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Der Meister der Türme von Martin Alexander

Rezension von Christel Scheja

 

Der 1974 geborene Martin Alexander arbeitete erst mehrere Jahre als Kriminalkommissar, entschied sich aber dann nordamerikanische Geschichte zu studieren. Die Leidenschaft für die Fantasy – seien es nun Rollenspiele, aber auch Romane wie die Tolkiens, brachte ihn schließlich dazu, selbst Geschichten zu schreiben. Heute lebt und arbeitet er in Berlin. „Der Meister der Türme“ ist sein erster Roman.

 

Fürstin Hedda hat ihr kleines Reich sicher und ohne große Verluste durch die Ogerkriege geführt. Doch ihre letzte Schlacht verliert sie – verstirbt sie doch aufgrund eines seltsamen Fiebers. Ihr Sohn Karol übernimmt selbstsicher die Regentschaft. Allerdings ist er für die meisten Bewohner der Region ein unbeschriebenes Blatt und nicht unbedingt so vertrauenswürdig, verlässt er sich doch vor allem auf den Rat des „Thamaturgen“, eines geheimnisvollen Mannes, der in der Öffentlichkeit nur mit einer goldenen Maske auftritt und über große Kräfte verfügen sollen.

Karols Zwillingsschwester Kaia ahnt, dass ihre Mutter nicht ganz freiwillig gestorben ist. Sie vermutet nicht zu Unrecht, dass ihr Bruder und sein Berater damit zu tun haben und verlässt Burg Windfall in einer ganz eigenen Mission.

Mit einer kleinen Schar von Getreuen macht sie sich auf, die Wahrheit herauszufinden. Und sie ist nicht die Einzige. Auch der Gossenzauberer Miskar erhält einen ganz besonderen Auftrag von den Meistern der magischen Zunft. Und an einem anderen Ort sucht eine junge Frau, die nicht ganz menschlich ist, nach ihrer Freiheit. Noch ahnen alle drei nicht, dass ihr Schicksal enger mit dem des Thaumaturgen verknüpft ist, als sie vorher auch nur dachten. Und als sie es merken, könnte es fast schon zu spät sein.

 

„Meister der Türme“ gehört zu den Romanen, die sich nicht so ganz einordnen lassen wollen. Zwar gibt es die ein oder anderen bekannten nichtmenschlichen Rassen und auch das Thema hört sich zunächst nach klassischer „High Fantasy“ an, tatsächlich tendiert die Geschichte aber eher dazu, exotische Wesen und Magie nur sehr sparsam einzusetzen und sich mehr auf die Figuren zu konzentrieren.

Dabei steht die FürstenTochter Kaia nicht einmal so sehr im Vordergrund, sondern eher ihre Begleiter, zu denen etwa der Söldner Baldwin gehören. Auch Miskar bekommt einen eigenen Handlungsstrang, könnte sein Auftrag doch die Chance zu einer besseren Entwicklung seiner magischen Kräfte sein.

Der Autor nimmt sich jedenfalls sehr viel Zeit, um die Figuren einzuführen und vorzustellen. Dabei kommen auch Karol und der „Thaumaturg“ nicht zu kurz, auch wenn Martin Alexander die Geheimnisse, die den Maskenträger umgeben, dafür nutzt, die Geschichte mit Spannung zu versehen.

Gut dosierte Action sorgt dafür, dass auch die Helden immer wieder etwas zu tun bekommen – allerdings stehen die Kämpfe nicht im Vordergrund, sondern eher die Intrigenspiele, die viel weitreichender sind, als die junge Fürstentochter dachte.

Dabei werden die Figuren sehr vielschichtig gezeichnet. Niemand ist wirklich gut oder böse, jeder hat nachvollziehbare Gründe für sein Handeln und sein Verhalten. Daher verwischen sich stellenweise auch die Grenzen.

Das Ende mag zwar den Erwartungen der Leser geschuldet sein, ist aber weit davon entfernt, wirklich alle Helden glücklich zu machen.

 

Alles in allem dürfte „Der Meister der Türme“ die Leser ansprechen, die abenteuerliche Fantasy mögen, bei der sich die Geschichte auf die Figuren konzentriert und nicht auf irgendwelche epischen Kämpfe. Intrigen und Geheimnisse sorgen ebenso wie ein guter Schuss Magie für die notwendige Spannung und genug Möglichkeiten, um die Helden miteinander agieren zu lassen.

 

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

Der Meister der Türme

Autor: Martin Alexander

Paperback, 542 Seiten

Bastei Verlag, erschienen Dezember 2014

Titelbild: Arndt Drechsler

ISBN-10: 3404207777

ISBN-13: 978-3404207770

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B00K4YF34U

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 15.07.2015, zuletzt aktualisiert: 22.10.2019 10:48