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Dhampir - Halbblut von Barb & J. C. Hendee

Reihe: Dhampir Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Viele werden sicherlich anfangen zu stöhnen, wenn sie auf dem Klappentext schon wieder das Wort Vampir lesen. Die Blutsauger feiern derzeit eine Renaissance in der phantastischen Literatur.

Schuld daran sind diesmal nicht die Horror- sondern die Liebesroman-Autoren, die auf der Suche nach neuen exotischen Liebhabern auf die Wesen der Nacht gekommen sind. Seit Anne Rice gehört es ohnehin zum guten Ton, ihnen Gefühle, Skrupel und eine leidende Seele zu verleihen. Und genau das wird weidlich ausgenutzt. Vieles liest sich ähnlich und ist oft nicht mehr auseinander zu halten.

Doch es gibt auch löbliche Ausnahmen. Eine davon ist „Dhampir - Halbblut“ von Barb & J. C. Hendee.

 

Eigentlich spielen Magiere und ihr Partner, der Halbelf Leesil den Dorfbewohnern nur etwas vor, wenn sie behaupten, den Ort von einem der blutrünstigen Untoten befreien zu wollen. Der junge Mann schlüpft dann in die Rolle eines Vampirs und Magiere erledigt ihn auf dramatische Art und Weise. So verdienen sie ihren Lebensunterhalt und die junge Frau hat sich schon einen gewissen Ruf als Jägerin erworben.

Aber nicht immer sind die Auseinandersetzungen nur gespielt, Hin und wieder bekommen sie es mit echten Vampiren zu tun und müssen sich ihrer Haut wehren. Da das in den seltensten Fällen ohne Blessuren ausgeht und manchmal sogar lebensgefährlich werden kann, wie sie bei ihrem letzten Auftrag merken, steht Magieres Entschluss bald fest: Sie will sesshaft werden und nicht länger ihr Leben riskieren. Vielleicht gelingt es ihr endlich so, die Unruhe in ihrem Inneren zu besiegen und vielleicht auch einmal eine wirkliche Heimat zu finden. Denn von frühester Kindheit an war sie niemals wirklich wohlgelitten - einzig Leesil und sein Hund haben sich mit ihr angefreundet.

Um einen Anfang zu machen hat sie eine leer stehende Taverne in einer kleinen Küstenstadt erworben. Schon bei ihrer Ankunft geschehen seltsame Dinge. Kurz vor der Stadt werden sie angegriffen und im Ort selbst begegnen ihnen die Leute in einer Mischung aus Hoffnung und Misstrauen. Doch niemand will etwas genaueres sagen und der Constabler des Ortes scheint etwas zu verbergen. Ein Schmied spricht es schließlich aus: Vampire treiben hier ihr Unwesen und haben unter anderem bereits seine Schwester ermordet. Und er erwartet von Magiere, dass sie etwas unternimmt.

Die junge Frau weigert sich zunächst. Dann aber sorgen ein geheimnisvoller Fremder namens Wenstiel und seltsame Vorkommnisse, dass sie gar keine andere Wahl hat, als sich dem Kampf zu stellen. Denn die drei Vampire, die insgeheim die Stadt beherrschen, sind von sich aus fest entschlossen sie als Bedrohung auszuschalten, koste es, was es wolle.

 

Eines ist bei „Dhampir - Halbblut“ sichtlich erfrischend: Es geht einmal nicht um eine Liebesgeschichte und den Vampir als missverstandenes, gefühlvolles und im Grunde doch gutes und edles Wesen. Was die beiden Autoren hier präsentieren ist handfeste Abenteuer-Fantasy in der es richtig zur Sache geht.

Zwar erhalten auch die Blutsauger einen Charakter mit Hintergrundgeschichte, damit man ihre Handlungsweisen besser versteht und nachvollziehen kann, warum sie sich so und nicht anders verhalten - aber sie bleiben Untote, für die die Menschen in erster Linie eine Nahrungsquelle sind und in zweiter Verbündete und Diener, die ihnen das Dasein erträglicher machen. Sie haben zwar besondere Fähigkeiten wie größere Körperkraft und die Macht die Gedanken der anderen zu lesen bzw. beeinflussen, sind aber auch empfindlich gegenüber Knoblauch und Licht, überleben es nicht, wenn Pflöcke ihr Herz durchbohren oder ihnen der Kopf abgeschlagen wird.

Auch Magiere ist nicht ganz die, die sie scheint, wie sich im Laufe des Romans nach und nach erweist. Vor allem der geheimnisvolle Welstiel versucht immer wieder sie zu manipulieren, enthüllt ihr am Ende aber auch ein bedeutsames Geheimnis, das auf weitere Abenteuer mit der jungen Heldin hoffen lässt.

Ansonsten sind Leesil und Magiere erfrischend normal. Sie erinnern ein wenig an die frühen Figuren von Barbara Hambly, die trotz einer besonderen Berufung oder Gaben, Menschen wie die in ihrem Umfeld bleiben und sich auch schon mal mit alltäglichen Problemen herumschlagen müssen. Und das ist auch, was die Geschichte abrundet und ihr neben den Geheimnissen und den Kämpfen etwas mehr Profil und Farbe gibt.

 

„Dhampir - Halbblut“ ist ein vielschichtiges Abenteuer mit großem Unterhaltungswert - magische Fantasy mit viel Action aber auch einer interessanten Charakterentwicklung, die trotz bekannter Themen spannend und kurzweilig vermittelt wird.

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

allgemeiner
Freitag, 07. November 2008 13:23 Uhr
Erst mal möchte ich dieses Buch jedem empfehlen, der gerne spannende Fantasy liest!
Aber die Zusammenfassung oben ist leider nicht ganz korrekt: Leesil und Magiere treffen kurz vor der Stadt in der sie sich niederlassen wollen zum ersten mal auf Vampiere und es dauert auch noch einige Zeit, bis sie tatsächlich an Vampiere glauben!
Aber ansonsten stimme ich der Rezension zu.

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Dhampir - Halbblut

Dhampir, 2003

Reihe: Dhampir, Bd. 1

Autorin: Barb & J. C Hendee

Paperback, 380 Seiten

LYX/Egmont Verlagsgesellschaften, Köln, erschienen April 2008

ISBN 978-3-8025-8145-8

Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Brandhorst

Titelbildgestaltung von Anke Koopmann, unter Verwendung von Motiven von Markus Gann

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.05.2008, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 19:38