Der Pate II (PS3)
 
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Der Pate II (PS3)

Rezension von Christian Günter

 

Kennen sie das auch? Da kümmert man sich ein Leben lang fürsorglich um jemanden und dann muss man feststellen, dass man von diesem jemand hintergangen wird. Jemand dem man Schutz gewährte, dem man immer ein offenes Ohr schenkte. Eine Verbindung die auf brüderlicher Gemeinschaft beruhte. Sie wissen schon eine Hand wäscht die andere: ich sorge dafür, dass du ungestörte Geschäfte machen kannst und werde an dem so möglichen Gewinn beteiligt. Das ist fair! Aber was ist wenn dieses miese kleine Schweinchen auf einmal beginnt Geschäfte hinter meinem Rücken zu machen? Naja, dann könnte es passieren, dass sein Laden in Flammen auf geht, oder seine Einrichtung auf unerklärliche Weise demoliert wird. Unfälle passieren, oder? Und denk immer daran: Ich habe dich erschaffen und ich kann dich auch wieder vernichten! Pass auf, sonst brichst du dir noch die Beine. Oder das Genick. Das ist fair!

 

Handlung

Willkommen im düsteren 60er-Gangsteruniversum von EA's Filmumsetzung „Der Pate II“. Im Schatten von Michael Corleone steigt man vom einfachen Soldaten der „Familie“ zum Don auf und hat dabei die Aufgabe sein eigenes Gangsterimperium jenseits der Filmhandlung aufzubauen. Dabei trifft man immer wieder bekannte Persönlichkeiten aus Coppolas Meisterwerk, wie den eben schon genannten Michael Corleone, oder Heyman Roth. Trotzdem findet leider keine intensive Verknüpfung mit der Filmhandlung statt und „Der Pate II“ lässt sich als eigenständiger Open-World-Titel spielen. Neben der, wie aus Titeln wie GTA bekannten Story-Einflechtungen, ist man also weite Teile des Spiels damit beschäftigt, bestimmten Etablissements seinen „Schutz“ zu teil werden zu lassen, sich mit anderen Mafia-Familien zu befehden und letztendlich die Kontrolle über die Stadt an sich zu reißen.

 

Technik

Wie so häufig bietet dieses Grundprinzip zwar eine große Menge an Chancen und Potentialen, aber bereits beim ersten Spielen ist man geschockt, was für eine Grafik da seine Next-Gen-Konsole auf die Mattscheibe bringt. Nicht nur, dass die Texturen eintönig und lieblos wirken, auch mit groben Pop-Ups, Fade-Ins und einem fiesen Kantenflimmern weis „Der Pate II“ zu schocken. Einzig und allein die opulenten Explosionen wissen heute noch zu überzeugen. Die Sounduntermalung kann auch nur teilweise überzeugen. Zwar wird die Musikuntermalung dem Genre gerecht und sorgt für einen stimmungsvollen Gangsterflair, der jedoch schnell verfliegt, sobald die deutschen Sprecher erklingen. Lobenswert ist hingegen die gelungene Steuerung, die gewohnt flüssig von der Hand geht und eine präzise Steuerung von Figuren und Vehikeln ermöglicht.

 

Gameplay

Von den technischen Mängeln einmal abgesehen macht der „Pate II“ mit seinem grundsätzlich Spielprinzip vieles richtig und im Detail dann leider auch wieder einiges falsch. Kernstück ist ein Mix aus taktischer Übersichtskarte, 3rs-Person-Aktion und Gruppenorientierten Rollenspielelementen. In der Spielpraxis sieht das dann so aus, das man Familienmitglieder mit speziellen Fähigkeiten an heuert, ausbildet und in sein Team aufnimmt und diese dann auf der großen Taktikkarte, zum Angriff auf andere, oder zum Schutz der eigenen Einrichtungen einsetzt. Eine andere Möglichkeit ist es, seine Schergen in sein eigenes Team aufzunehmen und sich selber die Finger schmutzig zu machen, die Variante, die definitiv am meisten Spaß bringt. Allein dieses mehrschichtige System trägt das Spiel eine ganze Weile, bis dann Grundsätzliche Fehler anfangen so sehr zu nerven, dass man sie nicht übersehen kann. Hier ist die strunzdumme KI, da das immer gleiche Level/Gebäude und Missionsdesign. Hier ein wenig die Bude zerlegen, ein wenig zusammenschlagen und dort ein wenig ballern. Zwar bietet das Spiel einige verschiedenste Beschäftigungsmöglichkeiten, doch fehlt es trotzdem an Variationen, Nebenhandlungen, Spieltiefe. Und leider schafft es die KI nicht den Spieler in ernsthaft Bedrängnis zu bringen, sodass es nach einer Weile schlichtweg an Schwierigkeit fehlt.

 

Fazit

Eines vorweg: Wenn diese Rezension stellenweise recht vernichtend ausfällt, so macht auch dieses Spiel durchaus richtig Spass. Nämlich in den Momenten, wo man doch ein wenig in die Handlung gezogen wird, den schweren Zigarrenqualm fast riechen kann, wenn man mit seiner Truppe in einem Etablissement zwielichtiger Profession zu testen beginnt, wie man sich den Besitzer am besten gefügig macht. Oder wenn man einem der Hintermänner der verfeindeten Familien auf den Versen ist, um ihn dann nach längerem Verfolgen spektakulär zu Strecke bringt. Doch diese Momente sind immer zu schnell vorbei, werden aufgeweicht, dadurch, dass es irgendwie zu Leicht war. Das Spielprinzip hat eine Menge Potential, kratz in der Praxis aber leider nur an der Oberfläche. Befriedigend aber nicht wirklich gut, dafür ist auch die Stadt einfach zu tot, die Bewohner zu sehr Bot, zu wenig eingebunden. Ein Spiel für ein paar Stunden, nachdem man den großen Bruder GTA gespielt hat, oder auf Mafia II wartet. Und ein Spiel, dass man guten Gewissens vom Grabbeltisch mitnehmen kann. Natürlich nicht um es seinen minderjährigen Daheim gebliebenen mitzubringen, denn dafür ist die Altersbegrenzung viel zu gerechtfertigt.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240422154447a4d1d473
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MEDIUM:

Der Pate 2

Publisher: Electronic Arts GmbH

Plattform: Playstation 3

Altersfreigabe: Keine Jugendfreigabe gemäß § 14 JuSchG

ASIN: B001IZYYSK

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 23.09.2009, zuletzt aktualisiert: 14.04.2024 08:35, 9241