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Die Alchemie des kalten Feuers von Nathan Winter

Rezension von Christel Scheja

Nathan Winter ist das Pseudonym eines deutschen Autors. Der wurde wohl im Emsland geboren und lebt seit seinem Abschluss in Archäologie und Skandinavistik in Münster. Die Alchemie des kalten Feuers ist sein erster Roman unter diesem Namen.

Eigentlich ist Oslic, der Sohn des Tsharen nicht zum Herrschen und Regieren geboren. Sein Herz und seine Leidenschaft gelten der Wissenschaft und den schönen Künsten, die er mit viel Begeisterung ausübt, denn ihm fliegen die Dinge als Genie nur so zu.
Doch dann erreichen ihn schlechte Nachrichten von zuhause. Denn dort haben drei Hexer die Macht übernommen. Sie richten Volk und Reich zugrunde. Er ist der Einzige, der sie vielleicht noch aufhalten kann, die letzte Hoffnung, den Untergang aufzuhalten, auch wenn er nicht an Zauberei glauben will – bis er sie am eigenen Leibe zu spüren bekommt.

Was Nathan Winter da versucht, ist wohl in erster Linie, den Mensch der Wissenschaft mit etwas zu konfrontieren, dass er nicht wahr haben mag, bis er merkt, dass sich gewisse Dinge einfach nicht mit den Naturgesetzen und so erklären lassen.
Die Handlung nimmt sich deshalb Zeit, Oslic und sein Gelehrtenumfeld erst einmal in Ruhe vorzustellen und das Wunderkind in ihm auszuarbeiten. Das sorgt dafür, dass die Handlung nur sehr schwerfällig in die Gänge kommt.
Erst als er sich dem Unvermeidlichen stellen muss und dann auch noch heraus findet, wer oder was hinter allem steckt, wird es turbulent und ein wenig actionreicher. Aber dabei scheint er auch ein wenig den Faden zu verlieren, denn die Helden reagieren eher auf das Geschehen als dass sie auch von sich aus handeln, der Konflikt zwischen Wissenschaft und Glauben wird eher am Rande abgehandelt und bekommt nicht den Stellenwert nachdem es am Anfang aussah.
Zudem scheint der Autor gewisse Wiederholungen zu schätzen. Irgendwann prägt man sich „Der Sohn des Tsharen“ viel mehr ein, als seinen richtigen Namen. 
Heraus kommt ein Buch mit guten Absichten, dass sich im Verlauf der Handlung leider ein wenig verheddert und am Ende mehr schlecht als recht endet.
Auch mit den Figuren mag man nicht so recht warm werden, Oslic ist nicht unbedingt der sympathischste Held und seine Freunde erhalten gerade einmal ein paar kleine Eigenschaften aber kein Profil. Und die Feinde sind am wenigstens überzeugend, vor allem nicht die Hexer.
Auch der Hintergrund bleibt schwammig. Der Autor möchte zwar das mittelalterliche Zarenreich ein wenig anklingen lassen, aber das will ihm auch nicht so recht gelingen.

Fazit:
»Die Alchemie des kalten Feuers« hat interessante Ansätze, schafft es aber nicht, den selbst geschaffenen Anspruch bis zum Ende zu halten. Man muss schon einiges an Geduld mitbringen, die behäbige und sich zum Ende hin zerfasernde Handlung wirklich verfolgen zu können und zu wollen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Die Alchemie des kalten Feuers
Autor: Nathan Winter
Blanvalet, 21. Dezember 2020
Taschenbuch, 704 Seiten
Cover: Max Meinzold

ISBN-10: 3734108012
ISBN-13: 978-3734108013

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-ASIN: B07ZTGXZT1

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

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Erstellt: 31.03.2006, zuletzt aktualisiert: 03.05.2021 19:34