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Die apokalyptischen Schokohasen von Robert Rankin

Rezension von Markus Mäurer

 

Jack hat den tristen Alltag in der Fabrik satt, und macht auf um sein Glück in der Stadt zu suchen. Doch bis dahin ist es ein weiter und gefährlicher Weg. Die Warnungen eines eingebildeten Bauers ignorierend, läuft Jack direkt hinein in kannibalistische Schwierigkeiten. Doch dies, mit der Entschlusskraft der Jugend meisternd, findet Jack schließlich in die Stadt, genauer gesagt nach Toy City. Doch auch dort springt im das Glück nicht gleich entgegen. Vielmehr wird er niedergeschlagen und ausgeraubt. Mit Kopfschmerzen erwachend und an seinem Verstand zweifelnd, macht Jack Bekanntschaft mit Eddie dem Teddy. Eddie ist der Teddy von Bill Winkie, dem kürzlich verschwunden berühmten Detektiv. Nach diesem unglücklichen Start in der Stadt, machen Jack und Eddie das einzig richtige, dass man in einer solchen Pechsträhne machen kann: sie Saufen sich Hucke voll. Während ihres Saufgelages, findet sich Jack auch mit der Tatsache ab, dass es in Toy City lebendiges Spielzeug gibt. Ein grossteil der Einwohner ist sogar Spielzeug. Am nächsten Morgen beschließen die beiden zusammen Bill Winkies letzten Fall zu lösen. Ein mysteriöser Killer bringt die reichen und berühmten Einwohner Toy Citys auf makabere Weise um. Den Anfang musste Humpty Dumpty machen, der nach seinem berühmten Mauerfall, durch ein Lied über ebendiesen ein Vermögen verdient hat. Es beginnt eine atemberaubende und lebensgefährliche Jagd durch Toy City, bei der sich Jack und Eddie nicht nur mit einem gnadenlosen Killer rumschlagen müssen, sondern auch noch mit einem Haufen ewig lachender und knüppelnder Polizisten. Und dann ist da auch noch die Frage, was die Schokohasen, die der Killer am Tatort hinterlässt, mit der ganzen Sache zu tun haben.

 

Ein Teddy bei dem nur die Beine betrunken werden, weil der Alkohol in seinem Körper nach unten läuft. Ein Barkeeper aus Federwerk, der ständig neu aufgezogen werden muss. Ein Kopf als Torwächter, der potenzielle Eindringlinge höchstens mit Worten von der Falschheit ihres tun überzeugen kann. Ein Puff der von einer Gans geleitet wird. Das ist aberwitzige Welt in die Robert Rankin seine Leser wirft. Wer es noch nicht gemerkt hat, ja hierbei handelt es sich um ein humorvolles wenn nicht sogar lustige Buch. Wobei der Humor für meinen Geschmack meist zu platt bleibt und durch ständige Wiederholungen an Kraft verliert. So traktiert uns der Autor ständig mit dem Satz: Es ist eine wohl bekannte Tatsache, die all jenen wohl bekannt ist, denen sie wohl bekannt ist… Solche Wortspielereien gibt es noch zu Hauff in der Geschichte, doch die ständig selben Wortspiele zehren stark an der Geduld des Lesers. Dabei hat Rankin eine durchaus spannende Krimigeschichte entworfen, die mit einigen Überraschungen aufwarten kann. Es macht eine Menge Spaß Jack und Eddie bei ihren laienhaften Detektivbemühungen zu beobachten, bei denen sie über sich hinaus wachsen. Noch mehr macht es allerdings Spaß sie beim Saufen zu beobachten.

Neben der Krimigeschichte steckt der Roman aber auch voller satirischer Seitenhiebe auf unsere Gesellschaft. Die von „Rampenschweinen“ beaufsichtigte Talkshow, mit all ihren „Schweinereien“ könnte direkt aus unserem Nachmittagsprogramm stammen. Ein weiterer Hauptbestandteil der Geschichte ist die religiöse Frage nach Gott, die am Ende auf den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse hinausläuft.

Eine große Stärke Rankins sind die witzigen, schlagfertigen und teils abstrusen Dialoge die das satirische Niveau der Geschichte doch ein wenig anheben können.

 

Am Ende bleibt ein durchaus witziges und spannendes Buch, das meine Erwartungen allerdings nicht ganz erfüllen konnte. Dafür blieb der Humor einfach zu platt und konstruiert. Die spannende Krimigeschichte konnte diesen humoristischen Mangel aber kompensieren, so dass am Ende ein lesenwertes Buch bleibt.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Daniel
Samstag, 23. Dezember 2006 22:50 Uhr
Robert Rankin ist ein großartiger Autor, dessen unglaublicher Humor in der Übersetzung total verloren geht. Ich habe das Orginal gelesen und angefangen die Deutsche übersetzung zu schmökern. Nach 10 Seiten habe ich das Buch in die Ecke geworfen. Rankin ist nur im Orginal gut, was aber an seiner unübersetzbarkeit liegt.

It's a tradition, an old charter or something.

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Buch:

Die apokalyptischen Schokohasen

Autor: Robert Rankin

Broschiert - 444 Seiten - Lübbe

Erscheinungsdatum: März 2005

ISBN: 3404243366

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 08.05.2006, zuletzt aktualisiert: 16.05.2019 14:35