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Der Palast der verlorenen Träume von Jennifer Fallon

Reihe: Gezeitenstern-Saga Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Wie auch einige von Jennifer Fallons anderen Zyklen scheint die „Gezeitenstern-Saga“ auf vier Bände angelegt zu sein. Denn das dritte Buch führt zwar einige Handlungsstränge zusammen und mischt die Karten, wirklich angefangen hat die letzte große Auseinandersetzung jedoch noch nicht.

Wie immer stehen die Helden und Schurken im Vordergrund, nicht der epische Kampf von gut und böse. Beide Seiten lassen sich nur all zu gerne von ihren Gefühlen und Leidenschaften leiten und das setzt sich auch in „Der Palast der Verlorenen Träume“, dem dritten Band der Saga fort.

 

In regelmäßigen Intervallen suchen bestimmte kosmische Energien die Welt heim. Eine besondere Gruppe von Menschen, die in einer „ewigen Flamme“ gebadet haben und dies überlebten, werden dadurch nicht nur unsterblich, sondern gebieten in den Zeiten der kosmischen Flut auch über gottgleiche Kräfte.

Das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass sie sich gelegentlich auch so despotisch benahmen und in den Mythen zu Göttern und Dämonen geworden sind, die man gleichermaßen verehrt und fürchtet, verachtet und anbetet. Nur wenige, wie etwa die „Bruderschaft des Tarot“ kenne die Wahrheit hinter den Legenden und versuchen die Gezeitenfürsten zu bekämpfen, so lange noch die kosmische Ebbe herrscht, in der sie gerade einmal unsterblich sind – aber weder mächtig noch unbesiegbar...

Lange ist es her, dass die „Gezeitenfürsten“ aufgetreten sind, und Menschen wie Arcady Desan halten sie nur für Märchengestalten. Die junge Fürstin wird aber eines besseren belehrt, als sie einen Gefangenen im Kerker befragt, der seine Hinrichtung überlebt hat. Er behauptet Cayal zu sein . der „Unsterbliche Prinz“ – und wie sie schon bald feststellen muss, ist er nur der Vorbote einer massiven Rückkehr der Gezeitenfürsten. Denn diese spüren die kosmische Flut zurückkehren und bringen sich schon einmal in die richtige Position, um im geeigneten Moment die Macht in den Ländern an sich zu reißen.

Auch Arkady wird in die Intrigen verstrickt und muss schließlich fliehen, da sie zu viel über die Unsterblichen weiß. Doch schließlich wird sie von dem Gezeitenfürsten Brynden verraten und in die Sklaverei verkauft. Um nicht einem ungewissen und grausamen Schicksal als Hure entgegen zu sehen, schluckt sie ihren adligen Stolz herunter und macht sich für den Doktor des Schiffes, auf dem sie in den Süden gebracht wird, unentbehrlich – in der Hoffnung eines Tages fliehen zu können.

Derweil hat der Meisterspion Declan Hawkes, dessen Wege sie schon mehrfach kreuzte, Kontakt zu der „Bruderschaft des Tarot“ bekommen und durch sie erstaunliche Dinge über diese, aber auch sich selbst erfahren. Nicht nur, dass er selbst von einem Gezeitenfürsten abstammt, nach einem dramatischen Kampf, in dem er in ein Feuer stützt, muss er erkennen, dass er selbst unsterblich geworden ist – obwohl die „Ewige Flamme“ schon vor Jahrtausenden erloschen ist.

Das stützt ihn in einen Konflikt. Denn zum einen spürt er Kräfte in sich wachsen, die er nicht bändigen kann, zum anderen weiß er nicht, ob seine bisherigen Freunde sich von ihm abwenden werden..

 

Wie immer scheint Jennifer Fallon genau zu wissen, wie sie ihre Leser ködern kann. Sie stürzt ihre Helden in scheinbar aussichtslose Situationen, konfrontiert sie mit mehr oder minder unangenehmen Wahrheiten und lässt Rivalen miteinander wetteifern. Kurzum,, sie konzentriert sich in erster Linie auf die Personen und bringt sie dem Leser nahe. Dabei scheut sie sich auch nicht, das ein oder andere Klischee zu bemühen. So ist das Reich in das Arkady verschleppt wird ein Sklavenhalterstaat wie man sich ihn nicht besser vorstellen könnte und die Menschen dort verbergen ihre Dekadenz und Gedankenlosigkeit hinter einem ganzen Berg an Regeln und Ritualen.

Dabei kommt aber auch die Handlung nicht zu kurz. Auch wenn das ganze eher in Episoden eingeteilt ist, so zieht sich doch ein roter Faden durch das Buch. Besonders interessant ist diesmal Declan Hawkes, der nun damit fertig werden muss, dass er eigentlich selbst zu den Leuten gehört, die er eigentlich bekämpfen wollte und interessante verwandtschaftliche Bande zu ihnen besitzt. Cayal möchte zwar immer noch sterben, aber er hat es damit nicht mehr ganz so eilig wie am Anfang und Arkady ist froh, dass sie es immer wieder schafft, sich irgendwie durchzumogeln und zu überleben. Alles in allem haben alle drei immer wieder mit ihren eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten zu kämpfen, was sie trotz aller Macht und Gewitztheit erfrischend normal macht.

Wirklich blass bleiben eigentlich nur die Gegenspieler. Was sie eigentlich wollen, außer die Zeit der Flut und ihrer Macht zu genießen, wird nicht klar.

Insgesamt weiß der Roman zu fesseln, wenn man personenbezogene Intrigenspiele mit ein wenig Action und Abenteuer mag. Leidenschaften und Liebe spielen zwar auch eine gewisse Rolle, ordnen sich aber angenehmerweise der Geschichte ganz unter und würzten die Geschehnisse allenfalls, dominieren sie aber bei weitem nicht.

 

Zwar bietet „Der Palast der verlorenen Träume“ noch nicht den Abschluss der Saga, bereitet aber das Finale gelungen vor und verzaubert vor allem Leser, die einen komplexen exotischen Hintergrund, verzwickte Intrigen, viel Magie, einem Schuss Romantik und nicht zuletzt interessante Figuren mögen.

 

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Der Palast der verlorenen Träume

Reihe: Gezeitenstern-Saga, Bd. 3

Autorin: Jennifer Fallon

Paperback mit Klappbroschur, 574 Seiten

LYX/Egmont Verlagsgesellschaften, Köln, erschienen September 2009

Übersetzung aus dem Englischen von Katrin Kremmler und Rene Satzer

Titelbildgestaltung von Anke Koopmann

ISBN-10: 3802582446

ISBN-13: 978-3802582448

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.12.2009, zuletzt aktualisiert: 05.07.2020 18:06