der Verlag sein Bemühen um hochwertige Editionen.

 

Fazit:

Ein Fantasyklassiker in schönen Bildern und romantischem Ambiente. Der Zeichnerwechsel in der Mitte mag irritieren, bringt aber jede Menge neuer Sichten mit sich und erhöht besonders für den Comicfan den Lesespaß. So richtig los geht es zwar erst im Folgeband, aber in der Fantasy ist auch jeder Anfang spannungsvoll.

Eure Meinung:


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Comic:

Der Lehrling des Magiers

Reihe: Midkemia-Saga Band 1

Autor: Raymond E. Feist

Original: Raymond E. Feist's Magician: Apprentice, 2007

Zeichner: Brett Booth und Ryan Stegman

Farben: Vincius Andrade und Kieran Oats

Übersetzerin: Kerstin Fricke

Panini, 2007

ISBN-10: 3866075030

ISBN-13: 978-3866075030

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 08.12.2007, zuletzt aktualisiert: 02.06.2019 18:26