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Der Schicksalsgnom - Die Trilogie von Bastian Baier & Robert Mühlich

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagstext:

DAS ENDE DER WELT IST NAH. MÖGLICHERWEISE IST ES FRITTELTAG SCHON SO WEIT. UM DIE APOKALYPSE ZU VERHINDERN, BRAUCHT DER PLANET AEKOS EINEN MANN, DER SICH DEN KRÄFTEN DES BÖSEN STELLT. EINEN HELDEN, EINEN ABENTEURER, EINEN KRIEGER, VON GROSSER SCHWERMUT UND RIESIGER FRÖHLICHKEIT, DER DIE HEERSCHAREN DES DÄMONENFÜRSTEN UNTER SEINEN FÜSSEN ZERTRITT. ABER DAS SCHICKSAL HAT NUN MAL ERIC DEN GNOM AUSERKOREN.

Eric dachte, dass er an furchtbaren Blähungen leidet, bis ihm eine altehrwürdige Fee offenbart, dass er die letzte Essenz einer Göttin in sich trägt und nun die Welt retten muss. Denn Melkriet der Gott der Düsternis droht diese am Tag der Apokalypse in Schutt und Asche zu legen, falls Eric nicht rechtzeitig auf dem Gipfel des Zahn Aekos, dem höchsten Punkt des Riesengebirges, geopfert wird. Doch Eric ist gezwungen genau diesen Ort aufzusuchen, um Melkriet die Stirn zu bieten. Auf seiner Reise zum epischen Finale schart er eine illustre Gruppe um sich. Grégoire, der sangesfreudige Barde, Annalisell, die mächtige Fee, Shu, der zwielichtige Krieger sowie König Rainer der Zweite, der letzte männliche Nachkomme eines alten Sirenenvolkes. Gemeinsam überstehen sie zahlreiche haarsträubende Abenteuer auf dem Weg zur Erfüllung des Schicksals.

 

Rezension:

In einem sehr ausführlichen Anhang beschreiben Bastian Baier und Robert Mühlich die Werkgeschichte ihres satirischen Fantasy-Epos Der Schicksalsgnom.

Zunächst nur als zwanzigseitiges Projekt begonnen, entwickelte sich die Story um den Weltenretter Eric zu beachtlicher Breite. Nachdem der erste Band im Achterbahn Verlag das Licht der Welt erblickte, ging es zunächst in verändertem Format weiter - aus der Veröffentlichung wurde es jedoch nichts, da der Verlag fusionierte und seine Prioritäten wechselte.

Zum Glück für die beiden aber gibt es ja noch den Zwerchfell Verlag bei dem nun die komplette Trilogie erschienen ist.

Fantasy-Satiren gibt es jede Menge. Selbst Meister Prattchet schrieb schon einen Eric-Roman, und auch im Comic-Bereich tummeln sich Dork Tower und Drachenjäger bis hin zur legendären dänischen Minifernsehserie Quark.

Je nach Kenntnis der vorhandenen Werke dürfte auch die Betrachtung des "Schicksalsgnomen" ausfallen.

Es gibt eine ganze Menge witziger Ideen. Etwa die göttliche Kommunikation via Blähungen, der eierausbrütende König oder das konkurrenzlos günstige Orakel. Stets erkennt man gerade so noch die Quellen. Von der Odyssee, über Oz bis hin zum Incal erstreckt sich der zitierte Kanon ohne direkt kopiert zu werden.

Dabei ist erstaunlicherweise die Hauptfigur der uninteressanteste Charakter des Albums, obwohl er anarchistisch und als typischer Antiheld eigentlich genug Potential für eine echte Hauptrolle hätte. Die Show stehlen ihm die Nebencharaktere, besonders der Barde Grégoire und der herrlich selbstaufopfernde Wahre Gefährte. Über weite Strecken sind es diese beiden Figuren, deren Geschicke den größten Spaß bereiten.

Die Handlung ist in der Tat eher wenig von Belang, der Weg ist das Ziel und bietet genug Platz für merkwürdige Begegnungen und gar schröckliche Bilder, mir scheint es sogar, dass der eigentliche Kern des Bandes eher die Sirenengeschichte, als der Weltenrettungsrahmen ist.

Auch mit dem Humor ist es so eine Sache. An vielen Stellen zündet er nicht recht, oft entwickelt sich ein Gag in logischer Deutlichkeit und verliert dadurch einiges an Wirkung oder wird gar nicht erst weiterverfolgt, wie in der Szene mit dem Waldgott.

Zeichnerisch unterscheidet sich Band 1 deutlich von den beiden folgenden. Weniger Details, gröbere Linien und dunklere Farben. Besonders letzteres stört doch sehr, da wohl durch den Druck besonders viel Schwarz in die Panels floss und die Bilder an einigen Stellen unsauber werden lässt. Hier erkennt man den unterschiedlichen Produktionsprozess und die Weiterentwicklung der Künstler sehr deutlich. Aber sie erklären das im Anhang sehr ausführlich.

Erwähnenswert ist der leicht anarchistisch angehauchte Comicstil, der seine Independent-Herkunft nicht verleugnet und angenehm zwischen konservativen Hintergrund und surrealistischen Details und Figuren wechselt.

Ansonsten ist der Band ansprechend editiert und stellt ohne Zweifel ein ansehnliches Stück moderner deutscher Comic-Kultur dar.

 

Fazit:

"Der Schicksalsgnom" ist eine unterhaltsame Fantasy-Satire mit einigen witzigen Ideen, jeder Menge Genre-Andeutungen und herausragenden Nebenfiguren.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Der Schicksalsgnom - Die Trilogie

Autoren, Zeichner, Koloristen: Bastian Baier & Robert Mühlich

Hardcover, 163 Seiten

Zwerchfell Verlag, 16. Juni 2008

 

ISBN-10: 3928387847

ISBN-13: 978-3928387842

 

Erhältlich bei Amazon

Weitere Infos

Website und Leseprobe des Schicksalgmomen


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Erstellt: 06.08.2008, zuletzt aktualisiert: 02.06.2019 18:26