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Die Alchimistin von Kai Meyer

Hörspiel

 

Rezension von Julia

 

Rezension:

Kai Meyer ist inzwischen ein viel gelesener und sehr beliebter Schriftsteller sowie gern gesehener Gast in Leserunden. Der sympathische Autor recherchiert immer viel für seine Bücher, was man ihnen anmerkt, verfügt aber über einen Stil, den man mögen muss. Nun wurde eines seiner älteren, aber dennoch erfolgreichen Bücher vertont und als Einzelfolgen veröffentlicht. Damit Fans der Bücher oder Interessierte jedoch auch gleich eine größere Dosis des Lesestoffs zu sich nehmen können, gibt es mittlerweile eine Viererbox, in der die ersten Episoden zu finden sind.

 

Charlotte Institoris ist die Frau des Alchimisten Nestor Nepomuk Institoris. Dieser ist ein Mann, der zurückgezogen lebt, sich ganz seinen Forschungen verschrieben hat und seine Familie vielmehr als störend, denn als beglückend empfindet. Er zieht sich die meiste Zeit über in seinen Dachgarten zurück, wo er liest und forscht, am Alltag und Familienleben nimmt der alte Mann kaum teil und wenn doch, verbreitet er nur Angst und Schrecken unter den Anwesenden. Dennoch stimmt er zu, dass seine Frau, die ihm keine Söhne geschenkt hat, junge Männer adoptiert und heimführt. So kommt es, dass sie eines Tages Christopher mit auf die wenig einladende Burg bringt. Er ist bereits der zweite Adoptivsohn der Familie, da der erste, Daniel, jedoch eine einzige Enttäuschung ist, war dies die Entscheidung Charlottes. Zur Familie gehören auch noch die beiden leiblichen Töchter Aura und Sylvette. Da Aura ein aufsässiges Mädchen ist, das sich zudem in Liebe ihrem Adoptivbruder Daniel hingegeben hat, soll sie auf ein Mädcheninternat geschickt werden, um dort die korrekten Umgangsformen zu lernen. Sie wirft der Mutter diesen Schritt vor, ohne zu wissen, dass es ausgerechnet der Vater war, der ihn gewünscht hat.

Christopher fühlt sich sofort von der hübschen Aura angezogen, stößt bei ihr jedoch auf wenig Gegenliebe. Noch ahnt er nicht, dass sie die bevorstehende Abreise und die damit einhergehende Trennung von Daniel bedrückt. Der Junge schleicht ein ums andere mal durch das Haus und versucht Ecken und Zimmer zu erforschen, die für ihn verboten sind. Auch vor dem Dachgarten des Hausherren macht er nicht Stopp und wird prompt erwischt. Anstatt jedoch bestraft oder ausgestoßen zu werden, nimmt Nestor Nepomuk Institoris Christopher als seinen Lehrling an, da der Junge belesen und klug ist. Jedoch kann auch dieser nicht verhindern, dass der alte Mann Opfer eines Anschlags wird und stirbt. Damit er seine Forschungen dennoch vorantreiben kann, deckt Christopher den Mord, verscharrt die Leiche und übernimmt die Leitung.

Unterdessen ist Aura Mitglied der verhassten Schule, bis die Direktorin eines schweren Verbrechens beschuldigt wird. Damit kommt jedoch eine weitere Geschichte zum Laufen, in der sie die unfreiwillige Hauptrolle zu spielen hat. Ihr Vater hatte nämlich vor den Stein der Weisen zu erschaffen und damit auch grauenhaftes mit ihr zu tun. Die Schule war der erste Schritt dazu. Es scheint, das sie nur einen Verbündeten hat, der ihr helfen kann den Mörder des Vaters zu finden und die Vorgänge zu stoppen, die angelaufen sind und nur Verderben bringen können.

 

Die Geschichte beginnt langsam und schleppend. Zunächst kommt der Hörer gemeinsam mit Christopher auf die dunkle und abweisende Burg und lernt die kühle, schroffe Familie kennen. Kein Mitglied ist auf Anhieb sympathisch und zunächst hat man Mitleid mit dem armen Waisenjungen, der so glücklich war, adoptiert worden zu sein. Er entwickelt jedoch bald unheimliche Züge, die sich mit der Zeit immer weiter ausprägen. Vor allem seine Besessenheit von Aura, die ihn sehr abweisend behandelt, ist zu Beginn befremdlich. Mit Aura erlebt man eine zweite Seite der Geschichte. Ihre und Christophers Sichtweisen wechseln sich beständig ab, was hier stimmig voneinander abgesetzt wurde und verschiedene Ebenen schafft, auf denen man sich gemeinsam mit den Figuren befindet. Es kommen zwar noch weitere Randpersonen dazu, doch die Hauptgeschichte dreht sich um das Befinden der beiden Kinder.

Historische Themen wechseln sich mit mythischen ab, was Spannung schafft und einen gewissen Raum für Spekulationen. Aufregend ist die Geschichte allemal, dafür aber auch komplex. Es dauert seine Zeit, bis man die Ränke soweit durchschaut hat. Der Wechsel der Örtlichkeiten und der Zeit trägt wohl dazu bei.

Die Charaktere sind ganz gut gewählt worden, auch wenn man mit ihnen nicht wirklich warm wird. Gerade Aura, die kühle und abweisende junge Frau schafft es nicht sympathisch zu werden, was schade ist, aber mit zu ihrer Rolle gehört.

Die Sprecher leisten hier sehr gute Arbeit, man nimmt ihnen ihre Rollen ab und sie legen Emotionen in ihre Stimmen, sodass man mit ihnen mit fiebert. Das schafft gemeinsam mit der eindrucksvollen musikalischen Untermalung und den Hintergrundgeräuschen eine einmalige Atmosphäre, die verzaubert und beeindruckt.

 

Fazit:

Damit liegt hier eine sehr gute Sammlung der ersten vier Episoden der „Alchimistin“-Serie vor, die nicht nur Kai Meyer-Fans zu empfehlen ist, sondern auch all jenen Hörern, die Mysterien mögen.

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Hörspiel:

Die Alchimistin

Autor: Kai Meyer

Musik: Filmorchester Berlin und der Hochmeisterchor Berlin unter der Leitung von Christian Hagitte

Vocalisen: Rosemarie Arzt

Hörspielbearbeitung: Stefan Maetz

Regie, Ton und Musik: Christian Hagitte und Simon Bertling

Schnitt und Nachbearbeitung: Almut Schwacke

Umfang: 4 CDs

Laufzeit: 304 Minuten

Lübbe; 17. Oktober 2009

 

ISBN-10: 3785741553

ISBN-13: 978-3785741559

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Sprecher:

Erzähler - Friedhelm Ptok

Aura Institoris - Yara Blümel-Meyers

Gillian - Claudio Maniscalco

Christopher - Timmo Niesner

Charlotte Institoris - Kerstin Sanders-Dornseif

Friedrich von Vehse - Mathieu Carrière

Nestor Institoris - Uwe Friedrichsen

Morgantus - Werner Bussinger

Stein - Oliver Brod

Bein - Thomas Winter

Daniel - Nicolas Artajo

Fräulein Braun - Karin David

Sylvette Institoris - Natalie Spinell

De Dion - Freimut Götsch

Cosima - Cathleen Gawlich

Frauke Heinz

Andreas Ballhaus

André Sander

Friedrich Meyer

weitere Infos:


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Erstellt: 21.01.2010, zuletzt aktualisiert: 18.02.2016 10:25