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Der letzte Tempel des Asklepios

Reihe: Das Einhorn Bd. 1

Rezension von Christian Endres

 

1556. Die Zeit der Renaissance in Frankreich, Italien und Deutschland. Die Kirche und diverse engstirnige Anhänger älterer Lehren ringen mit den Jüngern des neuen Glaubens an die Wissenschaften, die das Tor zur revolutionsschwangeren Zeit der Aufklärung aufstoßen wollen. Und als ob in diesem historisch belegten Szenario politisch und gesellschaftlich nicht schon genug Zündpulver drin wäre, sieht sich der königliche Chirurg Ambrosius Paré plötzlich auch noch einer noch viel größeren Gefahr gegenüber: Denn auf einmal ist er mittendrin in einem Krieg, der hinter der Bühne der fast schon obligatorischen religiösen Kriege jener Zeit längst begonnen hat und zum Teil unbeschreibliche, monströse Wesen als Soldaten auf abgelegene, aber manchmal eben auch beängstigend urbane Schlachtfelder mitten im Herzen Europas schickt ...

 

Mysteriöse Monstren, Geheimgesellschaften und Sekten, Blut, Leichen, Mord, Verschwörungen en masse, Alchemie, Nostradamus und reichlich wissenschaftlich-historische Anspielungen, dazu geschichtlich verbürgte Protagonisten und Figuren - Szenerist Mathieu Gabella meint es deutlich zu gut mit dem Leser des ersten Bandes von Das Einhorn. Gabella baut einfach viel zu viele verschiedene Elemente in seinen Auftaktband ein und bedient sich im Bemühen um Innovation aus zu vielen altbekannten Töpfen. Weniger wäre hier mehr gewesen. Die historische Atmosphäre stimmt und kommt angenehmerweise sehr gut rüber - mehr Klarheit im Aufbau der Story und eine weniger um Verworrenheit bemühte Erzählweise hätten der viel zu geheimniskrämerischen Verschwörungsgeschichte nach Schema F durchaus gut getan.

 

Wenn man im Zusammenhang mit »Der letzte Tempel des Asklepios« von atmosphärischen Pluspunkten spricht, darf Anthony Jeans Artwork nicht unerwähnt bleiben. Schade nur, dass er mit einigen unangenehm blutig-expliziten Szenen zurecht kommen muss. Ansonsten kommt sein eigentlich sehr schönes Artwork Dank Splitters formidablem Hausformat im Hardcover prächtig zur Geltung und kann sich auch gegen extrem textlastige Stellen mühelos behaupten.

 

Wunderschöne Aufmachung, sehr ansprechendes Cover, in der Summe recht ordentliche Zeichnungen und ein informativer, guter redaktioneller Anhang zur Abrundung der wirren Geschichte - schade, dass die hoffnungslos überfrachtete Story im ersten Band deutlich zu klug und »geheimgesellschaftlerisch« sein möchte.

 

 

Eure Meinung:


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Comic:

Der letzte Tempel des Asklepios

Reihe: Das Einhorn Bd. 1

Autor: Mathieu Gabella

Zeichner: Anthony Jean

Hardcover-Album, 48 Seiten

Splitter, Oktober 2007

ISBN: 3939823759

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 13.06.2008, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49