Der Sturm (Autorin: Ann Kathrin Karschnick, Kara 1)
 
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Der Sturm von Ann-Kathrin Karschnick

Reihe: Kara Band 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

„Der Sturm“ ist der erste Band der Trilogie „Kara“ aus der Feder der 21-jährigen norddeutschen Autorin Ann-Kathrin Karschnick. In den vom Layout her eher schlicht aber dennoch ansprechend gestalteten Romanen erzählt sie vom abenteuerlichen Weg eines jungen Mädchens, das sein behütetes Elternhaus und die ihr angedachte Rolle als Ehefrau und Mutter hinter sich lassen muss, um im Namen der Götter zur Retterin ihrer Heimatwelt Manohk zu werden.

 

Wie jedes andere Mädchen genießt die junge Kaufmannstochter Kara das bunte Treiben auf dem Markt ihrer Heimatstadt Dorana Gosh, denn das ist das einzige Vergnügen, das ihr bleibt. Schon bald erwartet die Familie von ihr, dass sie sich in das vorgezeichnete Schicksal fügt, eine gute Ehefrau des Mannes zu werden, den man für sie ausgesucht hat und ihm viele Kinder zu schenken. So verlangt es die Tradition. Obwohl Kara lesen und schreiben kann, zählen doch nur ihre Talente als Hausfrau und Mutter.

Dem Mädchen aber graust es, wenn sie nur an die Tatsache denkt. Da wirft sie eine seltsame Begegnung auf dem Markt vollends aus der Bahn. Eine alte, sterbende Frau fällt ihr in die Arme und beschwört Kara, ihrem wahren Schicksal zu folgen. Ein Ring und ein Pergament mit einem Gedicht in uralter Sprache fallen in die Hände des Mädchens.

Die Kaufmannstochter, weiß nicht was sie tun soll, auch wenn sie spürt, das mehr von ihr erwartet wird, als sich in ihr vorgegebenes Schicksal zu fügen.

Doch sie kann ihr altes Leben erst hinter sich lassen, als ein Sturm nicht nur ihre Hochzeitszeremonie stört, sondern auch eine Katastrophe über Dorana Gosh hinein brechen lässt. Erst jetzt ist sie bereit, dem Drängen in ihrem Inneren zu folgen und den Schritt in das Unbekannte zu wagen.

 

Die Autorin folgt dem klassischen Muster: Zunächst wird die Heldin in dem Umfeld eingeführt, das sie bald hinter sich lassen wird. Der Sturm steht sinnbildlich für den Wendepunkt in ihrem Leben – sie bricht aus den Traditionen und Werten aus, die ihr enge Grenzen gesetzt haben, weil sie nun gar keine Wahl mehr hat. Dementsprechend düster sind die Familie und ihr bisheriges Leben dargestellt. Man wünscht es der Heldin geradezu, dass sie ausbricht und sich nicht länger von Vater, Bruder und Regeln gängeln lässt.

Erst mit dem Schritt ins Unbekannte erkennt das Mädchen ihre bisher verborgenen Talente und erfährt erste Andeutungen von dem, was sie in der fremden Welt außerhalb der Stadtmauern alles erwarten wird. Auch ihr Schicksal schält sich aus den Nebeln der Vergangenheit, auch wenn es ihr noch nicht so offensichtlich ist.

„Der Sturm“ endet ohne besonderen Höhepunkt, macht aber durch erste Andeutungen neugierig auf die Fortsetzung. Das alles wird in einem ruhigen, beschreibenden Stil erzählt, der sich vor allem auf die handelnden Personen konzentriert und Stärke in der Schilderung alltäglicher Szenen beweist.

 

„Der Sturm“ wendet sich durch seine klare und geradlinige Handlung und die einfach gestrickten Figuren eigentlich mehr an jugendliche Leser, denen das Miteinander der Charaktere noch wichtig ist. Vor allem Mädchen werden sich in Kara wiederentdecken und problemlos mit ihr mitfiebern können.

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Buch:

Der Sturm

Reihe: Kara Band 1

Autorin: Ann-Kathrin Karschnick

Taschenbuch, 179 Seiten,

Edition Octopus, August 2006

 

ISBN-10: 3865823459

ISBN-13: 978-3865823458

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 11.11.2006, zuletzt aktualisiert: 24.03.2024 19:16, 3039